Magic Formula Strategie: Anleitung, Kennzahlen und Bewertung

Die Magic Formula von Joel Greenblatt ist eine regelbasierte Value-Strategie, die Aktien mit zwei Eigenschaften sucht: gute Unternehmen und günstige Bewertung. Die Idee dahinter lautet vereinfacht: Kaufe Firmen mit hoher Kapitalrendite nur dann, wenn sie zugleich billig sind. Greenblatts offizielle Website beschreibt das als Kauf von „günstigen Aktien“ mit hohen Kapitalrenditen; die Methode soll systematisch und diszipliniert umgesetzt werden.

Joel Greenblatt ist ein US-Investor und Professor, der einem breiteren Preis bekannt wurde durch sein Buch The Little Book That Beats the Market aus dem Jahr 2005.

Da eigene Backtests den Rahmen dieses Artikels sprengen würden, greife ich auf etablierte Quellen zurück. Dabei muss zwischen Greenblatts eigenen Backtests und späteren, unabhängigen Tests unterschieden werden:

Quelle Zeitraum Aktienuniversum Rendite p.a. Benchmark (S&P 500)
Greenblatt (eigener Backtest) 1988–2004 Top 3.500 US-Aktien ~30,8 % ~12,4 % p.a.
Greenblatt (eigener Backtest) 1988–2004 Top 1.000 US-Aktien ~22,9 % ~12,4 % p.a.
Investopedia (unabhängig) 2003–2015 US-Markt ~11,4 % ~8,7 % p.a.

Die zwei zentralen Kennzahlen der Magic Formula

Bitte beachte, dass es für die deutschen Übersetzungen unterschiedliche Varianten geben kann.

  1. Earnings Yield (Gewinnrendite) – wie günstig ist die Aktie?
    Earnings Yield = EBIT / Enterprise Value. Dabei wird ermittelt, wie „günstig“ ein Unternehmen im Verhältnis zu seinem operativen Gewinn ist.
    Häufig wird die Gewinnrendite auch mit Nettogewinn / Marktkapitalisierung berechnet, was dem Kehrwert des KGVs entspricht. Beim EBIT (Earnings Before Interest and Taxes; deutsch: Betriebsergebnis bzw. operatives Ergebnis) werden Zinsen und Steuern nicht berücksichtigt, was die Verzerrung durch Steuersätze oder Finanzierungsarten verhindert.
    Im weiteren Verlauf werden wir diese
    Variante (EBIT / Enterprise Value) einsetzen, wie sie auch von Greenblatt eingesetzt wurde.
  2. Return on Capital (ROC) – wie profitabel arbeitet das Unternehmen?
    Return on Capital = EBIT / (Net Fixed Assets + Net Working Capital). Dabei wird ermittelt, wie viel operativen Gewinn ein Unternehmen pro investiertem Euro Kapital erwirtschaftet.
    Hier wird häufig das ROIC (Return on Invested Capital – Rendite auf das investierte Kapital) verwendet. Dabei wird das EBIT durch NOPAT ersetzt – also EBIT nach einer rechnerischen Steuerlast (EBIT * (1 – Steuersatz).
    Auch wir werden das ROIC verwenden, da zum einen diese Kennzahl bei TradingView direkt zur Verfügung steht, und da ROC und ROIC im Ranking sehr stark korrelieren.

Die Magic Formula in 11 Schritten

Die Daten und die nachfolgende Vorgehensweise beziehen sich auf den kostenlosen Aktienscanner von TradingView. Selbstverständlich kannst du auch einen anderen Aktienscanner deiner Wahl einsetzen. Vermutlich wirst du alle erforderlichen Kennzahlen vorfinden, aber die Bezeichnungen könnten sich unterscheiden.

  1. Festlegung des Anlageuniversum
    Wir verwenden hier als Anlageuniversum den S&P 500.
    Anstelle des S&P 500 kann auch der gesamte US-Markt verwendet werden, wobei aber die Marktkapitalisierung eine bestimmte Mindestgröße (z.B. 1 Mrd. USD – englisch: 1 billion USD) haben sollte.
    Auch kleinere Schwellen sind möglich. Sie haben historisch sogar bessere Renditen geliefert, sind aber mit höherem Risiko und schlechterer Liquidität verbunden.
    Prinzipiell sollte die Strategie auch bei einem nicht auf US-Aktien basierenden Anlageuniversum funktionieren, doch valide Daten dazu sind kaum vorhanden.
  2. Berechnung der Gewinnrendite (EBIT / Enterprise Value)
    Die EBIT- und Enterprise Value-Werte der S&P 500 Aktien in ein Tabellenkalkulationsprogramm übernehmen und in einer neuen Spalte die Gewinnrendite berechnen, indem das EBIT durch den Enterprise Value dividiert wird. 
  3. Rangliste der Gewinnrendite erstellen
    Für die Aktie mit der höchsten Gewinnrendite wird Ranglistenplatz 1 vergeben, für die zweithöchste Rendite Platz 2 usw.
  4. Return on Capital ermitteln
    Wie oben beschrieben werden wir hier den ROIC verwenden, der direkt aus einem Aktienscanner in das Tabellenkalkulationsprogramm übernommen werden kann.
  5. Rangliste der Kapitalrendite ermitteln
    Wie bei der Gewinnrendite wird der Aktie mit der höchsten Kapitalrendite der Ranglistenplatz 1 zugewiesen, die Aktie mit der zweithöchsten Kapitalrendite wird auf Platz 2 gesetzt usw.
  6. Addition der Ranglistenplätze
    Der Ranglistenplatz der Gewinnrendite und der Kapitalrendite wird für jede Aktie addiert.
  7. Sortieren der Gesamtrangliste
    Die Tabelle wird nach der Gesamtrangliste aufsteigend sortiert, d.h. die Aktie mit dem kleinsten Gesamtrang steht ganz oben, die mit dem höchsten Gesamtrang ganz unten.
  8. Auswahl der Kandidaten
    Wähle die obersten 20 Aktien aus der Rangliste (die Originalstrategie empfiehlt 20 bis 30 Aktien).
    Ist unter den Top 20-Werten ein öffentliches Versorgungsunternehmen (stark reguliert und Renditen künstlich gedeckelt), ein Finanzdienstleister (anderer Aufbau der Finanzstruktur – Kennzahlen wie ROC oder ROIC nicht vergleichbar) oder ein ADR (American Depositary Receipts = Zertifikate, die eine bestimmte Anzahl Aktien eines ausländischen Unternehmens zusammenfassen), so ist diese Aktie zu streichen und stattdessen durch die nächst platzierte Aktie zu ersetzen, sofern diese nicht von den Ausschlusskriterien betroffen ist.
  9. Gleich gewichteter Kauf der 20 Kandidaten
  10. Die Aktien ein Jahr halten
    Dividenden werden dem Tagesgeldkonto zugeführt und in der Folgeperiode investiert. Bei Übernahmen oder Delistings rückt eine neue Aktie aus einer aktualisierten Rangliste nach.
    Bei der Originalstrategie werden Gewinneraktien nach einem Jahr und einem Tag, Verlierer vor Ablauf eines Jahres verkauft. Hintergrund ist eine US-spezifische Steueroptimierung, die für deutsche Anleger irrelevant ist. 
  11. Nach Ablauf des Jahres den oben beschriebenen Prozess wiederholen

Neben dem einmaligen Kauf aller Aktien des Portfolios wird beim klassischen Ansatz der Strategie die Empfehlung ausgesprochen, die Aktien gestaffelt zu kaufen, beispielsweise zwei bis drei Käufe pro Monat.

Auswahl der Aktien mit Hilfe von TradingView

In diesem Abschnitt zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du den TradingView-Aktienscanner für die Magic Formula einrichtest und die Daten so aufbereitest, dass du das Ranking direkt in einer Tabelle berechnen kannst. Der Scanner ist in der kostenlosen Version vollkommen ausreichend.

1. Aktienscanner öffnen

Logge dich bei TradingView ein und öffne den Aktienscanner über das Menü „Produkte“ → „Screener“ → „Aktien-Screener“ (alternativ direkt unter tradingview.com/screener). Du landest auf einer tabellarischen Übersicht mit zahlreichen Filter- und Spalten-Optionen.

2. Markt auf USA einstellen

Oben links findest du die Marktauswahl (Standard ist meist „Alle Märkte“ oder dein Heimatmarkt). Klicke darauf und wähle „USA“ aus. Damit beschränkst du die Ergebnisse auf US-gelistete Aktien – das ist die Grundlage, auf der Greenblatt seine Strategie entwickelt und getestet hat.

3. Index auf S&P 500 filtern

Über die Filterleiste (oder den Button „Filter“) suchst du den Filter „Index“ und wählst dort „S&P 500″ aus. Damit reduziert sich die Liste auf die rund 500 größten US-Aktien – unser definiertes Anlageuniversum.

Tipp: Falls du das gesamte US-Universum nutzen möchtest, lässt du diesen Filter weg und fügst stattdessen einen Filter auf die Marktkapitalisierung mit einem Mindestwert von z.B. 1 Mrd. USD hinzu.

4. Relevante Kennzahlen als Spalten hinzufügen

Standardmäßig zeigt TradingView Kennzahlen wie Preis, Veränderung und Volumen. Für die Magic Formula brauchst du drei spezifische Spalten. Klicke dazu rechts auf das Spalten-Symbol (Zahnrad oder „Spalten verwalten“) und aktiviere:

  • Betriebsergebnis (EBIT) – findet sich unter den Kennzahlen zur Profitabilität
  • Enterprise Value – unter den Bewertungskennzahlen
  • ROIC (Return on Invested Capital) – ebenfalls unter Profitabilität

Alle anderen Spalten kannst du der Übersicht halber deaktivieren – du brauchst für die Strategie wirklich nur den Tickernamen und diese drei Werte.

Hinweis zu den Bezeichnungen: TradingView nutzt teilweise englische Originalbegriffe, auch wenn die Oberfläche auf Deutsch ist. „EBIT“ und „Enterprise Value“ findest du in der Regel direkt unter diesen Namen, das „Betriebsergebnis“ wird teilweise synonym verwendet.

5. Daten als CSV exportieren

TradingView bietet in der kostenlosen Version eine Exportfunktion. Klicke unten rechts (oder im Menü oben rechts, je nach Layout-Version) auf das Download-Symbol und wähle „Als CSV exportieren“. Speichere die Datei an einem Ort, an dem du sie wiederfindest – ich empfehle eine Ordnerstruktur mit Datum, z.B. magic-formula_2026-05.csv, damit du beim jährlichen Rebalancing alte und neue Listen vergleichen kannst.

6. CSV-Datei in Excel, Libre Office oder Google Sheets öffnen

Öffne die Datei mit deinem bevorzugten Tabellenkalkulationsprogramm:

  • Excel: Doppelklick auf die Datei reicht meist. Falls die Daten in einer einzigen Spalte landen, nutze „Daten“ → „Text in Spalten“ → Trennzeichen „Komma“.
  • Google Sheets: „Datei“ → „Importieren“ → CSV hochladen, Trennzeichen „automatisch erkennen“.
  • LibreOffice Calc: Dialog erscheint automatisch, Trennzeichen „Komma“ auswählen.

Achtung Dezimaltrennzeichen: US-Daten verwenden den Punkt als Dezimaltrennzeichen (z.B. 12.5), während deutsche Excel-Versionen den Punkt als Tausendertrennzeichen interpretieren. Aus 12.5 wird dann fälschlicherweise 125. Stelle Excel ggf. vorab auf englische Zahlenformatierung um oder ersetze in der CSV vor dem Import alle Punkte durch Kommas (Suchen & Ersetzen in einem Texteditor).

7. Tabelle formatieren und vorbereiten

Damit du sauber arbeiten kannst, empfehle ich folgende Formatierung:

  • Erste Zeile als Überschrift fixieren (in Excel: „Ansicht“ → „Fenster fixieren“ → „Oberste Zeile“)
  • Tabelle als Tabelle formatieren („Start“ → „Als Tabelle formatieren“) – das aktiviert Filter und Sortierfunktionen automatisch
  • Spalten in dieser Reihenfolge anordnen: Ticker, Name, EBIT, Enterprise Value, ROIC
  • Vier zusätzliche Spalten anlegen: Earnings Yield, Rang EY, Rang ROIC, Gesamtrang

Eine Beispielzeile sieht damit so aus:

Ticker Name EBIT Enterprise Value ROIC Earnings Yield Rang EY Rang ROIC Gesamtrang
XYZ Beispiel AG 5.000 40.000 25 % =C2/D2 =RANG(F2;F:F;0) =RANG(E2;E:E;0) =G2+H2

Damit ist die Datengrundlage fertig. Im nächsten Schritt sortieren wir die Tabelle nach dem Gesamtrang und wählen die Top 20 aus.

Vor- und Nachteile der Magic Formula im Überblick

✅ Vorteile

Regelbasiert und emotionsfrei Die Strategie folgt klaren mathematischen Regeln. Du musst nicht entscheiden, ob ein Unternehmen „gut aussieht“ oder „eine schöne Story“ hat – die Kennzahlen entscheiden. Das eliminiert klassische Anlegerfehler wie Bauchentscheidungen, FOMO oder Panikverkäufe.

Wissenschaftlich fundiert Die Strategie kombiniert zwei der am besten dokumentierten Faktoren der Kapitalmarktforschung: Value (günstige Bewertung) und Quality (hohe Kapitalrendite). Beide Faktoren haben in akademischen Studien über lange Zeiträume eine Outperformance gezeigt.

Geringer Zeitaufwand Nach der Ersteinrichtung brauchst du nur einmal pro Jahr ein paar Stunden für das Rebalancing. Das macht die Strategie ideal für Berufstätige, die nicht täglich Charts beobachten wollen.

Transparent und nachvollziehbar Anders als bei aktiv gemanagten Fonds verstehst du jederzeit, warum eine Aktie im Portfolio liegt. Das schafft Vertrauen in die eigene Strategie – gerade in schwachen Marktphasen, wenn Disziplin wichtig ist.

