Neue Auswertungen zur 200-Tage-Linien Strategie

Die 200-Tage-Linien Strategie gilt als eine der beliebtesten und bekanntesten Strategien, deshalb wurden in der Vergangenheit auch schon mehrere Artikel zu dem Thema veröffentlicht.
Ein Manko war dabei aber, dass die Untersuchungszeiträume teilweise relativ kurz waren. So betrug bei der Vorstellung der 200-Tage-Linien Strategie nur sieben Jahre (2007-2013). Dabei schnitt die Strategie mit Shortanteilen besser ab als die reine Long Strategie. Werfen wir einen Blick auf unsere virtuellen Depots, die inzwischen schon mehr als 10 Jahre geführt werden, so war die Strategie mit Shortzertifikaten ein Geldvernichter.
Die Finanzkrise 2008/2009 war hier der ideale Nährboden für das gute Abschneiden. Eine Baisse dieser Länge und Schärfe gab es aber seitdem – Gott sei Dank – nicht mehr.

Deshalb ist es doch an der Zeit, einen wirklich langfristigen Backtest durchzuführen. Der Zeitraum der Überprüfung reicht vom 02.01.1990 bis zum 15.11.2024, also knapp 35 Jahre.
Neben der reinen Buy-and-Hold Strategie wurde die Standard 200-Tage-Linien Variante mit sofortigem Verkauf, bzw. Kauf bei Unter-, bzw. Überschreiten der 200-Tage-Linie zum Tagesschlusskurs, die Variante mit dem 3%-Kriterium und die Variante mit dem 5%-Kriterium (wurde in einem Beitrag vom August 2018 besprochen) untersucht.
Da es zu den frühen Zeitpunkten noch keine ETFs verfügbar waren, erfolgte die Auswertung rein über den DAX-Kurs. D.h. es wurden keine Kosten verarbeitet, die bei ETFs entstehen. Auch Transaktionskosten und Spreads blieben unberücksichtigt.
Hier die Resultate:

Erst einmal fällt auf, dass alle Varianten besser performen als die reine Buy-and-Hold Strategie. Auf den zweiten Blick fällt jedoch ins Auge, dass die Standard-Variante mit 98 Käufen und 97 Verkäufen viele Transaktionen erfordert. Es ist davon auszugehen, dass die Performance unter Berücksichtigung der Transaktionskosten keinen Mehrwert geliefert hätten.
Deutlich weniger Transaktionen gab es bei den Varianten mit dem 3%- und 5%-Kriterium, wobei letztere sowohl die geringste Anzahl an Käufen und Verkäufen erforderte als auch die beste Performance erzielte.
Interessant ist noch die Tatsache, dass der Investitionszeitraum aller drei Varianten nahezu identisch ist.

2 Kommentare

    • thomas alexander ruppel auf 15/01/2025 bei 15:27
    • Antworten

    Sehr geehrter Herr Maier,
    erstmal vielen Dank für Ihre tolle Arbeit hier.
    Haben Sie auch eine Berechnung, bei der eine 25% Abschlagssteuer eingerechnet wird?
    Ansonsten ist die Auswertung ja arg geschönt. Das betrifft aber nicht nur Ihre Veröffentlichung.
    Haben Sie eine Tabelle mit den Zeitpunkten des Verkauf/Kauf die Sie mir zur Verfügung stellen
    können/möchten.

    Vielen Dank

    mit freundlichen Grüßen

    t.ruppel

    1. Hallo Herr Ruppel,
      vorab vielen Dank für Ihre netten Worte zur Website.

      Korrekt ist, dass alle Auswertungen ohne Abschlagssteuer sind. Das hat mehrere Gründe:
      Diese Auswertung beginnt 1991. Zu diesem Zeitpunkt waren die Besteuerung eine andere als sie heute ist. Es gab noch die Steuerfreiheit bei einer Haltedauer von länger als einem Jahr.
      Ansonsten erfolgte die Besteuerung in Abhängigkeit vom persönlichen Steuersatz, der ja bei jeder Person unterschiedlich ist.
      Auch mit der heutigen Regelung lässt sich der Steuerbetrag nicht für jede Person festlegen. Es gibt den Steuerfreibetrag von 1.000 € bei Ledigen und 2.000 € bei Verheirateten.
      Welchen Betrag sollte ich einsetzen? Wird der Steuerfreibetrag dafür benutzt oder wird er andersweitig eingesetzt?
      Selbst wenn er komplett dafür eingesetzt wird, ist es abhängig von der Investitionssumme, ob letztendlich Steuern anfallen (und wie viel) oder nicht.

      Ich hoffe Sie verstehen, warum hier (eigentlich generell) keine Steuern mit einbezogen werden.

      Eine Tabelle mit den Zeitpunkten der Käufe und Verkäufe werde ich Ihnen gerne per E-Mail zukommen lassen.
      Ansonsten bei weiteren Fragen oder Anregungen bitte nochmals melden.

      Beste Grüße
      Mathias

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