Schwergewichtsstrategie

Sleepy HippoErfolg durch schiere Größe?

Die Schwergewichtsstrategie setzt auf die Aktien mit der höchsten Marktkapitalisierung (= Aktienkurs * Anzahl der Aktien).

Hintergrund der Strategie ist die Vermutung, dass sehr große Firmen mit ihren Markennamen und Alleinstellungsmerkmalen auch profitabel arbeiten.

Einer Überprüfung kann dieser Ansatz jedoch nicht standhalten. In den Jahren 2007 bis 2013 schnitt der DAX bei der durchschnittlichen, jährlichen Rendite deutlich besser ab. Möglicherweise haben manche Unternehmen der Auswahl, die besten Jahre ihres zyklischen Aufschwunges schon hinter sich. Zumal u.U. einige Jahre in’s Land gehen können, bis sie die Auswahlkriterien bei der Schwergewichtsstrategie nicht mehr erfüllen.

Regeln der Schwergewichtsstrategie

 

  1. Die Marktkapitalisierung der 30 DAX-Werte am Jahresende ermitteln (z.B. über Börsen- und Finanzportale oder Börsenzeitschriften).
  2. Die Aktien nach Höhe der Marktkapitalisierung sortieren. An Position 1 steht die Aktie mit der höchsten Marktkapitalisierung.
  3. Die ersten 5 Werte der Rangliste zu gleichen Geldanteilen kaufen.
  4. Nach einem Jahr werden alle Werte verkauft, die sich nicht mehr unter den ersten fünf Positionen befinden, und die entsprechenden Nachrücker (die neu in den Top 5 sind) kaufen.

 

Aktualisierung:

Für den DAX sieht die Auswahl zum 30.12.2015 wie folgt aus:

 

Rang Unternehmen WKN Aktienkurs in € Anzahl
Aktien
Gesamt
Marktkapitalisierung in €
       
1 Bayer BAY001 115,80 € 826947800 95.760.555.240,00 €
2 SAP 716460 73,38 € 1228504000 90.147.623.520,00 €
3 Daimler 710000 77,58 € 1069837000 82.997.954.460,00 €
4 Siemens 723610 89,88 € 881000000 79.184.280.000,00 €
5 Deutsche Telekom 555750 16,69 € 4606652000 76.885.021.880,00 €
6 Allianz 840400 163,55 € 457000000 74.742.350.000,00 €
7 VW Vz. 766403 133,75 € 501295300 67.048.246.375,00 €
8 BASF BASF11 70,72 € 918478700 64.954.813.664,00 €
9 BMW 519000 97,63 € 656494800 64.093.587.324,00 €
10 Henkel Vz. 604843 103,20 € 437958700 45.197.337.840,00 €
11 Continental 543900 224,55 € 200006000 44.911.347.300,00 €
12 Merck 659990 89,57 € 434777900 38.943.056.503,00 €
13 Fresenius 578560 65,97 € 545688000 35.999.037.360,00 €
14 Deutsche Post 555200 25,95 € 1212754000 31.470.966.300,00 €
15 Deutsche Bank 514000 22,52 € 1379273000 31.061.227.960,00 €
16 Munich Re 843002 184,55 € 166844000 30.791.060.200,00 €
17 Linde 648300 133,90 € 185733200 24.869.675.480,00 €
18 Fres.Med.Care 578580 77,73 € 312847600 24.317.643.948,00 €
19 Beiersdorf 520000 84,16 € 252000000 21.208.320.000,00 €
20 Adidas A1EWWW 89,91 € 209216200 18.810.628.542,00 €
21 Eon ENAG99 8,93 € 2001000000 17.868.930.000,00 €
22 Deutsche Börse 581005 81,39 € 193000000 15.708.270.000,00 €
23 Infineon 623100 13,51 € 1129271000 15.256.451.210,00 €
24 HeidelbergCement 604700 75,62 € 187916500 14.210.245.730,00 €
25 Vonovia A1ML7J 28,55 € 466000600 13.304.317.130,00 €
26 Commerzbank CBK100 9,57 € 1252358000 11.985.066.060,00 €
27 ThyssenKrupp 750000 18,34 € 565937900 10.379.301.086,00 €
28 RWE 703712 11,71 € 614745500 7.198.669.805,00 €
29 Lufthansa 823212 14,56 € 464538800 6.763.684.928,00 €
30 K+S KSAG88 23,62 € 191400000 4.520.868.000,00 €

Werfen Sie dazu auch einen Blick auf das virtuelle Depot.