Einfach umsetzbar Die Strategie funktioniert ohne teure Datenbanken oder Spezial-Software. Ein kostenloser Aktienscanner und ein Tabellenkalkulationsprogramm reichen aus.

Dokumentierte Outperformance Sowohl Greenblatts eigene Backtests als auch unabhängige Tests (z.B. Investopedia 2003–2015) zeigen eine Outperformance gegenüber dem S&P 500 – auch wenn die Höhe je nach Quelle stark variiert.

❌ Nachteile

Lange Phasen der Underperformance Greenblatt selbst betont: Die Strategie schlägt den Markt langfristig, kann aber mehrere Jahre hintereinander schlechter abschneiden. Genau das ist der Grund, warum so viele Anleger aussteigen – und damit das eigentliche Renditepotenzial verpassen. Wer nicht durchhält, gewinnt nicht.

Performance-Erosion seit Veröffentlichung Seit Erscheinen des Buchs 2005 ist die Outperformance deutlich geringer geworden. Eine plausible Erklärung: Wenn eine Strategie öffentlich bekannt wird, wird sie von vielen Anlegern und Algorithmen nachgebaut – die Ineffizienz, die sie ausnutzt, verschwindet teilweise.

Konzentrationsrisiko Mit nur 20 bis 30 Aktien ist das Portfolio deutlich weniger diversifiziert als ein ETF auf den S&P 500 mit 500 Werten. Einzelne Ausfälle oder Bilanzskandale können stärker durchschlagen.

Sektor-Klumpenrisiko Die Strategie wählt oft mehrere Aktien aus demselben Sektor (z.B. Tech, Pharma), wenn dieser gerade günstig bewertet ist. Das kann in Krisenzeiten zu erheblichen Verlusten führen.

Kein Schutz vor Bärenmärkten Die Magic Formula ist eine Long-only-Strategie. In allgemeinen Marktcrashs verliert das Portfolio mit – manchmal sogar stärker als der Index, weil günstige Aktien in Krisen oft noch günstiger werden („Value Trap“).

Kennzahlen-Schwächen EBIT und ROIC können durch Bilanzierungstricks, Sondereffekte oder Goodwill-Abschreibungen verzerrt werden. Eine rein quantitative Auswahl erkennt solche Verzerrungen nicht. Klassisches Beispiel: Aktien, die wegen drohender Insolvenz extrem günstig sind, erscheinen oft ganz oben in der Magic-Formula-Liste.

Hohe Umschlagshäufigkeit Da das Portfolio jährlich komplett neu zusammengestellt wird, fallen regelmäßig Transaktionskosten und Steuern an. In Deutschland greift bei jedem Verkauf die Abgeltungssteuer (25 % + Soli + ggf. Kirchensteuer) – das schmälert die Nachsteuerrendite spürbar gegenüber Buy-and-Hold-Ansätzen.

Eingeschränkt auf liquide Märkte Belastbare Daten und Backtests existieren fast ausschließlich für den US-Markt. Für Europa, Schwellenländer oder kleinere Marktsegmente ist die Datenlage dünn – und Datenqualität bei kleineren Aktien generell schwächer.

Steuerliche Nachteile in Deutschland Greenblatts Original-Strategie nutzt eine US-spezifische Steueroptimierung (Verluste vor Jahresfrist, Gewinne danach realisieren). Im deutschen Steuerrecht funktioniert das so nicht – der theoretische Renditevorteil reduziert sich entsprechend.

Vorschau

Im folgenden Beitrag soll die Magic Formula noch um einen weiteren Parameter, nämlich das Momentum der einzelnen Aktien ergänzt werden.
Danach wird ein Portfolio für jede der beiden Strategien erstellt. Die Rendite der beiden Strategien soll dann von Zeit zu Zeit verglichen werden.

Depotcheck Jahresende 2025

Das Börsenjahr 2025 könnte man unter dem Begriff „Nichtsdestotrotz“ zusammenfassen. Meine persönliche Prognose vor einem Jahr sah die Aktionen, die vom Weißen Haus jenseits des Atlantiks ausgehen, als Wegweiser für die Entwicklung an den Aktienmärkten.
Was dann mit der „Big Beautiful Bill“ auf den Weg gebracht wurde, übertraf dann aber die schlimmsten Befürchtungen. Nach der Veröffentlichung gingen dann die großen Börsen erst einmal auf Talfahrt.  So musste auch der DAX seine Gewinne von über 15 Prozent aus den ersten drei Monaten wieder komplett abgeben und in den negativen Bereich abtauchen.
Die anschließende Aussetzung der Zölle für 90 Tage nährte dann die Hoffnung auf Verhandlungen statt Eskalation. Daneben kamen die Zahlen der BigTech-Aktien gut an und das Thema KI sowie die Erwartung von Leitzinssenkungen gaben den Startschuss für eine neue Kursrallye.
Ab Ende Mai schwenkten die europäischen Indizes in eine Seitwärtsphase ein. Der S&P 500 stieg zwar langsamer, aber kontinuierlich bis zum Jahresende. Getragen wurde der US-Index allerdings in erster Linie von den Magnificent Seven, nicht vom breiten Markt.
Letztendlich stieg der DAX auf Jahressicht um 23 Prozent und ließ überwiegend gut gelaunte Anleger zurück. Die großen Banken hatten ein Jahr zuvor einen Anstieg des deutschen Leitindex zwischen 0,5 und 11 Prozent (6,1 % im Mittel) erwartet. Tendenziell lagen sie damit richtig, die tatsächliche Performance wurde jedoch nicht annähernd prognostiziert.
Andererseits war nicht unbedingt zu erwarten, dass der DAX den S&P 500 (+16,4 %) und sogar den Nasdaq 100 (+20,4 %) hinter sich lassen würde.

Da es mich ja nichts kostet, kann ich hier gerne eingestehen, dass meine Vorhersage für 2025 für die Tonne war. Freilich bin ich im Idealfall von einem Plus von 10 Prozent ausgegangen, aber für mich sieht der Idealfall etwas anders aus.

Liebe Leserinnen und Leser,zum Thema Prognosen muss ich jährlich gebetsmühlenartig mein Mantra wiederholen. Niemand, ich wiederhole: „wirklich niemand“, ist in der Lage, eine genaue Prognose für ein Jahr abzugeben. Dafür ist die Summe der neuen Informationen, die ständig auf uns einprasseln, einfach zu groß.
Ja dennoch ist die Einschätzung des zukünftigen Verlaufs wichtig, denn:

  • Wir befassen uns mit dem Thema und erkennen Chancen und Risiken.
  • Wir sind in der Lage, auf Abweichungen von unserer These zu reagieren.

Auch wer nur mit Sparplänen investiert, oder wer noch viele Handelsjahre vor sich hat und langfristig investiert, muss sich um schwierige Börsenphasen nicht kümmern. Ich habe im Depot großteils Aktien, die ich als Langfristinvestment betrachte, und die ich in keiner Marktphase veräußern würde, solange sich die fundamentalen Grundlagen des Unternehmens nicht ändern. In geringerem Maße habe ich taktische Investments. Hier muss ich auf Änderungen der Investmentthese achten und entsprechend reagieren.

Bevor wir zur Auswertung kommen, noch eine Anmerkung zu der positiven Performance: Getragen wurde der Aufschwung nicht von allen Sektoren. Während Banken/Finanzen, Rüstung, Rohstoffe, Versorger und KI mit Kurszuwächsen glänzten, hinkten Chemie, Medien und der defensive Konsum hinterher.

Mit der Ergänzung des Drei-Daumen-Regel-Depots und der Einstellung des Unemotional Value Four Depots, des Low-Risk-Depots und des Value Depots „Feste Kriterien“  wurden heuer 25 Depots geführt, wobei das Sparplan-Depot aufgrund des speziellen Charakters mit monatlichen Spareinlagen – wie in der Vergangenheit gehandhabt – beim Vergleich außen vor bleibt.

Von den verbliebenen 24 Depots haben 10 Depots besser als der DAX abgeschnitten. Das entspricht einer Quote von 41,7 Prozent, was ganz leicht unter dem Gesamtschnitt von 45,4 Prozent liegt. Dabei haben 23 der 24 Depots eine positive Performance erzielt.

Beginnen wollen wir wie üblich mit der Rangliste des Jahres 2025. Die farbliche Unterscheidung soll helfen, Strategien mit ähnlicher Performance optisch anzuzeigen.

Platz Vorjahr Strategie Start am: akt. Datum: aktueller Wert Gewinn/ Verlust
1 18 Value Depot „Einfacher,innerer Wert“ 02.01.15 30.12.25 26.679,36 € 77,70%
2 1 Kombination 28.02.14 30.12.25 56.394,09 € 65,15%
3 17 Value Depot KBV 02.01.15 30.12.25 58.503,14 € 60,91%
4 3 Trendfolge 28.02.14 30.12.25 105.011,27 € 52,81%
5 4 Modifizierte Relative Stärke 04.01.16 30.12.25 79.698,68 € 46,50%
6 15 Otto Normalverdiener Depot 02.01.14 30.12.25 44499,39 € 27,41%
7 2 Umkehr 28.02.14 30.12.25 39.924,40 € 27,28%
8 19 Small Caps Value Growth 02.01.17 30.12.25 54.367,51 € 26,38%
9 13 Sell in Summer 02.01.14 30.12.25 62.584,88 € 25,77%
10 14 Relative Stärke „Sell in Summer“ 21.02.14 30.12.25 59.240,69 € 24,94%
11 6 DAX 02.01.14 30.12.25 24.490,41 € 23,01%
12 8 200-Tage-Linie Strategie 02.01.14 30.12.25 36.211,29 € 22,54%
13 9 200-Tage-Linie Strategie mit Short 02.01.14 30.12.25 19.395,40 € 22,51%
14 22 Unemotional Value Four Plus 02.01.14 30.12.25 50.888,58 € 22,31%
15 7 Relative Stärke nach Levy 21.02.14 30.12.25 61.161,21 € 21,40%
16 3-Daumen-Regel 02.01.25 30.12.25 24.170,03 € 20,85%
17 12 Gebert-Börsenindiktor 02.01.20 30.12.25 24.404,98 € 19,88%
18 16 Tiny Titans 02.01.24 30.12.25 23.906,91 € 18,21%
19 24 Low Five 02.01.14 30.12.25 42.817,87 € 18,15%
20 20 Dogs of the Dow 02.01.14 30.12.25 39.115,22 € 16,10%
21 26 Low-2 02.01.14 30.12.25 41.976,74 € 15,19%
22 5 Schwergewicht 02.01.14 30.12.25 49.658,87 € 15,07%
23 10 Kombinierte Methode 02.01.14 30.12.25 31.205,35 € 14,39%
24 25 Foolish Four 02.01.14 30.12.25 26.233,42 € 6,88%
25 27 Low-1 02.01.14 30.12.25 8.759,03 € -12,89%

Nach einigen Jahren in den hinteren Bereichen konnte das Value Depot „Einfacherer, innerer Wert“ mit stolzen 77,7% Jahresperformance den Platz an der Sonne erringen. Mit  Salzgitter, flatexDegiro, Heidelberger Druck und der Commerzbank konnten gleich vier Titel den Startkurs mehr als verdoppeln. Dazu weist kein Einzelwert eine negative Performance auf.
Auf den Plätzen 2 und 4 sind mit dem Kombinations- und dem Trendfolgedepot zwei Trendfolger zu finden. Beide Strategien profitieren von der starken Kursperformance von Rheinmetall und Siemens Energy.
Dazwischen rangiert das Value Depot KBV, das zwar nicht die extremen Ausreisser aufweist, doch in der Breite überzeugte.

Die Relative-Stärke-Depots belegten die Plätze 5, 10 und 15. Während das Relative-Stärke-Depot „Sell-in-Summer“ und das Depot nach Levy sich im Bereich der DAX-Performance bewegen, gefiel das modifizierte Relative-Stärke-Depot mit einem Zuwachs von 46,5 Prozent.

Im oberen Mittelfeld und damit noch einige Prozent über der starken DAX-Performance platzierten sich das Otto Normalverdiener, das Umkehr, das Small Caps Value Growth und das Sell-in-Summer Depot.

Ganz knapp hinter dem DAX finden sich die zwei 200-Tage-Linien-Depots wieder, die durchgehend Long investiert waren.

Auf Platz 14 ist mit dem Unemotional Value Four Plus das erste Dividendendepot zu finden. Weiter hinten auf den Plätzen 19 bis 21 rangieren das Low Five, das Dogs of the Dow und das Low-2 Depot. Am Schluss der Tabelle finden sich das Foolish Four und das Low-1 Depot wieder. Generell war ein schlechtes Jahr für die Dividendendepots, die mehr oder weniger mit Automobil- und Immobilienwerten bestückt sind, die hinter dem breiten Markt blieben.

Im ersten Jahr belegt das Drei-Daumen-Regel-Depot Rang 16, etwa zwei Prozent hinter dem DAX. Das Depot war einmal zu Beginn des Jahres kurzzeitig nicht investiert. Gefolgt wird die Neuaufnahme vom Gebert Börsenindikator-Depot, das längere Zeit mit Cash bestückt war.
Nur zwei Verkaufssignale generierte das Kombinierte Methode-Depot. Da die Zeitpunkte aber ungünstig waren, stand letztendlich nur Rang 23 zu Buche.

Trotz einer Performance von 18,2 Prozent reichte es für das Tiny Titans Depot nur zu Platz 18.
Gar nur zu Platz 22 reichte es beim Schwergewichtsdepot, wobei ein Jahresplus von über 15 Prozent immer noch akzeptabel ist.

Nachfolgend die Rangliste mit der Gesamtperformance. Bitte beachten Sie den unterschiedlichen Startzeitpunkt der Depots.

