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Feb 02

Aktien: Zählt die Größe?

Glossy ball 2Entsprechend ihrer Marktkapitalisierung können Aktien in verschiedene Gruppen unterteilt werden.
Doch ist die Einteilung nicht mit festen Zahlen vorgegeben
, sondern kann individuell  von Portal zu Portal oder von Anleger zu Anleger unterschiedlich interpretiert werden.
Zudem orientieren sich die Zuordnungen auch nach geografischen Aspekten. So muss eine US-amerikanisches Unternehmen eine höhere Marktkapitalisierung aufweisen als beispielsweise in Deutschland, um als Large Cap definiert zu werden. Dies ist der Tatsache geschuldet, dass es in den USA eine viel größere Anzahl an börsennotierten Unternehmen mit hoher Marktkapitalisierung gibt.

Die Marktkapitalisierung ergibt sich aus der Anzahl der ausgegebenen Aktien multipliziert mit dem Aktienkurs. Da sich der Aktienkurs ständig ändert, muss sich zwangsläufig auch die Marktkapitalisierung ändern.

Einteilung nach Marktkapitalisierung

  • Large Caps:
    Large Caps (Caps ist die Abkürzung des englischen Begriffs “capitalization”
    , der für Kapitalisierung steht) werden im deutschsprachigen Raum meist als Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung über 2 Milliarden € definiert. Im den USA zählen Firmen meist erst ab einer Marktkapitalisierung von 5 Milliarden $ zu den Large Caps.
  • Mid Caps:
    Zu den mittelgroßen Unternehmen zählen Firmen mit einer Marktkapitalisierung zwischen 500 Millionen und 2 Milliarden €.
  • Small Caps:
    Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung zwischen 100 Millionen und 500 Millionen € werden den Small Caps zugeordnet.
  • Micro Caps:
    Liegt die Marktkapitalisierung unter 100 Millionen €, werden die Unternehmen meist den Micro Caps zugeordnet.


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Eine weitere Möglichkeit der Unterscheidung liegt in der Zuordnung zu den jeweiligen Börsensegmenten.
So werden die Unternehmen, die im DAX gelistet sind, zu den Large Caps gezählt. Entsprechend zählen MDAX-Unternehmen zu den Mid Caps. SDAX-Unternehmen werden den Small Caps zugeordnet.
Bei den Indizes ist zu beachten, dass nicht nur die Marktkapitalisierung, sondern auch der Streubesitz und der Börsenumsatz mit in die Kriterien eingeht.

Diese Möglichkeit werden wir nutzen, um Risiko und Rendite von Unternehmen verschiedener Größe zu vergleichen. In einem Backtest wurden verschiedene Indizes untersucht. Dies sind im Einzelnen:

  • DAX
    Der Large Cap Index, in dem die 30 größten Unternehmen gelistet sind. Zu Jahreswechsel 2014/15 lag die Marktkapitalisierung der Einzelunternehmen zwischen 3,4 und 92 Milliarden €.
  • MDAX
    In dem 50 Werte umfassenden Mid Cap Index bewegen sich die Marktkapitalisierungen zwischen 860 und 32000 Millionen € (Stand 30.12.14).
  • TecDAX
    Hier sind die 30 größten Technologiewerte vetreten. Der Börsenwert liegt im Bereich zwischen 180 und 14500 Millionen € (Stand 30.12.14).
  • SDAX
    Der Small Cap Index umfasst 50 Werte mit einer Marktkapitalisierung zwischen 200 und 2900 Millionen € (Stand 30.12.14).
  • General Standard
    Der General Standard ist gesetzlich geregelt im Gegensatz zum Entry Standard. Zudem werden erhöhte Anforderungen im Bezug zu den Geschäftsberichten, Ad-hoc-Mitteilungen als beim Entry Standard gefordert. Der General Standard bewegt sich also zwischen den o.a. Prime Standard und dem Entry Standard. Der General Standard Index beinhaltet Anfang 2015 rund 160 der umsatzstärksten Unternehmen des General Standards mit einer Marktkapitalisierung zwischen 0,1 Millionen und 3 Milliarden €.

Die Indizes wurden in einem Zeitraum von Jahresbeginn 2006 bis Jahresende 2014 untersucht:

 

DAX MDAX TecDAX SDAX General Standard
Rendite gesamt 81,31% 131,62% 129,91% 69,13% 139,44%
Monatliche Rendite: 0,70% 0,97% 0,98% 0,65% 0,88%
Varianz: 0,0029 0,0038 0,0040 0,0032 0,0014
Standard- abweichung: 5,40% 6,15% 6,32% 5,68% 3,76%

Es lässt sich erkennen, dass MDAX, TecDAX und der General Standard Index eine deutlich höhere Rendite als der DAX aufweisen, wobei letzterer die niedrigste Volatilität (Standardabweichung), sprich das niedrigste Risiko aufweist.

Dem aufmerksamen Leser wird aufgefallen sein, dass der General Standard Index eine höhere Gesamtrendite als MDAX und TecDAX aufweist, aber eine geringere monatliche Rendite. Darauf werden wir in einem der nächsten Artikel genauer eingehen.

Doch vorher wollen wir uns noch ein wenig mit der Größenordnung von Unternehmen beschäftigen.
Als nächstes werden wir den obigen Backtest nur für den Zeitraum von 2007 bis Ende 2009 durchführen. In diesen Zeitraum fällt die rund 15-monatige Baisse, die durch die Finanzkrise ausgelöst wurde.

 

DAX MDAX TecDAX SDAX General Standard
Rendite gesamt -9,69% -20,18% 9,26% -36,25% 1,29%
Monatliche Rendite: -0,05% -0,26% 0,62% -0,96% 0,17%
Varianz: 0,0047 0,0074 0,0074 0,0056 0,0031
Standard- abweichung: 6,89% 8,62% 8,61% 7,50% 5,56%

Eigentlich war die Erwartung, dass die im DAX und MDAX vertretenen Unternehmen mit größerer Marktkapitalisierung in schlechten Marktphasen besser abschneiden als die weniger großen Unternehmen.
Stattdessen schnitten der TecDAX und der General Standard besser ab als die großen Indizes. Lediglich der SDAX musste größere Verluste vermelden. Zudem wies der General Standard Index erneut die geringste Volatilität auf.

Die Untersuchungen beziehen sich auf komplette Indizes. Im nächsten Artikel wollen wir einen Blick darauf werfen, wie einzelne Aktien aus den jeweiligen Sektoren abgeschnitten haben. 


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