 

Vor- und Nachteile der Schwergewichtsstrategie

 

Nachteile:

  • Die Mischung der Unternehmen im Depot ist oft einseitig.
  • Bis die Aktien, deren Trend absteigend ist, aus der Auswahl fallen und verkauft werden, können Jahre vergehen. Entsprechen haben die Kurse ein hohes Verlustpotential.
  • Größe kann zu Lasten der Flexibilität (z.B. in Krisenzeiten) gehen.

 

Vorteile:

  • Die Gefahr der Insolvenz geht bei Firmen dieser Größenordnung fast gegen Null.
  • Die Umsetzung erfordert nur einen minimalen Aufwand.
  • Die Investition ist frei von Emotionen.
  • Die Umschichtung der Aktien erfolgt nur einmal im Jahr.

 

Performance der Strategie

Auch hier gilt: Renditen aus der Vergangenheit sind keine Garantie für Renditen in der Zukunft.
Der DAX stieg zwischen 2007 und 2013 jährlich um durchschnittlich 4,95 %. Im gleichen Zeitraum erzielte die Schwergewichtsstrategie eine jährliche Rendite von 0,33%.

Sehen wir uns näher an, was aus 10.000 $ Startkapital mit diesen Renditen geworden wäre:

 

Bezug Strategie Zeitraum Jährliche Rendite Start-kapital Kapital am Ende des Zeitraums
DAX alle Werte 2007-2013 4,95% 10.000 € 14.029 €
DAX Schwergewichtsstrategie (1)
2007-2013 0,33% 10.000 e 10.239 €

(1) eigene Daten

 

Modifizierte Trendfolgestrategie (Teil 1)

1029092_60505754Bei der zuvor vorgestellten mechanischen Trendfolgestrategie werden die 5 Aktien, die im Vorjahr prozentual am stärksten angestiegen sind, gekauft und ein Jahr gehalten. Auf einen Trendwechsel bzw. auf einen Bärenmarkt wird unter Umständen sehr spät (im ungünstigsten Fall erst knapp 12 Monate später) reagiert. Dies kann bei entsprechenden Phasen zu einer sehr schlechten Performance der Strategie führen.

Aus diesem Grund wollen wir nach Möglichkeiten suchen, um die Risiken zu minimieren, ohne die Rendite zu schmälern.

Um Vergleiche anstellen zu können, müssen wir zuerst die Rendite der mechanischen Trendfolgestrategie für einen bestimmten Zeitraum ermitteln.

Anschließend definieren wir verschiedene Ausstiegskriterien und stellen die modifizierten Strategien der „Standard“-Strategie gegenüber.

In der folgenden Tabelle wird die Performance der Trendfolgestrategie der Jahre 2007 bis 2013 aufgeführt. Dabei wurden die Aktien der 5 Unternehmen, die die o.a. Aufnahmebedingungen erfüllten am ersten Handelstag des jeweiligen Jahres zum Eröffnungskurs gekauft und zum Schlußkurs des letzten Handelstages des Jahres verkauft. Dividendenzahlungen sind mit eingerechnet.

 

Jahr Performance DAX Performance der Strategie
     
2007 21,96% 51,10%
2008 -40,22% -28,13%
2009 22,66% -8,96%
2010 15,71% 45,59%
2011 -15,42% -13,34%
2012 29,02% 30,00%
2013 24,22% 16,57%
2007-2013 4,95% 9,52%
Entwicklung mit Startkapital 10.000 € 14.028,78 € 18.901,64 €

 

Bei der Analyse der Daten fallen 3 Punkte ins Auge:

  1. Über den untersuchten Zeitraum von 7 Jahren schneidet die Trendfolgestrategie mit einer jährlichen Rendite von 9,34% deutlich besser ab als der DAX mit 4,95%.
  2. Obwohl die Strategie in den Bärenjahren 2008 und 2011 besser als der DAX abschneidet, sind die Verluste doch erheblich (vor allem in 2008 mit über 28% Verlust).
  3. Nach der Finanzkrise ist die Performance der Strategie im Jahr 2009 deutlich schlechter als der DAX. Nach Krisenjahren kann oft festgestellt werden, dass Trends drehen, d.h. bisherige Gewinneraktien können an zurückliegende Erfoge nicht mehr anknüpfen. Dafür rücken andere Unternehmen in den Fokus.

Am letzten Punkt können wir wenig ändern, da sich die Strategie ja nach den Trends der Vergangenkeit richtet. Prinzipiell besteht die Möglichkeit nach einem Jahr mit sinkenden Kursen, einfach die nächsten 12 Monate auszusetzen, also das Geld zu parken. Allerdings hätten wir dadurch auch die Rendite von 30% im Jahr 2012 verpaßt.

