Analyse von Aktienkennzahlen – Einführung

„Ein kluger Geschäftmann, dem man eine Maschine anbietet, die die Hälfte seiner Arbeit erledigt, wird zwei davon kaufen!“
N.N.

Unglücklicherweise kann ich Euch solch eine Maschine nicht anbieten. Aber ich hoffe, dass die Informationen der folgenden Artikelserie einen kleinen Mehrwert liefern kann.

Nun ist der Begriff „Analyse von Aktienkennzahlen erst einmal sehr schwammig. Diese Einführung soll etwas detaillierter beschreiben, was sich dahinter verbirgt. Vermutlich wird sich die ein oder andere Unklarheit auch bei jeweiligen Artikeln klären, ansonsten bitte einfach per Kommentar nachfragen.

Die Grundlagen

  • Aktienpool mit 160 Aktien aus dem DAX, MDAX, TecDAX und SDAX.
    Dazu ist zu sagen, dass inzwischen der TecDAX aus Aktien der drei anderen Indizes besteht. So ist die Deutsche Telekom im DAX und im TecDAX vertreten. Oder Aixtron ist im MDX und TecDAX beheimatet. In den ersten Jahren der Auswertung war der TecDAX ein eigenständiger Index. So war Aixtron nur im TecDAX vertreten, nicht aber in einem der anderen drei Indizes.
  • Für jede Auswertung erfolgt für jedes Jahr eine Auswahl aus 20 Aktien mit der Haltedauer von einem Jahr.
    Beispielsweise werden für die KGV-Analyse des Jahres 2015 (Stichtag: 30.12.2014) aus den 160 Werten die 20 Aktien mit dem kleinsten KGV in ein Depot aufgenommen. Die Aktien werden gleichgewichtet.
  • Der Auswertezeitraum beträgt 8,5 Jahre (21.02.2014 bis 19.08.2022).
    Dieser Zeitraum ist relativ kurz. So hatte der DAX (Performance-Index, also der üblicherweise publizierte Index) in dieser Spanne nur zweimal (2018 und 2022) eine negative Performance. Damit sind Aussagen immer mit gewisser Vorsicht zu genießen.
    Ihr habt bestimmt alle schon Würfelspiele wie „Mensch-ärgere-Dich-nicht“ oder eines von Tausend anderen gespielt. Würfelt jemand zweimal hintereinander eine „Sechs“, so machen wir uns keine Gedanken darüber, da dies immer mal wieder vorkommt. Würfelt jemand fünfmal hintereinander eine „Sechs“, werden wir etwas stutzig. Geschieht das Ganze zehnmal hintereinander, gehen wir wohl alle von einer Manipulation aus.
    Auch an der Börse können Abweichungen von zufälligen Ereignissen bestimmt werden. Je größer der Zeitraum der Überprüfung ist, desto mehr werden zufällige Ereignisse eliminiert.
    Das soll aber nicht bedeuten, dass sich bei dem Zeitraum keine Aussagen und Rückschlüsse treffen lassen, zumal wir auch andere Daten und Informationen einfließen lassen können. Wir sollten aber diese Tatsache im Hinterkopf haben.
  • Transaktionskosten und Spreads beim An- und Verkauf werden nicht berücksichtigt.
  • Dividenden werden berücksichtigt.
    Ursprünglich war vorgesehen, die Dividenden außen vor zu lassen. Doch ein paar Überprüfumgen ergaben, dass dies das Ergebnis teilweise stark verfälschen würde. So liefern manche Kennzahlen nur eine Dividendenrendite im Bereich zwischen 0,5 und 1,0 Prozent, während die Auswertungen mit den höchsten Dividendenrenditen bis zu 6 Prozent Dividenden beinhalten. Dadurch landet die Dividendenkennzahl auf Platz 22 statt Platz 42 ohne Berücksichtigung der Dividenden.
    Ein so massiver Unterschied darf dann selbstverständlich nicht unter den Tisch gekehrt werden. Deshalb auch das etwas verspätete Erscheinen des ersten Artikels, da die Auswertung mit Dividenden doch mit einiger Arbeit verbunden war.
  • Die Jahre 2014 und 2022 beinhalten verkürzte Auswertezeiträume. So beginnt die Analyse 2014 erst am 21.02.2014, während die Zahlen 2022 nur bis zum 19.08. berücksichtigt sind.

Die Kennzahlen

  • Es werden 19 einfache Fundamental-Indikatoren wie KGV, KBV, KUV, KCV, PEG, Gewinn-Wachstum etc. analysiert. Bei einigen Indikatoren wird auch eine umgekehrte Auswertung vorgenommen. D.h. beispielsweise beim KGV, dass neben den 20 Aktien mit dem geringsten KGV auch die 20 Aktien mit dem höchsten KGV analysiert werden.
  • Daneben kommen 12 einfache, technische Indikatoren wie die Kursentwicklung des letzten Monats, der letzten drei, sechs und zwölf Monate oder auch Bezüge zur 90-Tage und zur 200-Tage-Linie zum Einsatz.
  • Weiter werden fünf gemischte, technische Indikatoren mit je zwei Kriterien untersucht, wie z.B. eine negative Kursentwicklung auf Jahressicht, aber über der 90-Tage-Linie.
  • Dazu kommen zwei gemischte Auswertungen mit mehreren technischen und fundamentalen Kennzahlen.
  • Last but not least sind 6 Auswertungen zu Vergleichszwecken vertreten, nämlich DAX und HDAX jeweils als Performance-Index, alle 160 Aktien und drei per Zufallsgenerator zusammengestellte Depots.

Anmerkungen zur Auswertung

  • Für die einzelnen Jahre wird immer ein Startwert von 1.000.000€ (sprich eine Million Euro) zur besseren, direkten Vergleichbarkeit verwendet. Also 2014 beträgt der Startdepotwert eine Million Euro, genauso 2015 und in den Folgejahren
    Nein, der Wert entstand nicht, weil meine Depots in dieser Größenordnung liegen. Auch gehe ich nicht davon aus, dass Ihr als Leser mit dieser Summe handelt.
    Hintergrund ist ganz einfach, dass bei der Depotzusammenstellung aller 160 Aktien bei kleinerer Gesamtsumme die Gewichtung einzelner Aktien aus dem Rahmen fällt. So stünden bei einer Depotgröße von immerhin 100.000€ nur 625€ pro Aktie zur Verfügung. Nun ist der Preis für die ein oder andere Einzelaktie aber höher – also: was tun sprach Zeus. Auch bei einer Aktie, die zu 400€ gehandelt wird, fehlen dann bei der Gewichtung über 50%.
  • Bei der Ermittlung des Gesamtdepotwertes wird selbstverständlich jeweils der Enddepotwert des Vorjahres als Startwert für das aktuelle Jahr verwendet.
  • Die Ursprungsdaten kommen von BoData Interactive.

Ziel der Auswertung

Vorab geht es nur um das Sammeln und das Begutachten der Daten.
Ob die Möglichkeit einer praktischen Umsetzung zur Verbesserung der Performance erzielt werden kann, ist erst für die Folgeserie geplant.

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