Platz Vor- woche Strategie Start am: akt. Datum: aktueller Wert Gewinn/ Verlust
1 1 Trendfolge 28.02.14 30.12.25 105.011,27 € 425,06%
2 2 Modifizierte Relative Stärke 04.01.16 30.12.25 79.698,68 € 298,49%
3 4 Sell in Summer 02.01.14 30.12.25 62.584,88 € 212,92%
4 3 Relative Stärke nach Levy 21.02.14 30.12.25 61.161,21 € 205,81%
5 5 Relative Stärke „Sell in Summer“ 21.02.14 30.12.25 59.240,69 € 196,20%
6 11 Value Depot KBV 02.01.15 30.12.25 58.503,14 € 192,52%
7 15 Kombination 28.02.14 30.12.25 56.394,09 € 181,97%
8 7 Small Caps Value Growth 02.01.17 30.12.25 54.367,51 € 171,84%
9 9 DAX 02.01.14 30.12.25 24490,41 155,15%
10 8 Unemotional Value Four Plus 02.01.14 30.12.25 50.888,58 € 154,44%
11 6 Schwergewicht 02.01.14 30.12.25 49.658,87 € 148,29%
12 14 Otto Normalverdiener Depot 02.01.14 30.12.25 44.499,39 € 122,50%
13 12 Low Five 02.01.14 30.12.25 42.817,87 € 114,09%
14 10 Low-2 02.01.14 30.12.25 41.976,74 € 109,88%
15 17 Umkehr 28.02.14 30.12.25 39.924,40 € 99,62%
16 16 Dogs of the Dow 02.01.14 30.12.25 39.115,22 € 95,58%
17 18 200-Tage-Linie Strategie 02.01.14 30.12.25 36.211,29 € 81,06%
18 19 Kombinierte Methode 02.01.14 30.12.25 31.205,35 € 56,03%
19 26 Value Depot „Einfacher,innerer Wert“ 02.01.15 30.12.25 26.679,36 € 33,40%
20 21 Foolish Four 02.01.14 30.12.25 26.233,42 € 31,17%
21 22 Gebert-Börsenindiktor 02.01.20 30.12.25 24.404,98 € 22,02%
22 3-Daumen-Regel 02.01.25 30.12.25 24.170,03 € 20,85%
23 23 Tiny Titans 02.01.24 30.12.25 23.906,91 € 19,53%
24 25 200-Tage-Linie Strategie mit Short 02.01.14 30.12.25 19.395,40 € -3,02%
25 27 Low-1 02.01.14 30.12.25 8.759,03 € -56,20%

Weiterhin führt das Trendfolgedepot das Gesamtklassement mit großem Abstand  an. Das modifizierte Relative-Stärke-Depot verteidigt Rang 2 mit deutlichem Abstand zum Sell-in-Summer-Depot, das von Rang 4 auf Rang 3 vorrückte.
Verdrängt wurde das Relative-Stärke-Depot nach Levy, das nun vor dem Relative-Stärke-Depot „Sell-in-Summer“ rangiert.
Einen großen Sprung nach vorne machte das Value Depot KBV, das von Rang 11 auf Rang 6 stürmte. Doch den größten Sprung nach vorne lieferte das Kombinationsdepot, das sich von Rang 15 auf Rang 7 katapultierte.
Rückwärts ging es dagegen bei den Dividendenstrategien und dem Schwergewichtsdepot. Währenddessen konnte sich das Value Depot „Einfacher, innerer Wert“ um 7 Plätze auf Rang 19 verbessern.

Abgeschlagen am Ende finden sich wie im Vorjahr das 200-Tage-Linien-Depot mit Shortanteilen und das Low-1 Depot wieder.
Den größten Sprung nach vorne machte das Schwergwichtsdepot von Rang 14 auf Rang 6. Erwähnenswert ist auch das Kombinationdepot, das sich um sechs Plätze auf Rang 15 verbesserte. Beim Kombinations- und beim Umkehrdepot ist zu erwähnen, dass der quasi Totalverlust von Wirecard vor einigen Jahren die Performance ganz erheblich belastet hat.

Nachfolgend die Ränge der einzelnen Jahre:

Strategie Rang Jahres-ende
2014
Rang Jahres-ende
2015
Rang Jahres-ende
2016
Rang Jahres-ende
2017
Rang Jahres-ende
2018
Rang Jahres-ende
2019
Rang Jahres-ende
2020
Rang Jahres-ende
2021
Rang Jahres-ende
2022
Rang Jahres-ende
2023
Rang Jahres-ende
2024
Rang Jahres-ende
2025
Durch-schn.
Rang
                         
Trendfolge 5 4 1 16 16 2 5 4 18 16 3 4 7,8
Modifizierte Relative Stärke 3 1 22 1 3 14 14 23 4 5 9,0
Sell in Summer 6 5 16 24 12 10 14 8 2 4 13 9 10,3
Relative Stärke „Sell in Summer“ 4 2 4 8 19 11 7 10 17 20 14 10 10,5
Value Depot KBV 3 12 7 23 16 24 2 5 7 17 3 10,8
DAX 14 11 9 18 14 5 8 11 12 12 6 11 10,9
Small Caps Value Growth 11 24 9 1 1 7 19 19 8 11,0
Relative Stärke nach Levy 18 1 6 3 21 3 2 18 24 22 7 15 11,7
Schwergewicht 16 15 14 25 15 4 18 3 4 6 5 22 12,3
Unemotional Value Four Plus 7 21 13 4 3 18 15 17 10 3 22 14 12,3
Low Five 14 17 20 9 4 14 13 6 8 8 24 19 13,0
Dogs of the Dow 8 14 18 12 7 12 16 16 6 11 20 20 13,3
Otto Normalverdiener Depot 1 6 21 21 10 8 23 21 15 14 15 6 13,4
Low-2 2 18 25 2 2 22 11 25 9 1 26 21 13,7
Umkehr 21 7 7 6 13 20 26 26 26 10 2 7 14,3
200-Tage-Linie Strategie 19 16 10 20 11 23 21 13 3 17 8 12 14,4
Kombination 15 8 2 22 20 21 25 24 23 15 1 2 14,8
Kombinierte Methode 10 12 19 23 18 6 9 7 20 25 10 23 15,2
Gebert-Indikator Depot 10 9 21 24 12 17 15,5
3-Daumen-Regel 16 16,0
Value Depot „Einfacher,innerer Wert“ 9 11 13 26 19 22 22 25 18 18 1 16,7
200-Tage-Linie Strategie mit Short 22 20 22 19 9 26 27 12 1 21 9 13 16,8
Low-1 3 24 23 26 1 25 4 20 22 2 27 25 16,8

Es gilt weiterhin die Aussage aus dem Vorjahr, dass nicht eine Strategie durchgehend im Vorderfeld zu finden ist. Zwar gibt es qualitativ deutliche Unterschiede, aber schwächere Jahre durchleben alle vorgestellten Strategien.

Ein Blick auf 2026

Wie schon angesprochen, lagen die Prognosen der Banken zwischen 20.000 und 22.100 Punkten und im Mittel bei 21.130 Punkten (+6,1%). Tatsächlich wurden 24.490 Punkte erreicht, was deutlich über der höchsten Schätzung liegt.

Was hatte zum Jahresbeginn dafür gesprochen, dass die Kurse steigen (schwarze Schrift), und was ist tatsächlich eingetreten (rote Schrift)?

  • Weitere Leitzinssenkungen erscheinen wahrscheinlich und sollten Rückenwind für die Börsen liefern.
    Die Erwartung hat sich bestätigt. Die EZB senkte den Leitzins viermal um jeweils 0,25 %, die FED setzte drei Senkungen um jeweils 0,25 % um.
  • Sowohl bei den Firmen als auch bei den Staaten ist in Europa ein Investitionsstau zu beobachten. Sollte dieser aufgelöst werden, dürfte ein Wachstumsschub erfolgen.
    Auch hier sind erste Impulse erfolgt. In Deutschland wurde ein Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität in Höhe von 500 Milliarden Euro beschlossen, was erste Wachstumsimpulse setzte, aber erst 2026 seine volle Stärke entfalten sollte. Auf EU-Seite wurde eine Kapitalmarkt-Union auf den Weg gebracht, die Investitionen in Digitalisierung und Umweltschutz erleichtern soll.
  • Immer noch erscheint die Bewertung bei bestimmten Sektoren und bei den Small Caps günstig. Hier könnte Nachholbedarf bestehen.
    Die steigenden Kurse bei überwiegend guten Unternehmenszahlen zeugten von einer Unterbewertung.
  • Die angekündigten Steuersenkungen in den USA sollten die Gewinne der  US-Unternehmen weiter befeuern.
    Die Gewinne in den USA sind tatsächlich teilweise deutlich gestiegen, was aber stark sektor- und unternehmensabhängig war.
  • KI könnte die Produktivität vieler Unternehmen erhöhen.
    Die KI-Phantasie war einer der Hauptgründe für die gute Performance in den USA.

Was hatte gegen steigende Kurse gesprochen?

  • Nach zwei Jahren mit deutlichen Kurszuwächsen sind einige Branchen und Unternehmen hoch bewertet. Sollten die erwartet hohen Wachstumsraten schrumpfen, drohen Rückschläge.
    Die hohe Bewertung betraf in erster Linie bestimmte US-Unternehmen. Da diese jedoch steigende Gewinne auswiesen, waren Rückschläge eher selten.
  • Erhebt Donald Trump die Zölle auf breiter Front und in hohem Maße, so drohen Handelssanktionen und ein Wiederaufflammen der Inflation. So könnten statt Zinssenkungen sogar wieder Zinserhöhungen zur Bekämpfung der Inflation die Folge sein.
    Die Zölle sind in einer Höhe gekommen, die die schlimmsten Befürchtungen übertrafen. Zwischendurch sind die Kurse auch eingebrochen, ehe die Zollpause und Nachverhandlungen wieder für einige positive Impulse sorgten.
    Die Inflation hält sich bisher im Rahmen, könnte aber für 2026 ein Thema werden.
  • Das Thema inverse Zinsstrukturkurve ist immer noch aktuell.
    Die inverse Zinsstrukturkurve hat sich ausgelöst. Es war einer der seltenen Fälle, in der diese Konstellation nicht zu einer Rezession führte.
  • Die Staatsverschuldung legte zuletzt in vielen Ländern, allen voran in den USA, deutlich zu. Von dieser Seite könnte früher oder später Gegenwind kommen.
    Die hohe Staatsverschuldung ist weiterhin ein Thema, wurde aber 2025 weitestgehend in den Hintergrund gedrängt.
  • Statt sicherer wird die Lage auf diesem Planeten eher immer unsicherer. Niemand kann augenblicklich beurteilen, was hier noch auf uns zukommt und welche Folgen es haben wird.
    Zwar gab es auch 2025 neue Brandherde, die aber nur von kurzer Dauer waren.

Mein Fazit für 2025 war:
„Für mich sitzt die große Unbekannte im Weißen Haus. Gibt es dramatische Zollerhöhungen, die zu Handelskonflikten führen, oder läuft es eher dezent ab?
Je nach Szenario sehe ich Risiken von 15-20% abwärts oder Aufwärtspotential von gut 10%. Klar ist die Aussage sehr unbefriedigend, aber ich glaube, dass eine Beurteilung nicht möglich ist, solange die Richtung, die die USA einschlägt, nicht erkennbar ist.“
Dazu habe ich mich zu Beginn des Artikels bereits geäussert. Die dramatischen Zollerhöhungen sind gekommen, haben die Märkte aber nur für kurze Zeit nach unten gezogen.

Blicken wir nach vorne auf das Jahr 2026.
Die Banken sehen den DAX Ende 2026 in einem Bereich zwischen 24.500 und 27.500 Punkten, also rechnen alle mit einem Zuwachs zwischen 0,0% und 12%. Im Mittel liegen die Prognosen bei 26.000 Punkten (+6,2%). Erstaunlicherweise sind die prozentualen Werte fast identisch mit denen des Vorjahres. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.
Bei der folgenden Pro- und Contra-Liste werden etliche Punkte doppelt vorkommen, da die Entwicklung stark abhängig sein wird, in welche Richtung und mit welcher Stärke sich die Fakten entwickeln.
Was spricht für steigende Kurse?

  • Gewinnerwartungen bleiben hoch (v. a. USA): Strategen rechnen damit, dass ein weiterer Aufwärtszyklus vor allem dann klappt, wenn Gewinne 2026 deutlich wachsen (in den USA wurden für den S&P 500 teils >15% Gewinnwachstum diskutiert).
  • KI-Investitionen als Nachfrage- und Produktivitätstreiber: Viele Ausblicke nennen anhaltende AI/Capex-Ausgaben als zentralen Kurstreiber (besonders für Nasdaq/Tech, aber zunehmend auch „Old Economy“ als AI-Nutzer).
  • Zinsen: Rückenwind, wenn (FED/EZB) locker bleiben: Ein Szenario mit weiteren (oder zumindest nicht steigenden) Leitzinsen stützt Bewertungsniveaus und Finanzierung. Einige Häuser erwarten weiter sinkende FED-Zinsen bis Ende 2026.
  • Europa/Deutschland: Fiskalimpulse & Aufholpotenzial: Für Europa werden fiskalische Impulse (u. a. Infrastruktur/Defense) als Argumente für weitere Kursgewinne genannt.
  • Das Wachstum könnte breiter verteilt werden, z.B. in den USA nicht nur von den Tech-Giganten kommen..

Was spricht für sinkende Kurse?

  • Sorgen über KI-Bubble. Wenn KI-Investitionen nicht schnell genug Rendite liefern oder Erwartungen zu hoch sind, drohen Rückschläge. Zudem mißfallen die Kreislaufgeschäfte der großen KI-Player.
  • Anleihenrenditen könnten wieder steigen (statt fallen), sofern die Inflation wieder ansteigt. Die hohen Staatsverschuldungen und die Zollpolitik der USA (bezogen auf US-Inflation) nähren diese Befürchtung.
  • Handelspolitik/Zölle & geopolitische Schocks: Neue Zollrunden oder eskalierende Handelskonflikte gelten als klarer Belastungsfaktor.
  • Konjunktur-/Rezessonsrisiko bleibt real: Manche Research-Häuser beziffern die Rezessionswahrscheinlichkeit 2026 spürbar
  • Statt sicherer wird die Lage auf diesem Planeten eher immer unsicherer. Je nach Art der Eskalation könnten die Folgen beträchtlich sein.
  • Die Bewertungen bewegen sich inzwischen in einem Rahmen, in dem Enttäuschungen bei den Unternehmenszahlen zu deutlich Kursabschlägen führen könnten.