Deshalb wollen wir uns auf die beiden ersten Punkte konzentrieren, was bedeutet, deutlich besser als der DAX abzuschneiden, bei gleichzeitiger Reduzierung des Verlustrisikos.

Nachfolgend werden 6 Ausstiegskriterien definiert. Anschließend werden wir untersuchen, wie sich die Veränderungen auf die Performance auswirken:

 

  1. Falls der Kurs eines Wertes aus unserem Depot unter die 90-Tage-Linie fällt, wird der Wert ersatzlos verkauft. Sollte der Aktienkurs bereits am Tag der Strategieumstellung (am ersten Handelstag des Jahres) unter dem gleitenden Durchschnitt liegen, so wird der Wert nicht gekauft und der entsprechende Geldbetrag verbleibt im Depot. Dies gilt auch für die weiteren Punkte.
  2. Wie Punkt 1 allerdings mit der Ausnahme, dass der Aktienkurs mindestens 5% unter die 90-Tage-Linie fallen muss, bevor der Wert abgestoßen wird. Dadurch sollen kurzfristige Fehlsignale unterdrückt werden.
  3. Wie Punkt 1 wobei die 200-Tage-Linie als Auslösekriterium verwendet wird. D.h. der Wert wird verkauft, sobald er unter die 200-Tage-Linie fällt.
  4. Wie Punkt 3 allerdings mit der Ausnahme, dass der Aktienkurs mindestens 5% unter die 200-Tage-Linie fallen muss, bevor der Wert abgestoßen wird.
  5. Sobald die 90-Tage-Linie fällt, d.h. der aktuelle Wert des gleitenden Durchschnitts kleiner wird als der des Vortages, wird der entsprechende Titel veräußert.
  6. Sobald die 200-Tage-Linie fällt, d.h. der aktuelle Wert des gleitenden Durchschnitts kleiner wird als der des Vortages, wird der entsprechende Titel abgestoßen.

 

  Ergebnis 2007 Ergebnis 2008 Ergebnis 2009 Ergebnis 2010 Ergebnis 2011 Ergebnis 2012 Ergebnis 2013 Ergebnis 2007-2013
         
90-Tage-Linie nach unten durchbrochen 34,97% -9,86% -2,47% 2,87% -2,24% 13,39% -4,26% 3,58%
90-Tage-Linie 5% nach unten durchbrochen 29,92% -11,88% -4,24% 1,78% -5,25% 12,23% -8,30% 0,97%
200-Tage-Linie nach unten durchbrochen 38,13% -12,85% -1,11% 0,16% 2,09% 9,26% -7,78% 2,53%
200-Tage-Linie 5% nach unten durchbrochen 34,91% -16,45% -2,94% 2,62% -3,07% 29,40% 8,29% 5,76%
fallende 90-Tage Linie 37,86% -11,85% -2,41% 7,82% -5,08% 11,82% -4,72% 3,39%
Fallende 200-Tage Linie 51,89% -8,50% -2,85% 30,82% -11,98% 11,64% 10,00% 9,21%
Vergleich DAX 21,96% -40,22% 22,66% 15,71% -15,42% 29,02% 24,22% 4,95%
Standard Trendfolgestrategie 51,10% -28,13% -8,96% 45,59% -13,34% 30,00% 16,57% 9,34%


Nach Auswertung der Daten lassen sich folgende Aussagen treffen:

  • In Börsenjahren mit negativer DAX-Performance schneiden alle modifizierten Strategien besser ab als der DAX und die Standard-Trendfolgestrategie.
  • In Börsenjahren mit positiver DAX-Performance schneiden alle modifizierten Strategien schlechter ab als der DAX und die Standard-Trendfolgestrategie (außer mit Abstrichen die Methode der fallenden 200-Tage-Linie).
  • Nur die Methode der fallenden 200-Tage-Linie kann mit einer jährlichen Gewinnrate von 9,21% an das Ergebnis der Standard-Trendfolgestrategie (9,34%) anknüpfen. Alle anderen Strategien haben eine deutlich schlechtere Performance bezogen über den Analysezeitraum von 7 Jahren.

Somit wollen wir die Methode der fallenden 200-Tages-Linie als modifizierte Trendfolgestrategie einsetzen. Über den Zeitraum der Analyse verbindet diese die Performance der Standard-Strategie, bei Begrenzung des Risikos nach unten.

