Aktienstrategien

top10b_smallUnter dem Begriff Aktienstrategie ist eine Handlungsanweisung nach einer Analyse von Aktien mittels Kennzahlen, Kursverläufen und / oder weiteren ausgewählten Kriterien zu verstehen.

Ziel der Aktienstrategie ist immer, eine bessere Performance als ein Vergleichsindex (z.B. den DAX bei Anwendung der Dividendenstrategie auf DAX-Titel oder den Dow Jones bei der „Dogs-of-the- Dow“-Strategie) zu erzielen.

Was hier kompliziert klingt, lässt sich in der Praxis meist leicht nachvollziehen.

 

 

 

 

Warum setzt man Aktienstrategien ein?

Laut einer Studie der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) und des Instituts für Vermögensaufbau (IVA) aus dem Jahre 2011 gelingt es nur 27,5 % der Aktienfonds den Vergleichsindex (bezogen auf 10 Jahre) zu schlagen. Anders ausgedrückt: 72,5 % der professionellen Fondsmanager sind nicht in der Lage, eine Überrendite im Bezug zur Benchmark zu erwirtschaften.

Mit diesen Zahlen soll nicht die Leistung von Fondsmanagern angeprangert, sondern aufgezeigt werden, wie schwierig es ist, den Markt langfristig zu übertrumpfen.

Zudem kommen psychologische Momente wie z.B. die Angst vor Verlusten hinzu. Kennen Sie auch die Situation, eine Aktie gekauft zu haben, die fällt und fällt. Die richtige Reaktion wäre die Verliereraktie zu verkaufen, aber stattdessen reden Sie sich jeden Tag ein, dass nun der Umschwung kommen muss.

Emotionen sind mit der größte und auch hartnäckigste Feind des Börsenerfolges. Und dieser Feind lässt sich mit einer Strategie besiegen, da Kauf- und Verkaufskriterien klar definiert sind.

Strategie, Erfolg und  Zeitraum

Für Daytrader und Anleger mit kurzfristigem Anlagehorizont gibt es eigene Strategien, die sich zumeist an der Charttechnik und daraus abgeleiteten Werten orientieren. Diese Strategien werden wir in diesem Blog nicht behandeln.

Die vorgestellten Aktienstrategien sind für mittel- (4-7 Jahre) und langfristige (ab 8 Jahre) Anlagen erdacht. Den Grund wollen wir mit der nachfolgenden Grafik erläutern:

 

DAX_10J_Chart_Daxa_b

Falls Sie Ende 2007 (2.) bei 8067 mit einem DAX-Zertifikat eingestiegen wären, hätte es – bedingt durch die Finanzkrise – bis Mai 2013 (4.) gedauert, bis Sie das Einstiegsniveau wieder erreicht hätten. Selbst mit einer Strategie, die Ihnen eine um 1 % höhere, jährliche Rendite eingebracht hätten, wären Sie erst Ende 2012 (3.) wieder pari.

Ein anderes Bild erhalten wir, wenn wir den Verlauf des DAX über einen Zeitraum von 10 Jahren betrachten: Der Schlußkurs am 2.01.2004 (1.) betrug 4018 Punkte. Am 30.12.2013 (5.) lag der Index am Ende des Tages bei 9552 Punkten. Das entspricht einer jährlichen Performance von 9,0 %.

Mit dem Sparbuch, Tages- oder Festgeld lassen sich solche Renditen nicht annähernd erzielen. Aber eben nur über längere Zeiträume.

 Wie geht es weiter?

In Folge werden verschiedene Aktienstrategien nach folgenden Aspekten vorgestellt:

  • Allgemeine Beschreibung
  • Regeln zur Auswahl und zum Timing
  • Vor- und Nachteile
  • Historische Renditen (soweit vorhanden)

Zum besseren Verständnis und zur einfacheren Nachvollziehbarkeit wird für jede Strategie ein virtuelles Musterdepot eröffnet. Mittels dieser Depots wollen wir auch den Erfolg der jeweiligen Strategie messen, indem wir Benchmarks als Vergleichsmarke mit aufnehmen.

Dann viel Vernügen verbunden mit der Hoffnung, dass Sie in diesem Projekt die Informationen finden, die Sie suchen.