Was bedeutet das meiner Meinung nach für 2026?
Vorab: Müsste ich mein Geld mit DAX&Co-Prognosen verdienen, würde ich wahrscheinlich verhungern, möglicherweise taugt meine Ansicht ja als Kontraindikator.
Die Bewertung der heimischen Aktien scheint sich im Fair-Value-Bereich zu bewegen, aber von jenseits des Atlantiks rechne ich mit Störfeuer. Und der US-Markt hat schon immer den Kurs bestimmt.
Eine Korrektur von zwischenzeitlich bis zu 20 Prozent würde mich deshalb nicht überraschen. Bis Jahresende würde ich den DAX zwischen 5 und 10 Prozent tiefer sehen.
Ich hoffe sehr, dass ich einmal mehr daneben liege.

Egal, was an den Börsen so läuft, wünsche ich Ihnen und Ihren Nächsten ein Jahr mit dem höchsten Gute, der Gesundheit. Sollte dazu noch ein Zubrot aus Ihrem Portfolio dazukommen, so würde es das Jahr abrunden.

Veränderungen bei den virtuellen Depots 2026

Auch für 2026 sind Änderungen bei den virtuellen Depots vorgesehen. Zwei interessante Strategien, die ich in separaten Beiträgen besprochen habe (<Low-1 und Low-2 Dividendenstrategien: Wie passt das zusammen?> ,sowie <Backtest Trendfolgestrategie mit dem S&P500>), sollen neu aufgenommen werden. Um die Anzahl nicht zu sehr aufzublähen, werden wir uns von einer Strategie trennen.

  • Modifiziertes Low-1 Depot: Die abgeänderte Form der Low-1 Strategie hat in der Vergangenheit ausgesprochen gut abgeschnitten. War das reiner Zufall, schließlich ist die Volatilität bei nur einem Depotwert sehr hoch? Wir wollen dem auf den Grund gehen, indem wir die Strategie mit einem neuen virtuellen Depot weiter verfolgen.
  • Trendfolge S&P 500 Depot: Auch die Backtests zu dieser Strategie waren sehr vielversprechend. Da das Depot breiter gefächert ist, sind die Ergebnisse aussagekräftiger. Klar kann auch eine erfolgversprechende Strategie erst einmal enttäuschen, aber wir wollen die Beobachtung ja über längere Zeiträume aufrechterhalten.
  • Foolish Four Depot: Bisher wurden 6 Dividendenstrategien geführt. Mit der modifizierten Low-1-Strategie kommt eine weitere dazu. Deshalb wird das Foolish Four Depot nicht mehr weitergeführt, zumal die Performance eher bescheiden war.

Bei Fragen oder Anregungen würde ich mich über einen Kommentar freuen.

Low-1 und Low-2 Dividendenstrategien: Wie passt das zusammen?

Ich weiß nicht, wie oft Sie einen Blick auf die Rangliste der virtuellen Depots werfen. Bei mir ist es ja Teil der wöchentlichen Aufgaben. Dabei fällt mir schon seit Jahren die unterschiedliche Entwicklung zwischen dem Low-1 und dem Low-2 Depot auf.

Im Zeitraum zwischen dem Jahresbeginn 2014 und dem 19.12.2025 hat sich der Wert des Low-2 Depots mehr als verdoppelt, während beim Low-1 Depot weniger als die Hälfte der Anfangsinvestition zu Buche steht.
Konkret sieht das wie folgt aus:

Okay, ein virtuelles Depot schneidet sehr schlecht ab, das andere ganz ordentlich. Wo ist die Auffälligkeit?
Laut Definition umfasst das Low-2-Depot die Aktie des Low-1-Depots; dazu wird eine weitere Aktie aufgenommen. Wenn die Aktie aus dem Low-1 Depot in den Jahren enttäuscht hat, muss doch die zweite Aktie aus dem Low-2 Depot sehr gut performt haben.Das führt zur Idee, eine modifizierte Low-1 Strategie aufzustellen, in der wir mit der zweiten Position der Low-2 Strategie investiert sind.
Die Rückrechnung sieht wie folgt aus:

Es war ja zu erwarten, dass das Resultat bei den Vorgaben gut sein würde. Dass sich der Depotwert aber fast versiebenfachen und damit die Trendfolgestrategie als Top-Performer übertreffen würde, kam überraschend.

Eine genauere Begutachtung der modifizierten Strategie scheint daher die Mühe wert zu sein.
Vergleichen wir dazu erst einmal die jährliche Rendite der Standard- und der modifizierten Low-1-Strategie. Die prozentualen Kursveränderungen sind inklusive Dividende.

Drei Punkte fallen sofort ins Auge:

  • In dem Untersuchungszeitraum von 12 Jahren muss die Standard-Strategie 5-mal negative Renditen verbuchen gegenüber drei Jahren bei der modifizierten Strategie.
  • Weitaus drastischer ist aber die Höhe der Verluste. Dreimal liegt der Verlust der Low-1 über 25%, in der Spitze sogar bei fast 43%, während bei der modifizierten Variante der maximale Verlust bei rund 12,5% liegt.
  • Neben den geringeren Verlusten fällt hier auch der exorbitante Gewinn von fast 150% aus dem Jahr 2017 auf.

Das ist ja alles sehr schön, erklärt aber nicht, welcher Hintergrund für die große Diskrepanz verantwortlich ist. Mein erster Gedanke war, dass beim Standard-Modell die Ursache für die Aufnahme ins Depot in erster Linie dem gesunkenen Kurs aus dem Vorjahr geschuldet war. Bei gleichbleibender Dividende führt ein tieferer Kurs zu einer höheren Dividendenrendite.
Also habe ich die Kursentwicklung des Vorjahres mit in die Tabelle aufgenommen. Zu beachten ist, dass die rechte Spalte die reine Kursentwicklung ohne Dividende ausgibt. Bei den Renditen der Strategien ist die Dividende berücksichtigt:

Leider lässt sich diese These anhand der Daten nicht bestätigen. Im Gegenteil war die Performance in Summe besser, wenn das Vorjahr mit Kursverlusten beendet wurde.
Die einzige größere Ausnahme war Bayer im Jahr 2024. Hier stand im Vorjahr ein Minus von über 30% zu Buche, woraufhin der größte Verlust des gesamten Zeitraums auftrat.
Dabei ist zu beachten, dass hier Sondereffekte eine Rolle spielten. Zum einen belasteten die Glyphosat-Klagen  nach der Übernahme von Monsanto. In Folge mussten Rückstellungen gebildet werden und die Dividende von 2,40 € aus dem Vorjahr auf 0,11 € reduziert werden. Zu Jahresbeginn waren Analysten und Finanzwebseiten noch von einer höheren Dividende ausgegangen. 
Diesen Fall hatten wir auch 2016 bei RWE. Hier wurde die Zinszahlung komplett eingestellt.

Fazit

Mit einer Erklärung für die großen Unterschiede zwischen der Standard und der modifizierten Low-1 Strategie kann ich leider nicht dienen.
Für einen puren Zufall scheint mir das Missverhältnis einfach zu groß zu sein, wenn auch bei jeweils einem Einzeltitel die mögliche Volatilität deutlich höher ist, als bei einem breit gefächertem Portfolio.
Also wie soll es weitergehen? Ab 2026 wird das modifizierte Low-1 Depot in die Reihe der virtuellen Depots mit aufgenommen, um die weitere Entwicklung zu beobachten. Mehr kann ich zum jetztigen Zeitpunkt nicht anbieten:
Falls ein Leser Erklärungen zu dem Phänomen bieten kann, würde ich mich über einen Kommentar freuen.

Disclaimer: Bitte keine Käufe nur aufgrund dieses Artikels vornehmen. Und: Für viele Anleger dürfte es ein alter Hut sein, aber diversifiziert euer Portfolio. Der Kauf nur eines oder sehr weniger Werte ist eher als Zockerei denn als Investition zu betrachten.

Rückblick auf die Kursentwicklung bei Silber&Co

Zu Beginn des Jahres stand eine Untersuchung zum Edel- / Industriemetall Silber, sowie die dazugehörigen Investitionsmöglichkeiten, auf der Tagesordnung.

Nach rund einem halben Jahr werfen wir einen Blick auf die Performance des Silberpreises und der damals vorgestellten Wertpapiere. Da die Artikel zu den Investments über mehrere Wochen erschienen, der Vergleich aber für denselben Zeitraum erfolgen soll, dient der 03. März 2025 für alle als gemeinsamer Startpunkt. Er liegt in einer Phase ohne extreme Kursausschläge.
Die aktuellen Kurse stammen vom 05. September 2025.

Nachfolgend sind die Ergebnisse in Tabellenform aufgeführt.

Position WKN Kaufdatum Kaufkurs akt. Kurs Performance
Rohstoffe          
Silber (US$) 965310 03.03.25 $31,60 $41,01 29,78%
Silber (€) 965310 03.03.25 30,20 € 34,98 € 15,83%
Silber ETCs          
Invesco Physical Silver ETC A1KX35 03.03.25 28,87 € 33,29 € 15,32%
iShares Physical Silver ETC A1KWPR 03.03.25 28,72 € 33,32 € 16,00%
Wisdom Tree Core Physical Silver A4AE1X 03.03.25 30,22 € 34,83 € 15,27%
Wisdom Tree Physical Silver ETC A0N6XJ 03.03.25 27,71 € 31,89 € 15,09%
Wisdom Tree Silver A0KRK2 03.03.25 25,74 € 29,18 € 13,37%
Xtrackers Physical Silver ETC A1E0HS 03.03.25 284,20 € 327,34 € 15,18%
Xtrackers IE Physical Silver ETC A2T0VS 03.03.25 43,38 € 50,01 € 15,27%
Xtrackers IE Physical Silver Euro Hedged ETC A2UDH5 03.03.25 35,60 € 45,42 € 27,58%
Xtrackers Physical Silver Euro Hedged ETC A1EK0J 03.03.25 172,08 € 218,34 € 26,88%
Silberminenaktien-ETFs          
Global X Silver Miners UCITS ETF A3DC8R 03.03.25 15,37 € 24,51 € 59,43%
iShares MSCI Global Silver and Metals Miners ETF A1JTVJ 03.03.25 12,51 € 19,91 € 59,14%
Silberminenaktien          
Coeur Mining A0RNL2 03.03.25 5,07 € 12,36 € 143,88%
Endeavour Silver A0DJ0N 03.03.25 3,44 € 5,08 € 47,70%
First Majestic Silver A0LHKJ 03.03.25 5,11 € 7,80 € 52,60%
Fresnillo A0MVZE 03.03.25 9,23 € 24,80 € 168,69%
Hochschild Mining A0LC38 03.03.25 2,20 € 3,83 € 74,09%
MAG Silver 460241 03.03.25 14,09 € 21,22 € 50,60%
Silvercorps Metals A0EAS0 03.03.25 3,36 € 4,28 € 27,11%

In dem Zeitraum von rund sechs Monaten verteuerte sich der Silberpreis um knapp 30%, allerdings auf US-Dollar Basis wie es üblicherweise auch gehandelt wird. Durch die Schwäche des Dollars bleibt für und Euro-Anleger nur noch ein Plus von rund 15,8%.
In dem Rahmen (13,4% bis 16,0%) bewegten sich auch die vorgestellten Silber ETCs. Logische Ausnahme bildeten die beiden ETCs mit Währungsabsicherung mit einem Zuwachs von um die 27%. Dabei sollte nicht vergessen werden, dass die Absicherung – wie jede  Versicherung – Geld kostet. Deshalb sollte diese Variante nur von Anlegern eingesetzt werden, die fest von einer Fortsetzung der Dollar-Schwäche ausgehen.

Deutlich besser war die Rendite bei den beiden Silberminenaktien-ETFs mit einem Plus von über 59%. Hintergrund ist, dass sich bei Silberminenaktien ein Hebel auf den Silberpreis ausprägen kann.
„Kann“, weil selbstverständlich andere Einflussfaktoren wie Energiepreise, regulatorische Vorgaben neben sinkenden Produktionszahlen die Kurse belasten können.

Wenn die ETFs besser performen als der Silberpreis, ist es nicht überraschend, dass auch die Einzelpositionen der Silberminenaktien überzeugten. Dabei können die Aktien grob in drei Gruppen eingeteilt werden:

  • Enttäuschend war Silvercorps Metals mit einem Plus von knapp über 27%. Hier belastete die Verfehlung der Umsatzerwartungen den Kurs.
  • Endeavour Silver, MAG Silver, First Majestic Silver und Hochschild Mining bewegten sich in etwa im Rahmen der ETFs, wobei letzterer Titel mit einem Zuwachs von über 74% etwas heraussticht.
  • In eigenen Sphären bewegten sich Fresnillo und Coeur Mining mit einer Kursperformance von 168,7% respektive 143,9%.

Und wie geht es weiter? – Das ist natürlich die Preisfrage. Aber die grundlegenden Annahmen haben weiter Gültigkeit, und so gehen viele Experten von weiter steigenden Silberpreisen aus.
Allerdings muss bei Silber immer mit einbezogen werden, dass es auch ein Industriemetall ist. Damit dürfte der Silberpreis bei wirtschaftlichen Flauten belastet werden.
Wie so oft sind kurzfristige Vorhersagen wenig aussagekräftig. Auf längere Sicht sind die Thesen weiter in Kraft und sollten sich positiv auf den Silberpreis auswirken.
Dabei handelt es sich um meine persönliche Meinung. Bitte führen Sie Ihre eigene Recherche durch, bevor Sie Investitionsentscheidungen treffen.

In diesem Zusammenhang möchte ich auch nochmals auf den Beitrag <Buchrezension „Reich mit Rohstoffen“> verweisen. Bei Interesse nachfolgend der Affiliate Link zum Buch (es fallen nur Versandkosten an).