 

 Regeln der modifizierten Trendfolgestrategie

  1. Die 1-Jahres Performance der 30 DAX-Werte ermitteln (z.B. über Ariva oder Onvista ).
  2. Die Aktien nach Höhe der 1-Jahres Performance sortieren. An Position 1 steht die Aktie mit der höchsten Jahresperformance.
  3. Die ersten fünf Werte der Rangliste zu gleichen Geldanteilen kaufen, sofern deren 200-Tage-Linie nicht fällt. Falls ein Wert das Kriterium nicht erfüllt, bleiben die rund 20% des Kapitals als Bargeld im Depot.
  4. Es erfolgt eine wöchentliche Prüfung, ob die 200-Tage-Linien der selektierenden Wertpapiere fallen. Falls dies zutrifft werden die entsprechenden Aktien verkauft. Der Verkaufserlös bleibt als Bargeld im Depot bis zum nächsten Kaufzyklus. Nach einem Jahr werden alle noch vorhandenen Werte verkauft und erneut die fünf Wertpapiere mit der höchsten Jahresperformance gekauft.

 

Für den DAX sieht die Auswahl zum 28.02.2014 wie folgt aus (alle Werte erfüllen das Einstiegskriterium):

 

Unternehmen WKN 52-Wochen-Performance in%
Continental 543900 93,62
Deutsche Post 555200 56,35
Deutsche Telekom 555750 49,65
Daimler 710000 47,68
Bayer BAY001 35,19
Lufthansa 823212 26,91
Infineon 623100 25,95
Siemens 723610 25,46
Allianz 840400 23,55
Commerzbank CBK100 22,83
Deutsche Börse 581005 22,45
Henkel Vz. 604843 20,44
Adidas A1EWWW 19,88
BMW 519000 19,17
Merck 659990 18,96
Fresenius 578560 18,48
Munich Re 843002 16,65
HeidelbergCement 604700 14,55
ThyssenKrupp 750000 14,05
BASF BASF11 13,75
VW Vz. 766403 12,25
Beiersdorf 520000 10,93
E.ON ENAG99 8,67
Linde 648300 8,58
RWE 703712 4,78
Deutsche Bank 514000 0,13
SAP 716460 -2,37
Fres.Med.Care 578580 -7,6
Lanxess 547040 -17,58
K+S KSAG88 -31,03

Das Depot wird zum 02.01.2015 aufgelöst.

 

Die Vor- und Nachteile entsprechen denen der mechanischen Trendfolgestrategie.

Kombinationsstrategie

Jenstadjuvet's gorge, junction of five different water routes

 

Die Kombinationsstrategie ist die Verknüpfung aus Trendfolge- und Umkehr-strategie.

Das Konzept zielt darauf ab, die Vorteile beider Systeme zu verbinden bei gleichzeitiger Verringerung des Risikos.

Es werden jeweils die 3 Aktien des DAX erworben, die in den letzten 12 Monaten die höchste und die niedrigste Performance entwickelten.

Bitte verwechseln Sie diese nicht mit der Optionsstrategie gleichen Namens, bei der jeweils Call- und Put-Optionsscheine auf identische Basiswerte und identischen Fälligkeitsterminen gekauft werden. 

 

 

 

Regeln der Kombinationsstrategie

 

  1. Die 1-Jahres Performance der 30 DAX-Werte ermitteln (z.B. über Ariva oder Onvista ).
  2. Die Aktien nach Höhe der 1-Jahres Performance sortieren. An Position 1 steht die Aktie mit der höchsten Jahresperformance.
  3. Die ersten 3 Werte und die letzten 3 Werte der Rangliste zu gleichen Geldanteilen kaufen.
  4. Nach einem Jahr werden alle Werte verkauft und erneut die 6 Wertpapiere mit der höchsten und niedrigsten Jahresperformance gekauft.

 

Aktualisierung:

Für den DAX sieht die Auswahl zum 30.12.2015 wie folgt aus:

 

Rang Unternehmen WKN 52-Wochen-Performance in%
       
1 Adidas A1EWWW 56,04
2 Fresenius 578560 52,85
3 Infineon 623100 52,69
4 Deutsche Börse 581005 37,44
5 HeidelbergCement 604700 28,58
6 Continental 543900 27,91
7 Deutsche Telekom 555750 25,96
8 SAP 716460 25,95
9 Fres.Med.Care 578580 25,68
10 Beiersdorf 520000 24,83
11 Allianz 840400 19,08
12 Henkel Vz. 604843 15,41
13 Merck 659990 14,22
14 Daimler 710000 12,48
15 Munich Re 843002 11,34
16 BMW 519000 8,76
17 Vonovia A1ML7J 6,72
18 Lufthansa 823212 5,31
19 K+S KSAG88 3,08
20 Bayer BAY001 2,48
21 BASF BASF11 1,20
22 Deutsche Post 555200 -4,03
23 Siemens 723610 -4,13
24 Deutsche Bank 514000 -9,85
25 Commerzbank CBK100 -12,82
26 Linde 648300 -13,16
27 ThyssenKrupp 750000 -13,73
28 VW Vz. 766403 -27,57
29 Eon ENAG99 -37,08
30 RWE 703712 -54,35

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Vor- und Nachteile der Kombinationsstrategie

 

Da es sich bei der Kombinationsstratige aus einer Mischung der Trendfolge- und Umkehrstrategie handelt, gelten die jeweiligen Vor- und Nachteile der Trendfolge- und Umkehrstrategie.