Für Rückmeldungen – positive wie auch negative – wäre ich Ihnen sehr verbunden.

 

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12 Kommentare

Zum Kommentar-Formular springen

  1. Reutzel S.

    Hallo, es gibt schon Strategien den DAX dauerhaft zu schlagen, nur die Disziplin bei der Umsetzung ist das Problem.
    Ich habe ein Modell dokumentiert, das den gleitenden DAX-Durchschnitt der letzten 200 Börsentage als übergeordnetes Signal zum Ein- bzw. Ausstieg nutzt . Es werden dann 10 Einzelaktien nach Relative-Stärke-Kriterien gekauft. Ich habe diese Strategie über 23 Jahre dokumentiert (1992 bis 2014) und man liegt damit im Mittel bei rund 11,5% pro Jahr.
    Hier die genaue Beschreibung: http://www.rs-depot.de/strategie.html
    Kritik erwünscht…

    1. Mathias Maier

      Vielen Dank für die Information. Das klingt sehr interessant.
      Ich werde mir die Strategie gerne im Detail anschauen und eine Beurteilung abgeben.

  2. Mathias Maier

    Wirklich eine beeindruckende Website, die sowohl optisch sehr ansprechend als auch inhaltlich sehr interessant ist.
    Deutlich zu erkennen ist die Tatsache, dass sich eine langfristig gute Performance nicht in den „guten“ Börsenphasen, sondern in den Bärenmärkten entwickelt.
    Soweit nachvollziehbar (bei den US- und DE-Depots sind ja nicht alle Einzelheiten offengelegt) besteht die Basis aus einer Version der 200-Tage-Linien-Strategie, sowie einer Relativen-Stärke-Strategie (mit einem abweichenden Aktienpool zur hier dargestellten Form).
    Dazu kommen noch – ich will es einmal Feintuning-Maßnahmen nennen – und unter gewissen Umständen die Verwendung von Bargeld für Staatsanleihen.

  3. Ralph

    Hallo,
    wann geht es denn weiter mit deinem Musterdepot?

    1. Mathias Maier

      Für die meisten Strategien wird ein Musterdepot geführt. Am Wochenende werden die Daten aktualisiert:
      Unter „Depots“ sind die geführten Depots aufgelistet.
      Oder habe ich die Frage falsch verstanden?

  4. Lizenz zum Geld drucken

    Super Beitrag.
    Ich habe auch meine Strategie für den DAX die eigentlich sehr gut funktioniert. ( Breakout ) Das Problem ist Disziplin….
    Man kommt manchmal einfach in Versuchung weil man den Chart betrachtet und interpretiert.
    Eine gute Strategie und Disziplin ist der Schlüssel zum Erfolg

    1. Mathias Maier

      Ja, ich sehe es auch so. Sobald eine Strategie nicht komplett umgesetzt wird, sondern von Gefühlen „verwässert“ wird, wird der langfristige Erfolg ausbleiben. Das ist zumindest meine Erfahrung aus früheren Jahren.
      Noch eine Frage zu Deiner Strategie: Kaufst Du, wenn eine Aktie aus einer Trading Range ausbricht? Wann verkaufst Du?

  5. Stefan Vogdt

    Ich finde ihre Website sehr interessant. Ich habe sie zufällig gefunden (bei der Suche nach Var Strategie, angeregt durch das neue Wikifolio von EURO am Sonntag). Ich glaube dort wird ein modellierter Var verwendet, sie nehmen wohl den originalen?

    Generell ist der Strategienvergleich sehr hilfreich. Ich hoffe, sie führen die Musterdepots noch lange weiter.
    Überraschend war für mich, dass relative Stärke so gut funktioniert.
    Ich wende sie auch an, aber mit scheinbar starken Abweichungen (HDAX + SDAX, geglätteter RSL, wöchentliche Überprüfung)
    Und schon ist das Ergebnis deutlich schlechter (so um die 0 % seit Anfang 2014). Hat also überhaupt nicht funktioniert.
    Die einfache Originalversion scheint also deutlich besser zu sein und monatliche Überprüfung völlig ausreichend.

    Ich denke eine Trailing Stopp Variante könnte das Ergebnis noch leicht verbessern.