Weitere Backtests zur Trendfolgestrategie

Nach dem Backtest der Trendfolgestrategie zum S&P 500 möchte ich mit diesem Artikel noch ein paar weitere Untersuchungen zu dieser Momentum-Strategie vorstellen.
Aufgrund der einfach verfügbaren Daten werden wieder deutsche Aktien im Mittelpunkt stehen. In erster Linie soll die Frage geklärt werden, ob ein Zusammenhang mit der Größe der Unternehmen und der Performance besteht, oder ob die Vorgehensweise bei Large Caps und bei Small Caps zu den gleichen Resultaten führen.

Untersucht wurde die Trendfolgestrategie mit DAX-, MDAX-, SDAX-Aktien und Small Caps. Die Small Caps beinhalten alle Aktien, die nicht in den drei erstgenannten Indizes vertreten sind.

Noch eine kurze Anmerkung: Die Performance beim DAX unterscheidet sich minimal bei der Rendite gegenüber dem virtuellen Depot. Hintergrund ist, dass der Zeitpunkt der Reinvestition von Dividendeneinkünften zu einem unterschiedlichen Zeitpunkt erfolgt. Aber wie erwähnt, der Unterschied ist nicht relevant.

Übersicht der Ergebnisse

Nachfolgend wird in tabellarischer Form die Performance der vier erwähnten Überprüfungen, sowie die Performance der Vergleichsindizes. Bei den Nebenwerten wurde als Vergleichsindizes der MSCI Germany Small Caps Index herangezogen.

Name Startwert 21.02.2014 Endwert 30.12.2024 Gesamt-performance Performance pro Jahr
         
DAX Trendfolgestrategie 100.000,00 € 349.230,23 € 249,23% 12,04%
DAX 9665,08 19909,14 105,99% 6,79%
         
MDAX Trendfolgestrategie 100.000,00 € 463.993,60 € 363,99% 14,97%
MDAX 16805,20 25589,06 52,27% 3,90%
         
SDAX Trendfolgestrategie 100.000,00 € 266.989,38 € 166,99% 9,34%
SDAX 7215,57 13711,33 90,02% 6,01%
         
Small Caps Trendfolgestrategie 100.000,00 € 211.445,35 € 111,45% 7,04%
MSCI Germany Small Caps 357,72 527,90 47,57% 3,60%

Zwei Punkte fallen beim Gesamtergebnis ins Auge:

  1. Alle Trendfolgestrategien generieren mehr Rendite als die entsprechenden Vergleichsindizes.
  2. Es ist ein Renditeabfall von den Strategien mit hoher Marktkapitalisierung hin zu denen mit kleiner Marktkapitalisierung zu beobachten. Eine Abweichung ist nur beim MDAX in Bezug auf den DAX zu erwähnen. Auf diese Thematik kommen wir später noch zurück.

Werfen wir zuvor einen Blick auf die jährliche Performance der einzelnen Strategien:

Auffällig ist, dass die Ausschläge bei der SDAX- und der Small Caps-Strategie deutlich ausgeprägter sind als bei DAX und MDAX. Das gilt sowohl für die Ober- als auch auf die Unterseite.
Wie anhand des Gesamtergebnisses oben zu sehen ist, können die starken Jahre, die Minderperformance der schwächeren Jahre nicht kompensieren. Insgesamt liefern die beiden Methoden mit den kleineren Werten im Überprüfungszeitraum 4-mal eine negative Rendite ab. Bei DAX und MDAX waren es nur zwei Jahre mit Verlusten.

Zum Abschluss wollen wir nochmals auf die Abweichung unserer Erkenntnisse bei DAX und MDAX zurückkommen.
Bereits die alten Römer wussten, „Wiederholungen gefallen nicht“. Dennoch muss ich auf den Fakt der geringen Datenmenge bei einem Zeitraum von elf Jahren nochmals aufgreifen, wie er schon bei vielen Überprüfungen zur Sprache kam. Hier haben wir jetzt ein schönes Beispiel, was damit gemeint ist.

Wir haben mit 2020 ein Jahr, das beim Blick auf die Kursentwicklung eine Besonderheit aufweist:

Bekanntlich war 2020 da Corona-Jahr, das wohl jeder mit speziellen, persönlichen Erfahrungen verbindet. Börsentechnisch fiel der DAX in nur einem Monat um über 40%, um dann kontinuierlich wieder anzusteigen. Historisch in diesem Ausmaß eine einzigartige, V-förmige Bewegung.
Das war die Zeit der Unternehmen wie Zalando, HelloFresh und Delivery Hero, die in der Krise ihre Umsätze extrem steigern konnten, was sich entsprechend in den Kursen niederschlug.
Alle drei Werte waren in diesem Jahr im MDAX gelistet. Zalando und Delivery Hero waren im Trendfolgedepot des MDAX vertreten und verteuerten sich in diesem Jahr um rund 102%, bzw. 80% und befeuerten damit die Performance der Strategie. Ohne diese Überrendite dieses Jahres wäre das Ergebnis im Bereich des DAX-Trendfolgeportfolios.

Wer jetzt denkt, „Es kommt doch immer wieder zu irgendwelchen Sondersituationen“, hat vollkommen recht. Aber bei Rückrechnungen über lange Zeiträume verschmieren einzelne Jahre, d.h. die Gewichtung ist nicht so hoch.
Bei einem Zeitraum von elf Jahren ist das aber noch nicht der Fall.

Wenn aber bei jeder Auswertung die Trendfolgestrategie besser abschneidet als der jeweilige Vergleichsindex, so ist das auch bei einem kürzeren Auswertezeitraum ein Statement.

Backtest Trendfolgestrategie mit dem S&P500

Nach einem Ausflug in die Welt der Rohstoffe – speziell Silber -, wollen wir mal wieder „back to the roots“, also zum Thema Aktienstrategien zurückkehren.
In der Rangliste der virtuell geführten Depots weist die Trendfolgestrategie bezogen auf DAX-Werte mit Abstand die beste Performance auf.
Jetzt wäre es doch interessant zu überprüfen, ob die Strategie auch bei anderen Indizes funktioniert. Dabei ist mir als erstes der S&P 500 in den Sinn gekommen, der doch im Fokus der allermeisten Anleger liegen dürfte.

Mir wurde schon oft die Frage gestellt, warum ich die Strategien in den virtuellen Depots nur mit deutschen Aktien, bzw. mit in Deutschland gelisteten Aktien umsetze. Der Grund ist ganz einfach: Hier stehen mir Datenreihen zur Verfügung, die ich nutzen kann. Von US-Aktien habe ich die Daten nicht, zumindest nicht in der Form, in der ich die gewünschten Informationen gebündelt erhalte. Dafür wären Dienste notwendig, die 4-stellige monatliche Kosten erfordern würden. Zuviel für einen Hobby-Blogger ohne Millionen-Euro-Depot.

Aber heute gibt es ja die künstliche Intelligenz, also alles kein Problem – dachte ich. So habe ich an Chat GPT, Gemini, Microsoft Copilot, Perplexity und Deep Seek die Ausgabe der 20 Top-Performer des S&P 500 für die Jahre 2013 bis 2023 (einzelne Abfragen) angefordert.
Was soll ich sagen, es gab für kein Jahr eine Übereinstimmung. Oftmals auch nicht mal bei nur zwei der Chat Bots. Häufig wurden Aktien aufgeführt, die zu dem entsprechenden Jahr nicht dem S&P 500 angehörten und vieles mehr. So waren viele manuelle Überprüfungen notwendig.
Was ich damit sagen will ist folgendes: Trotz sorgfältiger Recherche kann ich nicht komplett für die vollständige Korrektheit bürgen. Aber selbst wenn sich kleinere Fehler eingeschlichen haben sollten, dürfte die Relevanz der Resultate tendenziell bestehen bleiben. 

Die Vorgaben des Backtests

Im Großen und Ganzen wurden die Vorgaben der Trendfolgestrategie mit den Aktien aus dem DAX übernommen. Der Zeitraum der Auswertung beträgt 11 Jahre von 2014 bis 2024. Während beim virtuellen Depot der Startzeitpunkt der 21.02.2014 war, wurde beim S&P 500 bereits am 02.01.2014 begonnen.

Unterschiedlich ist auch die Anzahl der Einzelaktien. Während bei der DAX-Trendfolge lediglich fünf Aktien pro Jahr aufgenommen werden, sind es beim S&P 500 Backtest deren zehn. Schließlich stehen den 40 Werten im DAX auch stolze 500 in dem US-Index gegenüber. So hätten es beim S&P 500 auch gerne mehr Einzeltitel sein dürfen, aber zum einen hätte es den Aufwand immens erhöht, zum anderen lassen sich zehn Aktien beim Einsatz der Strategie für einen Privatanleger leichter umsetzen.
Wie durch die Strategie definiert, handelt es sich um die zehn Aktien, die jeweils im Vorjahr die höchste Kursperformance aufwiesen.

Die Performance der Strategie

Nachfolgend ist die Tabelle mit der Performance der Strategie im Vergleich mit dem S&P 500, dem DAX und dem MSCI World.

Name Startwert 02.01.2014 Endwert 30.12.2024 Gesamt-performance Performance pro Jahr
         
S&P500 Trendfolgestrategie 100.000,00 € 1.227.496,89 € 1127,50% 25,60%
S&P500 1837,99 5906,74 221,37% 11,20%
DAX 9598,25 19909,14 107,42% 6,86%
MSCI-World Index 1645,22 3707,84 125,37% 7,67%

Hat der S&P 500 mit einem jährlichem Kurswachstum von 11,2% schon sehr gut abgeschnitten, so hat die Trendfolgestrategie mit dem S&P 500 diese Marge nicht nur geschlagen, sondern mit einer durchschnittlichen, jährlichen Rendite von 25,6% nahezu pulverisiert.
In nur elf Jahren wäre mit dieser Strategie aus 100.000€ mehr als 1,2 Millionen Euro geworden.
Der Vergleich mit Trendfolgestrategien einiger anderer Indizes folgt in einem separaten Beitrag.

Jährliche Rendite der Strategie im Vergleich zum S&P 500

In den elf Jahren des Backtests konnte die Strategie in neun Jahren den S&P 500 schlagen. Im Jahr 2017 war die Strategie nur leicht hinter dem Index. Große Ausnahme aber war das Jahr 2023. Die Aktien für dieses Jahr waren ja die Top-Performer von 2022. War da nicht was?
Genau, der Einfall Russlands in die Ukraine startete in diesem Jahr. Als Folge stiegen die Energiepreise stark an und bescherten den Aktien dieses Sektors hohe Gewinne, was sich logischerweise auch in den Kursen niederschlug. Mit Occidential Petroleum, Constellation Energy, Hess Corp., Exxon Mobil, Marathon Petroleum, Schlumberger, APA Corp., Valero Energy, Halliburton und First Solar waren sämtliche Einzelwerte 2023 diesem Sektor zuzuordnen. Die Klumpenbildung in Verbindung mit Normalisierung der Versorgungslage war dann die Ursache für den Ausreisser nach unten bei der Wertentwicklung. 

Nun ist es ein offenes Geheimnis, dass die Trendfolgestrategien in Bullenmärkten erfolgreicher sind. Waren die untersuchten elf Jahre einfach sehr gute Jahre für die Börsen, speziell für den S&P 500. 
Werfen wir einen Blick auf die jährliche Rendite des S&P 500 seit 1980:

Mit Ausnahme der Jahre 2000 bis 2008 mit dem Platzen der Dotcom-Blase und der Finanzkrise lagen die jährlichen Renditen des S&P 500 im Untersuchungszeitraum durchaus im Bereich der anderen Phasen.

Die letzte Grafik, die ich in diesem Artikel vorstellen möchte, bezieht sich auf die Rendite der Einzelwerte im Jahr des Investitionszeitraumes bezogen auf die Rendite des Vorjahres.
Damit soll überprüft werden, ob Aktien, die im Vorjahr sehr gut abgeschnitten haben, auch im Folgejahr performen, oder ob diese Titel dann eher unter Druck geraten.

Die Anzahl der Wertpapiere, die im Vorjahr extrem stark gestiegen sind, und die, die im Investitionsjahr extrem starke Renditen generierten, sind sehr klein. Damit lassen sich keine statistisch relevanten Aussagen treffen.
Der Bereich, in dem viele Datenpunkte vorhanden sind, erscheint mehr oder weniger zufallsverteilt, so dass auch hier keine eindeutigen Zusammenhänge erkennbar sind.

Anmerkungen und Resümee

Vorab eine Aussage, die der regelmäßige Leser schon des Öfteren vernommen hat: Ein Untersuchungszeitraum von elf Jahren ist relativ kurz und lässt Spielraum für statistische Abweichungen.
Dennoch kann eine durchschnittliche, jährliche Rendite von 25,6% nur als Top-Resultat gewertet werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Ergebnis nur dem Zufall geschuldet ist, ist doch sehr gering. Klar kann die annualisierte Rendite über einen längeren Zeitraum geringer ausfallen, aber von einer Überrendite gegenüber dem Index darf ausgegangen werden.

Allerdings muss auch erwähnt werden, dass ein Teil der Rendite Währungsgewinnen geschuldet ist. Zu Beginn der Auswertung lag der Euro/Dollar-Kurs bei rund 1,37 und Ende 2024 bei rund 1,03. Da wir uns im Euroraum befinden, wurde die Auswertung auch auf Euro-Basis durchgeführt, wodurch die Währungsgewinne zum Tragen kamen. Den umgekehrten Effekt mussten Euro-Anleger mit US-Titeln in diesem Jahr (2025) erfahren. Nach dem Anstieg auf rund 1,17 haben US-Aktien teilweise negative Renditen in Euro erwirtschaftet, obwohl sie auf Dollar-Basis gestiegen sind.
Nichtsdestotrotz ist auch ohne Währungsgewinne eine deutliche Überrendite gegenüber dem S&P 500 gegeben.