 

Umkehrstrategie

Hairpin bend on a mountainsideDie Umkehrstrategie (auch antizyklische Strategie genannt) ist der gegensätzliche Ansatz zur mechanischen Trendfolge-strategie.

Hier werden die 5 Aktien des DAX gekauft, die in den vergangenen 12 Monaten die schlechteste Performance aufwiesen.

Hintergrund ist die Vermutung, dass die Aktienkurse aufgrund wirtschaftlicher Probleme des Unternehmens auf Talfahrt gingen und starke Firmen in der Lage sind, die Schwierigkeiten zu überwinden.

Aber die Betonung liegt auf „starke“ Firmen im Sinne von finanziell starken Unternehmen. Kleine Firmen können unter Umständen die Krise nicht überleben. Während andere Strategien von der Auswahl der Firmengrößen her flexibler gehandhabt werden können, sollte bei der Umkehrstrategie tatsächlich nur auf DAX-Werte zurückgegriffen werden.

Regeln der Umkehrstrategie

 

  1. Die 1-Jahres Performance der 30 DAX-Werte ermitteln (z.B. über Ariva oder Onvista ).
  2. Die Aktien nach Höhe der 1-Jahres Performance sortieren. An Position 1 steht die Aktie mit der schlechtesten Jahresperformance.
  3. Die ersten 5 Werte der Rangliste zu gleichen Geldanteilen kaufen.
  4. Nach einem Jahr werden alle Werte verkauft und erneut die 5 Wertpapiere mit der niedrigsten Jahresperformance gekauft.

 

Aktualisierung:

Für den DAX sieht die Auswahl zum 30.12.2015 wie folgt aus:

 

Rang Unternehmen WKN 52-Wochen-Performance in%
       
30 RWE 703712 -54,35
29 Eon ENAG99 -37,08
28 VW Vz. 766403 -27,57
27 ThyssenKrupp 750000 -13,73
26 Linde 648300 -13,16
25 Commerzbank CBK100 -12,82
24 Deutsche Bank 514000 -9,85
23 Siemens 723610 -4,13
22 Deutsche Post 555200 -4,03
21 BASF BASF11 1,20
20 Bayer BAY001 2,48
19 K+S KSAG88 3,08
18 Lufthansa 823212 5,31
17 Vonovia A1ML7J 6,72
16 BMW 519000 8,76
15 Munich Re 843002 11,34
14 Daimler 710000 12,48
13 Merck 659990 14,22
12 Henkel Vz. 604843 15,41
11 Allianz 840400 19,08
10 Beiersdorf 520000 24,83
9 Fres.Med.Care 578580 25,68
8 SAP 716460 25,95
7 Deutsche Telekom 555750 25,96
6 Continental 543900 27,91
5 HeidelbergCement 604700 28,58
4 Deutsche Börse 581005 37,44
3 Infineon 623100 52,69
2 Fresenius 578560 52,85
1 Adidas A1EWWW 56,04

 

Werfen Sie dazu auch einen Blick auf das virtuelle Depot.

Vor- und Nachteile der Umkehrstrategie

 

Nachteile:

  • Nicht jede Aktie, deren Kurs stark gefallen ist, ist auch wirklich „günstig“.
  • Die Zeiträume bis die Kurse nachhaltig steigen, können sehr lange sein.
  • Die Börsenweisheit „Greife nie in ein fallendes Messer“ wird verletzt.
  • In Bullenmärkten können lukrative Trends verpasst werden.

Vorteile:

  • Die Strategie ist leicht verständlich.
  • Die Umsetzung erfordert nur einen minimalen Aufwand.
  • Die Investition ist frei von Emotionen.
  • Die Umschichtung der Aktien erfolgt in der Regel nur einmal im Jahr.
  • Es kann großes Turnaround-Potential entstehen.

 

Trendfolgestrategie

Indonesia, Jakarta style of traffic jamDie Trendfolgestrategie ist der technischen Analyse zuzuordnen und wird überwiegend beim Daytrading und kurzfristigem Anlagehorizont verwendet. Die Strategie läßt sich aber auch längerfristig einsetzen.

Diesen längerfristigen Ansatz wollen wir in diesem Artikel vorstellen.