    Eine Anregung hätte ich noch. Ich würde als Vergleichsmaßstab noch zusätzlich den MDAX aufführen. Dieser hat sich ja langfristig deutlich besser als der DAX entwickelt und 2015 ja auch deutlich stabiler verhalten.

    Grüße

    S.Vogdt

    1. Mathias Maier

      Vielen Dank für Ihr Interesse.

      Für die VaR Strategie verwende ich die Daten von Börse Online.
      Ich habe definitiv vor, das Musterdepot noch lange weiterzuführen. Es kann lediglich vorkommen, dass ich bedingt durch berufliche Auslandreisen das ein oder andere mal nicht die Möglichkeit habe, das Depot zu aktualisieren.

      Die starken Abweichungen zu Ihren Ergebnissen bei der Relativen Stärke überrascht mich auch. Beginn des Depots war der 21.02.2015, also nicht weit von Ihrem Starttermin entfernt. Nach drei Monaten war das Depot mit 12,77% im Minus, aber danach ging es stetig bergauf. Falls Sie Interesse an meinen Daten zu dem Thema haben, können Sie mir einfach eine E-Mail senden.
      Zur Ermittlung des RSL 130 verwende ich die kostenlose Mitgliedschaft bei Tradesignal Online
      Ein Trailing-Stopp oder genereller StoppLoss kann sicherlich Sinn machen. Diese Variante habe ich auch schon für die Dividendenstrategie in der Überlegung.

      1. Stefan Vogdt

        Ich hätte vielleicht erwähnen sollen, dass ich relative Stärke mit dem gleitenden 200 Tage Schnitt kombiniert habe. Das hat sicherlich einige Performance gekostet. Aber ich hatte den Eindruck dass meine Strategie auch in den Long-Phasen underperformte.
        Der (in Excell) geglättete RSL (= ähnlich TSI Strategie vom Aktionär) kann ja doch zu anderen Ergebnissen führen wie der normale.

        Führen sie die „nur“ monatliche Überprüfung eigentlich aus Zeitgründen durch, oder haben sie festgestellt, dass eine wöchentliche Überprüfung keinen Mehrwert hat?

        1. Mathias Maier

          Ja, die unterschiedliche Vorgehensweise erklärt die unterschiedlichen Ergebnisse.

          Die monatlichen Überprüfungen nehme ich aus Zeitgründen vor. Allerdings gehe ich auch davon aus, das der Austausch eines Wertes mit einer Verzögerung von beispielsweise 2 Wochen keine graviernde Änderung der Performance zur Folge haben sollte. Selbst der deutliche Kursrutsch eines Wertes kommt durch die Filterung der Werte nicht sofort durch, so dass der Einbruch meist nicht zu vermeiden ist.

  6. Tradingerfolg durch Risikokontrolle

    Hallo!

    Sehr schöne Seite. Hilft sicherlich vielen Einsteigern weiter, die ihr Geldanlage in die eigenen Hände nehmen wollen.

    Ich kannte die genauen Daten zu den Überrenditen der Fondsmanager nicht. Sehr nett, dass sie die mal genau rausgesucht haben. Ich finde diese Zahl einfach beeindruckend. Und diese Leute verdienen trotzdem ne Menge Geld mit ihrer Arbeit. Ist das nicht irre?

    Teilweise kommen diese Werte natürlich auch dadurch zustande, weil die Institutionellen sich noch an anderen inoffiziellen „Benchmarks“, wie der Konkurrenz zu orientieren haben. Das ist nicht selten wichtiger als die absolute Performance. Und die Fondsmanager werden u.a. auch an diesen Vergleichszahlen gemessen und bezahlt. Führt natürlich zu Herdenverhalten und mit großen Summen ist eine herausragende Performance kaum möglich. Grade bei long only Strategien.

    Warum also das Ganze nicht selbst in die Hand nehmen? Es gibt dann zwei Optionen: 1. Du schneidest deutlich besser ab oder 2. Du stellst dich noch dämlicher an und bist sogar klar schlechter als der durschnittliche Fonds. Bei den Allermeisten wird wohl die zweite Option zutreffen. Und zwar, wie hier auch schon bemerkt wurde, in erster Linie wegen der fehlenden Disziplin und professionellen Einstellung zur Geldanlage.

    Schöne Grüße
    Ingmar

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