Bitte beachten Sie, dass dies keine Anlagenberatung ist. Sie sind für Ihre Anlagenentscheidung selbst verantwortlich. Niemand kann die  Zukunft vorhersagen, und möglicherweise fährt die Strategie nun drei Jahre in Folge Verluste ein, wenn das auch nicht die wahrscheinlichste Variante ist.

Aktienanalyse Silvercorps Metals

Silvercorp Metals ist ein kanadisches Bergbauunternehmen, das sich auf die Förderung von Silber mit den Nebenprodukten Gold Blei und Zink spezialisiert hat. Das Unternehmen betreibt derzeit zwei Minen in China:

– Ying Mining (Henan Provinz)
– GC Mine (Guangdong Provinz)

Dazu kommen noch Entwicklungs- und Exploarationsprojekte. Auf die einzelnen Projekte werden wir im weiteren Verlauf noch detaillierter eingehen.

Das Unternehmen zählt zu den mittelgroßen Edelmetallproduzenten.

Disclaimer: Selbstverständlich handelt es sich hierbei nicht um eine Anlagenberatung. Der Beitrag gibt lediglich meine persönliche Meinung wieder und soll weder eine Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf noch zum Verkauf darstellen.
Trotz sorgfältiger Analyse kann ich auch für die Korrektheit der Daten keine Garantie geben.
Der Autor ist zum Zeitpunkt der Erstellung des Beitrages nicht in die Aktie investiert.

Kursverlauf

Xetra Schlusskurse auf Wochenbasis Stand 30.05.2025

Die Kursentwicklung ist seit drei Jahren eher seitwärts gerichtet. Der Kurs liegt zurzeit mit der 200-Wochen und der 200-Tage-Linie (40-Wochen-Linie).
Charttechnisch ist die Aktie eine Halteposition.

Historisches und erwartetes Wachstum

Quelle: Eulerpool

Umsatzwachstum p.a. 3J hist.

3,86%

Umsatzwachstum 1J hist.

3,41%

Umsatzwachstum 1J e

38,90%

Umsatzwachstum p.a. 3J e

21,10%

Im Bezug zum Umsatzwachstum zeigt Silvercorp Metals historisch ein kleines nach vorne gerichtet ein deutliches Umsatzwachstum.

Quelle: Eulerpool

Gewinnwachstum p.a. 3J hist.

-7,85%

Gewinnwachstum 1J hist.

76,26%

Gewinnwachstum 1J e

60,26%

Gewinnwachstum p.a. 3J e

43,04%

Das Unternehmen konnte in den letzten Jahren durchgehend Gewinne erwirtschaften.  Ab 2024 werden hohe Gewinnsteigerungen für die kommenden Jahren erwartet.

Werfen wir noch einen Blick auf das Free Cashflow Wachstum. Hier liegen nur historische Daten vor. Waren die Werte in den Vorjahren negativ, so wird aktuell von einem positiven Free Cashflow ausgegangen.

Free Cashflow Wachstum p.a. 3J hist.

-8,21%

Free Cashflow Wachstum 1J hist.

11,29%

Was die Wachstumskennzahlen betrifft, erscheint Silvercorp Metals interessant. Aber bitte halten Sie sich immer vor Augen, dass ein Teil der Daten auf Schätzungen beruht, die mit entsprechender Unsicherheit behaftet sind.

Profitabilitätskennzahlen

Im folgenden werden einige Profitabilitätskennzahlen vorgestellt. Bruttomarge, EBIT-Marge und Nettogewinnmarge nehmen Bezug auf den Umsatz, während der ROCE als Marge im Verhältnis zum eingesetzten Kapital zu sehen ist.
Die Daten beziehen sich auf die Schätzungen für das Jahr 2025 und wurden von Eulerpool entnommen.

Kennzahl

Wert 2025e

Bruttomarge

46,64%

EBIT-Marge

34,55%

Nettogewinnmarge

19,47%

ROCE (Return on Capital Employed)

9,72%

Alle Margen bewegen sich in einem guten bis sehr guten Bereich. 

Bewertungskennzahlen

Die Daten zum KGV und KUV stammen von Eulerpool, Unternehmenswert zu EBITDA (EV / EBITDA) wurde von Tradingview entnommen.

Kennzahl

KGV 2025e

13,67

KUV 2025e

2,66

EV / EBITDA

5,41

Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis und Kurs-Umsatz-Verhältnis sind in einem akzeptablen Bereich. Der Unternehmenswert zum EBITDA ist als günstig zu betrachten.Voraussetzung ist selbstverständlich, dass der geschätzte Gewinn und Umsatz auf größenordnungsmäßig erreicht werden.

Finanzielle Stabilität

Der Piotroski F-Score ist von Gurufocus entnommen, alle anderen Werte sind aus den Werten der Bilanz (Silvercorp Metals Website) berechnet.

Kennzahl

Wert 2024

Eigenkapitalquote

73,17%

Zinsdeckungsgrad

28,69

Quick Ratio (Liquidität 2.Grades)

4,77

Piotroski F-Score

8 / 9

Alle Kennzahlen geben keinerlei Anlass zur Sorge. 

Analysteneinschätzungen und fairer Wert

Analysteneinschätzungen und die Kursziele der Analysten stammen von Yahoo.finance.com, der faire Wert wurde Eulerpool entnommen.

Analystenempfehlung

Anzahl

Kaufen

4

Halten

0

Verkaufen

0

Vier Analysten covern Silvercorp Metals. Alle sprechen eine Kaufempfehlung aus.

Thematik

Kursziel USD

Kurspotential

Höchstes Kursziel Analysten

6,25

60,67%

Mittleres Kursziel Analysten

5,43

39,59%

Tiefstes Kursziel Analysten

5,05

29,82%

Fair Value Gewinn

4,71

21,08%

Alle Kursziele der Analysten, sowie der aus dem Gewinn errechnete „Fair Value“ liegen über dem aktuellen Kurs von $3,89 (Stand: 30.05.2025).

Vorwort zu Minen-Projekten

Minenprojekte werden in der Regel in drei Oberkategorien eingeteilt:

  • Produzierende Minen
    Beschreibt eine Mine, die in Betrieb ist und Umsätze generiert. Entsprechend haben diese Projekte die größte Werthaltigkeit und den geringsten Risikolevel.
  • Entwicklungsprojekte (Development Stage)
    In dieser Stufe sind Ressourcen und Reserven nachgewiesen, Vorstudien und Machbarkeitsstudien liegen vor, Genehmigungsverfahren laufen oder sind abgeschlossen. Es wird noch nicht gefördert, aber die Abbauplanung steht.
    In dieser Phase haben die Projekte eine mittlere Werthaltigkeit und ein mittleres Risikolevel.
  • Explorationsprojekte (Exploration Stage)
    Hier erfolgt nur die Suche nach Rohstoffen. Somit ist das Risiko eines Fehlschlages sehr hoch, aber es besteht auch großes Potential im Erfolgsfall (Entdecker-Prämie).

Daneben ist die Menge der vorliegenden Rohstoffe von zentraler Bedeutung. Hier erfolgt folgende Einteilung:

  • Reserven (Reserves)
    Reserven sind Rohstoffvorkommen, die nicht nur nachgewiesen, sondern auch wirtschaftlich abbaubar sind. Sie sind also nachgewiesen, technisch und wirtschaftlich gewinnbar und die Genehmigungen liegen vor, bzw. sind realistisch erhältlich. Dabei gibt es noch folgende Unterteilung:
    Proven (Measured) Reserves: Hochgradig gesichert (über 90% Zuverlässigkeit).
    Probable (Indicated) Reserves: Etwas weniger genau, aber noch mit hoher Sicherheit (ca. 50–90%).
  • Angezeigte Ressourcen (Indicates Resources)
    Rohstoffvorkommen, die durch Exploration gut belegt sind, aber noch nicht als wirtschaftlich abbaubar eingestuft werden. Es besteht das Potential für die Umwandlung in Reserven, falls weitere Untersuchungen oder steigende Rohstoffpreise dies rechtfertigen.
  • Vermutete Ressourcen (Inferred Resources)
    Rohstoffvorkommen, die auf begrenzten Daten (z. B. wenige Bohrungen) basieren und nur grob geschätzt sind. D.h. die Zuverlässigkeit der Aussagen liegt bei unter 50%. Es gibt keine Garantie für Wirtschaftlichkeit oder Abbaufähigkeit.

Bei den Aktienanalysen werden wir uns bei produzierenden Minen und Entwicklungsprojekten nur auf die Reserven und bei Explorationsprojekten nur auf die angezeigten Ressourcen beziehen.

Minen-Projekte von Silvercorp Metals

Silvercorp Metals besitzt zwei produzierende Minen, ein Entwicklungsprojekt und ein Explorationsprojekt, welche nachfolgend kurz beschrieben werden.

Ying Mining

Das Ying Mining Projekt liegt in der Henan Provinz in China und umfasst sieben Minen im Untertagebau und zwei Verarbeitungsanlagen. Gefördert werden in erster Linie Silber, sowie Zink, Blei und Gold. Bezogen auf 2024 würden rund 92% der gesamten Silberproduktion und rund 100% der gesamten Goldproduktion auf die Mine entfallen.
Hier die Produktions- und Reservedaten zu Guanacevi:

Rohstoff

Produktion 2024

Reserve 2024

Produktionsdauer in Jahren

Silber in Moz

5,7

83,0

14,6

Gold in koz

7,3

76,0

10,4

Die Produktionsdauer ist relativ hoch.

Große Aussagekraft haben auch die Produktionskosten. Leider werden nur Preise pro Tonne gefördertes Material angegeben, so dass ein Vergleich zu den anderen Silberminenaktien fast nicht möglich ist, zumal bei jedem Minenprojekt unterschiedliche Daten zugrunde liegen

Rohstoff

Kosten in USD/t

Silber

141,82

Gold

k.A.

GC Mine

Das Gaocheng Projekt liegt in der Guangdong Provinz in China und beinhaltet eine Mine und eine Sulfidflotationsanlage. Letztere dient der effizienten Trennung von feinkörnigen Mineralien zwecks Anreicherung. Gefördert werden Silber, Zink und Blei im Untertagebau. Bezogen auf 2024 würden rund 8% der gesamten Silberproduktion auf die Mine entfallen.
Hier die Produktions- und Reservedaten zu Gaocheng:

Rohstoff

Produktion 2024

Reserve 2024

Produktionsdauer in Jahren

Silber in Moz

0,5

12,9

25,8

Leider werden auch hier nur Preise pro Tonne gefördertes Material angegeben. Die Produktionskosten belaufen sich wie folgt:

Rohstoff

Kosten in USD/t

Gold

85,17

El Domo (Entwicklungsprojekt)

Das El Domo Projekt liegt in Ecuador, rund 150 km nordöstlich der Hafenstadt Guayaquil. Alle wichtigen Genehmigungen liegen bereits vor und der erste Bauauftrag wurde vergeben. Gefördert werden sollen vorrangig Kupfer und Gold, sowie zusätzlich Silber, Zink und Blei im Tage- und Untertagebau.
Hier die Reservedaten zu El Domo:

Rohstoff

Reserve

Silber in Moz

12,1

Gold in koz

651,0

Angaben zu den Produktionskosten liegen in dieser frühen Phase des Projektes noch nicht vor.

Explorationsprojekte

Folgendes Explorationsprojekt hat Silvercorp Metals in der Pipeline:

  • Condor Projekt Zamora-Chinchipe Provinz, Ecuador
    Primäre Rohstoffe sind Gold und Kupfer mit kleineren Mengen an Silber und Molybdän.

Zusammenfassung und Fazit

Bevor wir die vorgestellten Daten und Fakten nochmals beurteilen, möchte ich im Vorfeld noch einige Anmerkungen machen.

  • Die nachfolgende Bewertung beinhaltet subjektive Beurteilungen. Obwohl Kennzahlen wie der KGV einen konkreten Wert liefern, ist die Aussagekraft nicht immer sehr hoch. Ein Unternehmen mit einem KGV von 5, aber mit sinkenden Umsätzen und Gewinnen ist weniger interessant als eines mit einem KGV von 15 und zweistelligen Wachstumsraten.
    Wie bereits erwähnt, bin ich in dem Unternehmen investiert, was unterbewusst Einfluss auf die Bewertung nehmen könnte. Deshalb auch nochmals die Aussage, dass es sich nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen handelt, sondern nur meine persönliche Einschätzung wiedergibt.
  • Einige der Kennzahlen beziehen sich auf zukünftige Geschäftszahlen, stellen also nur Schätzungen dar. Insofern haben die Aussagen auch nur Gültigkeit, wenn die tatsächlichen Zahlen im Bereich der Schätzungen liegen.
  • Minenaktien und speziell die hier vorgestellten Silberminenaktien sind keine Investition in die Ewigkeit. Bei einer Coca-Cola beispielsweise kann ich die Aktien ins Depot legen und zehn Jahre liegen lassen, ohne mich darum zu kümmern (so war es jedenfalls in der Vergangenheit).
    Bei Minenaktien habe ich einen Horizont von einigen Jahren. Solange das „Big picture“ stimmt – hier das Mißverhältnis von Angebot und Nachfrage – und solange die Gründe für den Kauf von Aktien eines speziellen Unternehmens weiterhin gegeben sind, können die Aktien gehalten werden. Das können lediglich zwei bis drei Jahre sein, im Falle eines Superrohstoffzyklus‘ auch mal eine Dekade.

Womit wir nun zu den einzelnen Kategorien kommen:

Wachstum

Sowohl bei Umsatz als auch beim Gewinn werden deutliche Steigerungen erwartet.

Profitabilitätskennzahlen

Alle Profitabilitätskennzahlen liegen in einem guten bis sehr guten Bereich.

Bewertungskennzahlen

Die Bewertungskennzahlen KGV und KUV sind mittelprächtig, lediglich das Verhältnis Unternehmenswert zu EBITDA ist gut.

Finanzielle Stabilität

Über alle Werte hinweg geben die Zahlen kein Anlass zur Besorgnis.