Dazu werden die 5 Aktien des DAX zu gleichen Geldanteilen gekauft, die in den letzten 12 Monaten den höchsten Kursanstieg verzeichneten. Nach einem Jahr werden die Wertpapiere verkauft und durch die neuen „Highflyer“ ersetzt. In einigen Quellen wird nur der Kauf von 3 Titeln vorgeschlagen, was aber die Volatilität und entsprechend das Risiko erhöht.

Die Strategie geht in die Richtung der Relativen-Stärke-Strategie. Hier hatte – wie bereits erwähnt – Robert Levy festgestellt, dass Aktien, die über einen längeren Zeitraum gestiegen waren, diese Tendenz zumeist noch eine zeitlang beibehalten.

Bei der mechanischen Trendfolgestrategie, die hier eingesetzt wird, macht sich negativ bemerkbar, dass auf Trendwechsel erst sehr spät reagiert wird, was vor allem in einem Bärenmarkt fatale Folgen haben kann.

Aus diesem Grund wird in einem der nächsten Artikel eine modifizierte Strategie vorgestellt, die die Nachteile abmildern soll.

Regeln der Trendfolgestrategie

 

  1. Die 1-Jahres Performance der 30 DAX-Werte ermitteln (z.B. über Ariva oder Onvista ).
  2. Die Aktien nach Höhe der 1-Jahres Performance sortieren. An Position 1 steht die Aktie mit der höchsten Jahresperformance.
  3. Die ersten 5 Werte der Rangliste zu gleichen Geldanteilen kaufen.
  4. Nach einem Jahr werden alle Werte verkauft und erneut die 5 Wertpapiere mit der höchsten Jahresperformance gekauft.

 

Aktualisierung:

Für den DAX sieht die Auswahl zum 30.12.2015 wie folgt aus:

 

Rang Unternehmen WKN 52-Wochen-Performance in%
       
1 Adidas A1EWWW 56,04
2 Fresenius 578560 52,85
3 Infineon 623100 52,69
4 Deutsche Börse 581005 37,44
5 HeidelbergCement 604700 28,58
6 Continental 543900 27,91
7 Deutsche Telekom 555750 25,96
8 SAP 716460 25,95
9 Fres.Med.Care 578580 25,68
10 Beiersdorf 520000 24,83
11 Allianz 840400 19,08
12 Henkel Vz. 604843 15,41
13 Merck 659990 14,22
14 Daimler 710000 12,48
15 Munich Re 843002 11,34
16 BMW 519000 8,76
17 Vonovia A1ML7J 6,72
18 Lufthansa 823212 5,31
19 K+S KSAG88 3,08
20 Bayer BAY001 2,48
21 BASF BASF11 1,20
22 Deutsche Post 555200 -4,03
23 Siemens 723610 -4,13
24 Deutsche Bank 514000 -9,85
25 Commerzbank CBK100 -12,82
26 Linde 648300 -13,16
27 ThyssenKrupp 750000 -13,73
28 VW Vz. 766403 -27,57
29 Eon ENAG99 -37,08
30 RWE 703712 -54,35

Werfen Sie dazu auch einen Blick auf das virtuelle Depot.

 

Vor- und Nachteile der Trendfolgestrategie

 

Nachteile:

  • Die Kurse der Aktien mit hoher Performance sind bereits stark gestiegen.
  • Bis die Aktien verkauft werden, kann der Kurs bereits stark gefallen sein.
  • Auch deshalb schneidet die Strategie in einem Bärenmarkt  nicht so gut ab.
  • Vielen Anlegern kostet es Überwindung bei hohen Kursen zu kaufen.

 

Vorteile:

  • Die Strategie ist leicht verständlich.
  • Die Umsetzung erfordert nur einen minimalen Aufwand.
  • Die Investition ist frei von Emotionen.
  • Die Umschichtung der Aktien erfolgt in der Regel nur einmal im Jahr.
  • Die Börsenweisheit “The trend is your friend” wird befolgt.

 

Relative-Stärke-Strategie

Vector graphic by SRBicharaDie Relative-Stärke-Strategie wird auch als Momentum-Strategie bezeichnet.

Der englische Begriff „momentum“ bedeutet im Deutschen Impuls (Schwungkraft).

Der Impuls ist definiert als das Produkt aus Masse und Geschwindigkeit. Analog bezeichnet das Momentum in der Charttechnik die Messung der Stärke einer Kursbewegung.

Bereits 1967 stellte Robert Levy in einer Studie fest, dass Aktien, die sich über einen längeren Zeitraum (die besten Ergebnisse erzielte Levy bei einem Zeitraum von 26 Wochen) positiv entwickelten, auch in den folgenden 6 bis 12 Monaten überdurchschnittlich stiegen.