Analysteneinschätzungen und fairer Wert

Die Meinung der Analysten spricht für einen klaren Kauf. Auch der faire Wert liegt deutlich über dem aktuellen Kurs.

Minen-Projekte

Silvercorp Metals hat zwei produzierende Minen, die im Bezug auf die bisherige Fördermengen noch lange abbaufähig sind. Daneben sind die Förderkosten günstig einzustufen. Vor allem Ying Mining ist auch im Bezug zur Fördermenge als hochprofitabel zu bewerten.
Das Entwicklungs- und das Explorationsprojekt sind in einer frühen Phase und können in die Bewertung nicht mit einbezogen werden.

Anzahl Aktien

Auch bei Silvercorp Metals ist die Anzahl der ausgegeben Aktien in den letzten Jahren gestiegen. Aktuell ist aber keine weitere Erhöhung vorgesehen. Da dieser Fakt bereits in den Kursen und Kennzahlen enthalten ist, wird hier keine negative Bewertung vorgenommen.

In diesem Zusammenhang möchte ich auch nochmals auf den Beitrag <Buchrezension „Reich mit Rohstoffen“> verweisen. Bei Interesse nachfolgend der Affiliate Link zum Buch (es fallen nur Versandkosten an).

Aktienanalyse MAG Silver

Im Beitrag <<Die Auswahl von Silberminenaktien>> wurde die Aktie von MAG Silver in die engere Auswahl aufgenommen und sollte analysiert werden.
Doch in der Zwischenzeit hat sich viel getan:

Am 11.05.2025 wurde offiziell die Übernahme der MAG Silver Corp. durch Pan American Silver angekündigt.
Der Wert der Transaktion beträgt etwa 2,1 Milliarden US-Dollar. MAG-Aktionäre erhalten für jede ihrer Aktien 20,54 US-Dollar, basierend auf dem Schlusskurs von Pan American Silver an der NYSE am 9. Mai 2025. Die Gegenleistung besteht aus maximal 500 Millionen US-Dollar in bar und dem Rest in Form von Pan-American-Silver-Aktien, wobei das Umtauschverhältnis bei 0,755 Pan-American-Aktien je MAG-Aktie liegt.

Die Transaktion ist an die Zustimmung von mindestens zwei Dritteln der MAG-Aktionäre gebunden. Zudem steht die Übernahme noch unter Vorbehalt behördlicher Genehmigungen (Kartellrecht etc.).

Pan American ist einer der weltweit größten Silberproduzenten (da der Wert des Silberanteils zum Zeitpunkt der Überprüfung unter 30% lag, wurde die Aktie nicht in die Auswahl aufgenommen.
Mit der Übernahme möchte Pan American Silver sein Portfolio erweitern und seine Marktposition stärken.

Das zentrale Asset von MAG Silver ist eine 44%-Beteiligung am Juanicipio-Silberbergwerk in Mexiko, das von Fresnillo betrieben wird. Die Mine produziert jährlich 6,5 bis 7,3 Millionen Unzen Silber und könnte 2025 rund 200 Millionen US-Dollar Free Cashflow für Pan American Silver beisteuern.
Da das Juanicipio Projekt nur zu etwa 10% erkundet ist, besteht größeres Wachstumspotential.

Kursverlauf

NYSE Schlusskurse auf Tagsbasis Stand 23.05.2025

Zum 09.05.2025 betrug der Schlusskurs $16,92. Bereits an diesem letzten Handelstag vor der Ankündigung stieg der Kurs schon deutlich an (ein Schelm, der Böses dabei denkt).
Am 12.05.2025 betrug der Schlusskurs $17,95, was einem Plus von 6,1% entspricht. Der Höchstkurs lag an diesem Tag aber schon bei $19,17 (+13,3%).
In US-Dollar beträgt der Abstand zum Angebotskurs von $20,54 rund 21,4%.
Auch durch Übernahmen besteht die Chance bei den mittelgroßen Silberminenaktien Gewinne zu erzielen.

In diesem Zusammenhang möchte ich auch nochmals auf den Beitrag <Buchrezension „Reich mit Rohstoffen“> verweisen. Bei Interesse nachfolgend der Affiliate Link zum Buch (es fallen nur Versandkosten an).

Aktienanalyse Hochschild Mining

Hochschild Mining PLC ist ein führender britischer Edelmetallproduzent mit Fokus auf den Abbau von hochwertigen Silber- und Goldlagerstätten in Nord-, Mittel- und Südamerika. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Lima, Peru, und einer weiteren Niederlassung in London ist an der Londoner Börse gelistet.
Das Unternehmen betreibt derzeit dre Minen in Südamerika:

– Inmaculada (Ayacucho, Peru)
– San Jose (Santa Cruz, Argentinien)
– Mara Rosa (Goias, Brasilien)

Dazu kommen noch Entwicklungs- und Exploarationsprojekte. Auf die einzelnen Projekte werden wir im weiteren Verlauf noch detaillierter eingehen.

Das Unternehmen zählt zu den mittelgroßen Edelmetallproduzenten.

Disclaimer: Selbstverständlich handelt es sich hierbei nicht um eine Anlagenberatung. Der Beitrag gibt lediglich meine persönliche Meinung wieder und soll weder eine Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf noch zum Verkauf darstellen.
Trotz sorgfältiger Analyse kann ich auch für die Korrektheit der Daten keine Garantie geben.
Der Autor ist zum Zeitpunkt der Erstellung des Beitrages nicht in die Aktie investiert.

Kursverlauf

Xetra Schlusskurse auf Wochenbasis Stand 16.05.2025

Die Kursentwicklung ist deutlich aufwärts gerichtet und liegt zurzeit über der 200-Wochen und der 200-Tage-Linie (40-Wochen-Linie).
Charttechnisch ist die Aktie eine Kaufposition.

Historisches und erwartetes Wachstum

Quelle: Eulerpool

Umsatzwachstum p.a. 3J hist.

5,31%

Umsatzwachstum 1J hist.

36,61%

Umsatzwachstum 1J e

26,62%

Umsatzwachstum p.a. 3J e

9,08%

Im Bezug zum Umsatzwachstum zeigt Hochschild Mining sowohl historisch als auch nach vorne gerichtet ein deutliches Umsatzwachstum.

Quelle: Eulerpool

Gewinnwachstum p.a. 3J hist.

6,67

Gewinnwachstum 1J hist.

n.a.

Gewinnwachstum 1J e

136,88

Gewinnwachstum p.a. 3J e

35,29

Im Jahr 2023 musste das Unternehmen einen Verlust ausweisen. Es werden hohe Gewinnsteigerungen für das aktuelle und die kommenden Jahren erwartet.

Wegen teilweiser negativer Zahlen macht ein Blick auf das Free Cashflow Wachstum hier keinen Sinn.

Was die Wachstumskennzahlen betrifft, erscheint Hochschild Mining sehr interessant. Aber bitte halten Sie sich immer vor Augen, dass ein Teil der Daten auf Schätzungen beruht, die mit entsprechender Unsicherheit behaftet sind.

Profitabilitätskennzahlen

Im folgenden werden einige Profitabilitätskennzahlen vorgestellt. Bruttomarge, EBIT-Marge und Nettogewinnmarge nehmen Bezug auf den Umsatz, während der ROCE als Marge im Verhältnis zum eingesetzten Kapital zu sehen ist.
Die Daten beziehen sich auf die Schätzungen für das Jahr 2025 und wurden von Eulerpool entnommen.

Kennzahl

Wert 2025e

Bruttomarge

34,76%

EBIT-Marge

35,23%

Nettogewinnmarge

19,12%

ROCE (Return on Capital Employed)

19,06%

Alle Margen bewegen sich in einem sehr hohem Bereich.

Bewertungskennzahlen

Die Daten zum KGV und KUV stammen von Eulerpool, Unternehmenswert zu EBITDA (EV / EBITDA) wurde von Tradingview entnommen.

Kennzahl

KGV 2025e

7,72

KUV 2025e

1,48

EV / EBITDA

5,27

Auch hier sind alle Kennzahlen in einem guten, d.h. niedrigem Bereich. Voraussetzung ist selbstverständlich, dass der geschätzte Gewinn und Umsatz auf größenordnungsmäßig erreicht werden.


Finanzielle Stabilität

Der Piotroski F-Score ist von Gurufocus entnommen, alle anderen Werte sind aus den Werten der Bilanz (Hochschild Mining Website) berechnet.

Kennzahl

Wert 2024

Eigenkapitalquote

41,62%

Zinsdeckungsgrad

12,20

Quick Ratio (Liquidität 2.Grades)

0,50

Piotroski F-Score

7 / 9

Eigenkapitalquote und Zinsdeckungsgrad und der Piotroski F-Scoregeben keinen Anlass zur Sorge. Die Liquidität ist allerdings gering und liegt deutlich unter dem geforderten Mintestwert von 1,0.

Analysteneinschätzungen und fairer Wert

Analysteneinschätzungen und die Kursziele der Analysten stammen von Marketscreener.com, der faire Wert wurde Eulerpool entnommen.

Analystenempfehlung

Anzahl

Kaufen

8

Halten

1

Verkaufen

0

Neun Analysten covern Hochschild Mining. Davon sprechen acht eine Kaufempfehlung aus.

Thematik

Kursziel USD

Kurspotential

Höchstes Kursziel Analysten

5,72

60,67%

Mittleres Kursziel Analysten

4,44

24,72%

Tiefstes Kursziel Analysten

3,59

0,84%

Fair Value Gewinn

n.a.

n.a.

Alle Kursziele der Analysten liegen über dem aktuellen Kurs von $3,56 (Stand: 16.05.2025). Daten zum fair Value sind nicht vorhanden.

Vorwort zu Minen-Projekten

Minenprojekte werden in der Regel in drei Oberkategorien eingeteilt:

  • Produzierende Minen
    Beschreibt eine Mine, die in Betrieb ist und Umsätze generiert. Entsprechend haben diese Projekte die größte Werthaltigkeit und den geringsten Risikolevel.
  • Entwicklungsprojekte (Development Stage)
    In dieser Stufe sind Ressourcen und Reserven nachgewiesen, Vorstudien und Machbarkeitsstudien liegen vor, Genehmigungsverfahren laufen oder sind abgeschlossen. Es wird noch nicht gefördert, aber die Abbauplanung steht.
    In dieser Phase haben die Projekte eine mittlere Werthaltigkeit und ein mittleres Risikolevel.
  • Explorationsprojekte (Exploration Stage)
    Hier erfolgt nur die Suche nach Rohstoffen. Somit ist das Risiko eines Fehlschlages sehr hoch, aber es besteht auch großes Potential im Erfolgsfall (Entdecker-Prämie).

Daneben ist die Menge der vorliegenden Rohstoffe von zentraler Bedeutung. Hier erfolgt folgende Einteilung:

  • Reserven (Reserves)
    Reserven sind Rohstoffvorkommen, die nicht nur nachgewiesen, sondern auch wirtschaftlich abbaubar sind. Sie sind also nachgewiesen, technisch und wirtschaftlich gewinnbar und die Genehmigungen liegen vor, bzw. sind realistisch erhältlich. Dabei gibt es noch folgende Unterteilung:
    Proven (Measured) Reserves: Hochgradig gesichert (über 90% Zuverlässigkeit).
    Probable (Indicated) Reserves: Etwas weniger genau, aber noch mit hoher Sicherheit (ca. 50–90%).
  • Angezeigte Ressourcen (Indicates Resources)
    Rohstoffvorkommen, die durch Exploration gut belegt sind, aber noch nicht als wirtschaftlich abbaubar eingestuft werden. Es besteht das Potential für die Umwandlung in Reserven, falls weitere Untersuchungen oder steigende Rohstoffpreise dies rechtfertigen.
  • Vermutete Ressourcen (Inferred Resources)
    Rohstoffvorkommen, die auf begrenzten Daten (z. B. wenige Bohrungen) basieren und nur grob geschätzt sind. D.h. die Zuverlässigkeit der Aussagen liegt bei unter 50%. Es gibt keine Garantie für Wirtschaftlichkeit oder Abbaufähigkeit.

Bei den Aktienanalysen werden wir uns bei produzierenden Minen und Entwicklungsprojekten nur auf die Reserven und bei Explorationsprojekten nur auf die angezeigten Ressourcen beziehen.

Minen-Projekte von Hochschild Mining

Hochschild Mining besitzt drei produzierende Minen, vier Entwicklungsprojekte und zwei Explorationsprojekte, welche nachfolgend kurz beschrieben werden.

Inmaculada

Die Inmaculade Mine liegt in Ayacucho, Peru. Gefördert werden Gold und Silber im Untertagebau. Ferner werden weitere Explorationsprojekte durchgeführt. Bezogen auf 2024 würden rund 59% der gesamten Silberproduktion und rund 50% der gesamten Goldproduktion auf die Mine entfallen.
Hier die Produktions- und Reservedaten zu Inmaculada:

Rohstoff

Produktion 2024

Reserve 2024

Produktionsdauer in Jahren

Silber in Moz

6,4

20,5

3,2

Gold in koz

143,8

494,4

3,4

Große Aussagekraft haben auch die Produktionskosten:

Rohstoff

Kosten in USD

Silber

k.A.

Gold

809

San Jose

Die San Jose Mine liegt in Santa Cruz, Argentinien. Gefördert werden Gold und Silber im Untertagebau. Ferner werden weitere Explorationsprojekte durchgeführt. Die Mine wird als Joint Venture zusammen mit McEwen Mining geführt. Der Anteil von Hochschild Mining beträgt 51%. Bezogen auf 2024 würden rund 41% der gesamten Silberproduktion und rund 28% der gesamten Goldproduktion auf die Mine entfallen.
Hier die Produktions- und Reservedaten zu Bolanitos:

Rohstoff

Produktion 2024

Reserve 2024

Produktionsdauer in Jahren

Silber in Moz

4,4

5,1

1,2

Gold in koz

81,0

92,7

1,1

Die Produktionskosten belaufen sich wie folgt:

Rohstoff

Kosten in USD

Silber

k.A.

Gold

1616

Mara Rosa

Die Mara Rosa Mine liegt in Goias, Brasilien. Gefördert wird Gold im Tagebau. Ferner werden weitere Explorationsprojekte durchgeführt. Bezogen auf 2024 würden rund 22% der gesamten Goldproduktion auf die Mine entfallen. Die Mine ging erst im Mai 2024 in Produktion, so dass künftig mit einer höheren jährlichen Produktion und einer entsprechend kürzeren Produktionsdauer auszugehen.
Hier die Produktions- und Reservedaten zu Mara Rosa:

Rohstoff

Produktion 2024

Reserve 2024

Produktionsdauer
in Jahren

Gold in koz

63,8

902,0

14,1

Die Produktionskosten belaufen sich wie folgt:

Rohstoff

Kosten in USD

Gold

1304

Royropata (Entwicklungsprojekt)

Die Royropata Mine liegt in Ayacuho, Peru. Das Entwicklungsprojekt befindet sich in einer fortgeschrittenen Phase und soll in 2027 die Produktion aufnehmen. Gefördert werden sollen Gold und Silber im Untertagebau.
Hier die Ressourcendaten zu Royropata:

Rohstoff

Ressourcen

Silber in Moz

51,2

Gold in koz

700,0

Die Produktionskosten belaufen sich voraussichtlich wie folgt:

Rohstoff

Kosten in USD

Silber

k.A.

Gold (AISC)

1000 – 1100

AISC steht für All-in-Sustaining Cost und bezieht sich auf die Gesamtkosten. Solange nicht als AISC definiert, beziehen sich die Kosten auf die Kapitalkosten.

Monte do Carmo (Entwicklungsprojekt)

Die Monte do Carmo Mine liegt in Tocantins, Brasilien. Das Projekt hat großes Explorationspotential, ist weitestgehend genehmigt und bietet gute Infrastruktur. Gefördert werden sollen Gold im Tage- und Untertagebau.
Hier die Ressourcendaten zu Monte do Carmo:

Rohstoff

Ressource

Gold in koz

>1000

Angaben zu den Produktionskosten liegen in dieser frühen Phase des Projektes noch nicht vor.

Volcan (Entwicklungsprojekt)

Die Volcan Mine liegt in Atacama, Chile. Das Projekt hat ebenfalls großes Potential. Gefördert werden soll Gold im Tagebau.
Hier die Ressourcendaten zu Volcan:

Rohstoff

Ressource

Gold in koz

9804

Angaben zu den Produktionskosten liegen in dieser frühen Phase des Projektes noch nicht vor.

Azuca (Entwicklungsprojekt)

Das Projekt wurde im März 2025 verkauft und wird deshalb nicht mehr weiter behandelt.

Explorationsprojekte

Folgende Explorationsprojekte hat Hochschild Mining neben der weiteren Exploration in produzierenden und Entwicklungsprojekte in der Pipeline:

  • Arcata Projekt Arequipa, Peru
    Primärere Rohstoffe sind Gold und Silber.
  • Ares Projekt Arequipa, Peru
    Primärere Rohstoffe sind Gold und Silber.

Zusammenfassung und Fazit

Bevor wir die vorgestellten Daten und Fakten nochmals beurteilen, möchte ich im Vorfeld noch einige Anmerkungen machen.

  • Die nachfolgende Bewertung beinhaltet subjektive Beurteilungen. Obwohl Kennzahlen wie der KGV einen konkreten Wert liefern, ist die Aussagekraft nicht immer sehr hoch. Ein Unternehmen mit einem KGV von 5, aber mit sinkenden Umsätzen und Gewinnen ist weniger interessant als eines mit einem KGV von 15 und zweistelligen Wachstumsraten.
    Wie bereits erwähnt, bin ich in dem Unternehmen investiert, was unterbewusst Einfluss auf die Bewertung nehmen könnte. Deshalb auch nochmals die Aussage, dass es sich nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen handelt, sondern nur meine persönliche Einschätzung wiedergibt.
  • Einige der Kennzahlen beziehen sich auf zukünftige Geschäftszahlen, stellen also nur Schätzungen dar. Insofern haben die Aussagen auch nur Gültigkeit, wenn die tatsächlichen Zahlen im Bereich der Schätzungen liegen.
  • Minenaktien und speziell die hier vorgestellten Silberminenaktien sind keine Investition in die Ewigkeit. Bei einer Coca-Cola beispielsweise kann ich die Aktien ins Depot legen und zehn Jahre liegen lassen, ohne mich darum zu kümmern (so war es jedenfalls in der Vergangenheit).
    Bei Minenaktien habe ich einen Horizont von einigen Jahren. Solange das „Big picture“ stimmt – hier das Mißverhältnis von Angebot und Nachfrage – und solange die Gründe für den Kauf von Aktien eines speziellen Unternehmens weiterhin gegeben sind, können die Aktien gehalten werden. Das können lediglich zwei bis drei Jahre sein, im Falle eines Superrohstoffzyklus‘ auch mal eine Dekade.

Womit wir nun zu den einzelnen Kategorien kommen:

Wachstum

Sowohl bei Umsatz als auch beim Gewinn werden deutliche Steigerungen erwartet.

Profitabilitätskennzahlen

Die Profitabilitätskennzahlen sind alle auf einem hohen Level.

Bewertungskennzahlen

Alle Bewertungskennzahlen deuten auf ein günstiges Kursniveau.

Finanzielle Stabilität

Die geringe Liquidität verhindert eine positive Bewertung.

Analysteneinschätzungen und fairer Wert

Die Meinung der Analysten spricht für einen klaren Kauf.

Minen-Projekte

Hochschild Mining hat drei produzierende Minen, von denen Mara Rosa die Produktion erst aufgenommen hat. Daneben sollen mehrere Entwicklungsprojekte die zukünftige Produktion sicherstellen.
Dazu kommen noch Explorationsprojekte, die aber für die Bewertung im Augenblick noch unerheblich sind..

Anzahl Aktien

Hochschild Mining hat die Anzahl der ausgegeben Aktien schon seit vielen Jahren nicht mehr erhöht. Auch ist aktuell keine Erhöhung geplant.

In diesem Zusammenhang möchte ich auch nochmals auf den Beitrag <Buchrezension „Reich mit Rohstoffen“> verweisen. Bei Interesse nachfolgend der Affiliate Link zum Buch (es fallen nur Versandkosten an).

Palantir – Update nach Q1-Zahlen 2025


Mitte Februar wurde eine erste Analyse zu Palantir vorgestellt. Nach der Veröffentlichung der Zahlen zum 1.Quartal 2025 bietet es sich an, die zuvor aufgestellten Thesen zu überprüfen und die Einschätzung zu bestätigen oder anzupassen.
Die Vorstellung des Unternehmens und Informationen zum Zahlenwerk für 2024 können Sie im Artikel <Palantir – Himmelsstürmer oder total überbewertet> nachlesen.

Disclaimer: Selbstverständlich handelt es sich hierbei nicht um eine Anlagenberatung. Der Beitrag gibt lediglich meine persönliche Meinung wieder und soll weder eine Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf noch zum Verkauf darstellen.
Trotz sorgfältiger Analyse kann ich auch für die Korrektheit der Daten keine Garantie geben.
Zum Thema Interessenkonflikte gelten noch die Aussagen des letzten Artikels: Der Autor ist im Besitz von Palantir-Aktien, hat aber in der Vergangenheit bereits Gewinne realisiert.

Kursentwicklung der letzten Monate

Beim letzten Artikel war der Ausgangspunkt der Kurs vom 13.02.2025, der bei $117,91 lag (Nasdaq Schlusskurs).
Werfen wir einen Blick auf die weitere Entwicklung:

Tageschart Palantir mit Tageskerzen (Vollbild mit Klick auf die Grafik)

Bis zum 19.02. stieg der Kurs noch um rund 6,3% auf $125,41. Danach erfolgte ein starker Abverkauf, der sein Tief nach sechs Wochen am 07.April bei rund $66,12 fand, was einem Minus von 47,28% entsprach oder $59,29 absolut:
Wesentlich schneller in nur vier Wochen ging es dann absolut um fast den gleichen Wert von $59,13 (+89,44%) wieder auf über $125 hoch. Nach den letzten Quartalszahlen ging es dann am 06.05. wieder etwas nach unten. Dazu kommen wir im weiteren Verlauf noch.

Operatives Ergebnis

Werfen wir zuerst wieder einen Blick auf die Gewinn- und Verlustrechnung, die der Website von Palantir entnommen wurde:

Erneut zeigen Umsatz und Gewinn ein erfreuliches Bild. Der Umsatz ist um 39,3% gestiegen, der Nettogewinn hat sich mehr als verdoppelt.
Die Betriebskosten sind auch wieder gestiegen, aber nicht mehr so extrem wie bei den letzten Zahlen und deutlich geringer als die Umsatzsteigerung.
Weiterhin steigt auch die Anzahl der ausgegebenen Aktien bedingt durch die aktienbasierte Vergütung. Die Ausgabe neuer Aktien reduzierte sich aber absolut und noch deutlicher bezogen auf die relative (prozentuale) Zunahme. Aber selbstverständlich ist es immer noch ein Effekt, der sich bemerkbar macht.

Die Bilanz

Als nächstes wollen wir die Bilanz in Augenschein nehmen.

Die Bilanz bietet weiterhin ein sehr erfreuliches Bild. Zwar sind die Zahlungsmittel zurückgegangen, aber dafür ist die Summe der handelbaren Wertpapiere um einen noch höheren Betrag gestiegen.
Das Gesamtvermögen hat zugenommen, aber nicht auf Kosten der Verschuldung, denn die wurde – obwohl gering – noch weiter reduziert. Somit ergibt sich ein deutliches Plus beim Eigenkapital.
Die Bilanz von Palantir sieht so aus, wie es sich ein Aktionär wünscht.

Die Rule-of-40

Die Rule-of-40 ist eine Kennzahl, die zur Bewertung von Wachstumsaktien eingesetzt wird. Dabei wird das Umsatzwachstum und die Free Cashflow-Marge (manchmal auch EBITDA-Marge) jeweils in Prozent addiert.
Ab einem Wert von 40 gilt die Regel als erfüllt. Überprüft wird die Kombination von Wachstum und Profitabilität. So wird beispielsweise einem jungen Unternehmen, das eine Wachsumsrate von 50% hat, eine negative Free Cashflow-Marge von -10% zugestanden. Im Laufe der Jahre ist in der Regel die Wachstumsrate rückläufig, dafür muss dann aber die Profitabiltät steigen. Fällt das Wachstum auf 30% sollte die Cashflow-Marge auf mindestens 10% steigen.
Wie erwähnt stellt ein Wert von 40 dem entsprechenden Unternehmen ein gutes Zeugnis aus. Ein Wert von 50 gilt als sehr gut. Und wie sieht es bei Palantir aus:

Nachdem der Wert bei den Ende 2024 bereits exorbitant hoch war, ist er nochmals um 2 Punkte auf 83 gestiegen.

Entwicklung gewerblicher US-Kunden

Kritikpunkt in der Vergangenheit war immer der große Anteil von Staatsaufträgen beim Gesamtumsatz. Da die USA bekanntermaßen einen immer höheren Schuldenberg aufbauen, besteht die Befürchtung, dass künftige Sparmaßnahmen Palantir hart treffen könnten.
Deshalb ist die Entwicklung der gewerblichen Kunden von großem Interesse.

In der Präsentation geht Palantir auf die Entwicklung der gewerblichen Kunden in den USA ein.
Der Umsatz ist auf Jahressicht um 71% gestiegen, die Anzahl der US-Kunden um 65%, die Anzahl der Aufträge mit einer Summer größer als eine Million US-Dollar hat sich verdoppelt und der Gesamtwert der Aufträge hat um 183% zugenommen.

Die Bewertung von Palantir

Die nachfolgenden Daten beziehen sich auf den 09.06.2025 (für 2025e).

Kurs-Umsatz-Verhältnis                                 64,69

Kurs-Gewinn-Verhältnis                               213,56

Die Bewertung von Palantir bezogen auf KUV und KGV ist weiterhin sehr hoch.

Das Fazit

Im Großen und Ganzen lässt sich das Fazit des letzten Artikels einfach wieder kopieren:
Hohes Wachstum und hohe Profitabilität stehen einer sehr hohen Bewertung gegenüber.
Es hieß „Insofern würde es nicht überraschen, wenn es kurz- bis mittelfristig zu einer Korrektur oder zumindest zu einer Konsolidierung kommen würde.“
Diese Konsolidierung ist mit einem zwischenzeitlichen Minus von fast 50% auch eingetreten. Überraschend war aber, wie schnell der Kurs wieder auf alte Höchststände marschierte. Das zeugt von Stärke.
Aber lassen Sie uns auf den Chart der letzten Tage schauen:

Chart Palantir mit Stundenkerzen

Im Anschluss an die Quartalszahlen, die nach Handelsschluss am 05.05.2025 veröffentlicht wurden, fielen die Kurse am Folgetag um fast 15%. Solche Kursstürze nach den Zahlen sind keine Seltenheit. Aber im Fall von Palantir lagen alle veröffentlichten Daten über den Erwartungen der Analysten. Das klingt nach „Sell on good News“. Allerdings liefen die Kurse nur wenige Tage später wieder Richtung Norden.
Ich möchte mir aber nicht ausmalen, was geschehen wäre, wenn die Erwartungen nicht erfüllt worden wären. Palantir ist dazu verdammt zu liefern.
Auf Sicht mehrerer Jahre sehe ich persönlich weiterhin großes Potential (weshalb ich mit einem Teilbestand noch investiert bin), kurzfristig aber weiterhin Korrekturgefahren.

Deshalb würde ich vor einem Neueinstieg auf tiefer Kurse warten. Ob diese kommen, und falls doch wie tief diese ausfallen, kann niemand ernsthaft prognostizieren. Somit empfiehlt sich bei Interesse ein Einstieg in Tranchen.
Dabei handelt es sich selbstverständlich um meine persönliche Meinung.

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