Aus einem Aktienpool von 200 Aktien der NewYork Stock Exchange ermittelte er die relative Stärke für einen Zeitraum von 26 Wochen, heute verwenden wir stattdessen 130 Tage (26 Wochen x 5 Börsentage). Entsprechen lautet die Formel:

 

 RSL = \dfrac {aktueller\ Schlusskurs} {Gleitender\ Durchschnitt\ der\ letzten\ 130\ Tage}

 

Danach sortierte er die Aktien nach der relativen Stärke, wobei der Wert mit der höchsten relativen Stärke auf Ranglistenplatz 1 steht, und kaufte die Aktien, die sich auf den obersten 5 – 7 % der Rangliste befinden.

Levy erstellte wöchentlich eine neue Rangliste. Sobald ein Wert in die unteren 31 % der Tabelle abgefallen war, wurde er verkauft und durch den obersten Wert, der sich noch nicht im Depot befand, ersetzt.

Obwohl die Effizienzmarkttheorie aussagt, dass Kurse aus der Vergangenheit keinen Einfluß auf Kurse in der Zukunft haben, wurde die Wirksamkeit der Relativen-Stärke-Strategie in vielen Studien und in unterschiedlichen Märkten bestätigt.

Der große Kritikpunkt der Strategie nach Levy ist die Tatsache, dass die Aktien im Depot unter Umständen viel an Wert verlieren, bevor Sie das Verkaufskriterium erreichen.

Deswegen wurde das Verfahren auf unterschiedlichste Art und Weise modifiziert. Die Strategie läßt sich auf unterschiedliche Märkte, Regionen und Anlageklassen anwenden. Sie kann mit unterschiedlichen Haltedauern und Ausstiegskriterien versehen und mit anderen Strategien kombiniert werden.

Im Folgenden werden wir uns auf zwei Varianten konzentrieren:

  1. Die Strategie nach Levy, aber mit einer maximalen Haltedauer von einem Jahr.
  2. Die Strategie von Levy kombiniert mit der „Sell-in-Summer“-Strategie.

Die Aktien wählen wir aus dem 110 Werte umfassenden HDAX (DAX + MDAX + TecDAX), da Untersuchungen zeigten, dass eine zu kleiner Aktienkorb, wie z.B. nur die 30 DAX-Werte, zu einer schlechteren Performance führen.

 Die Regeln der Relativen-Stärke-Strategie nach Levy (modifiziert)

 

  1. Die relative Stärke nach Levy (RSL) für die 110 Werte des HDAX ermitteln (z.B. über http://www.tradesignalonline.com/scanner/ ).
  2. Die Aktien nach Höhe des RSL sortieren. An Position 1 steht die Aktie mit der höchsten relativen Stärke.
  3. Die ersten 7 Werte der Rangliste zu gleichen Geldanteilen kaufen.
  4. Die Reihenfolge der relativen Stärke am Monatsende überprüfen. Fällt eine Aktie im Depot unter den Ranglistenplatz 76, so wird sie verkauft und mit dem Geld die Aktie mit dem höchsten RSL-Wert, die noch nicht im Depot ist gekauft.
  5. Nach einem Jahr werden alle Werte verkauft und die 7 Wertpapiere mit dem höchsten RSL gekauft.

 

 Die Regeln der Relativen-Stärke-Strategie kombiniert mit „Sell-in-Summer“

 

  1. Die relative Stärke nach Levy (RSL) für die 110 Werte des HDAX ermitteln (z.B. über http://www.tradesignalonline.com/scanner/ ).
  2. Die Aktien nach Höhe des RSL sortieren. An Position 1 steht die Aktie mit der höchsten relativen Stärke.
  3. Die ersten 7 Werte der Rangliste zu gleichen Geldanteilen kaufen.
  4. Am letzten Handelstag im Juli alle Aktien verkaufen.
  5. Am ersten Handelstag im Oktober die Schritte 1 bis 3 wiederholen und die Aktien bis zum letzten Handelstag im Dezember halten.
  6. Ansonsten gelten die Verkaufskriterien der Relativen-Stärke Strategie nach Levy.

 

Aktualisierung:

Für den HDAX sieht die Auswahl zum 30.12.2015 wie folgt aus:

 

Rang Name RSL
     
1 SMA SOLAR TECHNOL.AG 1,380
2 GFT TECHNOLOGIES SE 1,289
3 NEMETSCHEK AG O.N. 1,272
4 CANCOM SE O.N. 1,247
5 INFINEON TECH.AG NA O.N. 1,225
6 SARTORIUS AG VZO O.N. 1,200
7 STRATEC BIOMEDICAL NAM.ON 1,200
8 NORDEX SE O.N. 1,197
9 ADIDAS AG NA O.N. 1,170
10 ZALANDO SE 1,158
11 SUEDZUCKER AG O.N. 1,153
12 JUNGHEINRICH AG O.N.VZO 1,150
13 LUFTHANSA AG VNA O.N. 1,144
14 WINCOR NIXDORF O.N. 1,143
15 BILFINGER SE O.N. 1,135
16 WIRECARD AG 1,132
17 RHEINMETALL AG 1,120
18 CARL ZEISS MEDITEC AG 1,119
19 COMPUGROUP MED.AG O.N. 1,118
20 STADA ARZNEIMITT.VNA O.N. 1,118
21 ADVA OPT.NETW.SE O.N. 1,113
22 JENOPTIK AG O.N. 1,110
23 SAP SE O.N. 1,110
24 STROEER SE 1,110
25 UTD.INTERNET AG NA 1,110
26 KION GROUP AG 1,101
27 FIELMANN AG O.N. 1,100
28 KUKA AG 1,100
29 NORMA GROUP SE NA O.N. 1,100
30 ELRINGKLINGER AG NA O.N. 1,096
31 BECHTLE AG O.N. 1,090
32 GERRESHEIMER AG 1,090
33 HEIDELBERGCEMENT AG O.N. 1,090
34 CTS EVENTIM KGAA 1,086
35 DMG MORI AG O.N. 1,086
36 EVOTEC AG O.N. 1,083
37 ALLIANZ SE VNA O.N. 1,080
38 BAY.MOTOREN WERKE AG ST 1,080
39 CONTINENTAL AG O.N. 1,080
40 HANN.RUECK SE NA O.N. 1,080
41 HOCHTIEF AG 1,080
42 KRONES AG O.N. 1,080
43 LEG IMMOBILIEN AG 1,080
44 MTU AERO ENGINES NA O.N. 1,080
45 RHOEN-KLINIKUM O.N. 1,079
46 METRO AG ST O.N. 1,071
47 MUENCH RUECKVERS.VNA O.N. 1,070
48 DEUTSCHE WOHNEN AG INH 1,069
49 TAG IMMOBILIEN AG 1,065
50 FUCHS PETROL.SE VZO O.N. 1,053
51 QIAGEN NV EO -,01 1,052
52 BEIERSDORF AG O.N. 1,050
53 SYMRISE AG INH. O.N. 1,050
54 FREENET AG NA 1,041
55 FRAPORT AG FFM.AIRPORT 1,040
56 FRESEN.MED.CARE KGAA O.N. 1,040
57 FRESENIUS SE+CO.KGAA O.N. 1,040
58 DEUTSCHE TELEKOM AG NA 1,031
59 AIRBUS GROUP SE 1,030
60 HENKEL AG+CO.KGAA VZO 1,030
61 SOFTWARE AG O.N. 1,023
62 GEA GROUP AG 1,021
63 TALANX AG NA O.N. 1,021
64 DEUTSCHE BOERSE NA O.N. 1,020
65 MERCK KGAA O.N. 1,020
66 PROSIEBENSAT.1 NA O.N. 1,013
67 DAIMLER AG NA O.N. 1,010
68 HELLA KGAA HUECK+CO. O.N. 1,009
69 VONOVIA SE NA O.N. 1,002
70 A.SPRINGER SE VNA 1,000
71 SIEMENS AG NA 1,000
72 DEUTSCHE EUROSHOP AG O.N. 0,998
73 DEUTSCHE POST AG NA O.N. 0,995
74 KLOECKNER + CO SE NA 0,992
75 XING AG NA. 0,990
76 DUERR AG O.N. 0,980
77 PFEIFFER VACUUM TECH.O.N. 0,970
78 RTL GROUP 0,970
79 WACKER CHEMIE O.N. 0,960
80 BRENNTAG AG 0,956
81 BASF SE NA O.N. 0,950
82 BAYER AG NA 0,950
83 EVONIK INDUSTRIES AG 0,936
84 THYSSENKRUPP AG O.N. 0,936
85 MORPHOSYS AG O.N. 0,930
86 VOLKSWAGEN AG VZO O.N. 0,930
87 DRILLISCH AG O.N. 0,926
88 COMMERZBANK AG 0,919
89 E.ON SE NA 0,908
90 TELEFONICA DTLD HLDG AG 0,906
91 QSC AG NA O.N. 0,905
92 LANXESS AG 0,898
93 LPKF LASER+ELECTRON. 0,883
94 DRAEGERWERK VZO O.N. 0,880
95 AAREAL BANK AG 0,873
96 DEUTSCHE BANK AG NA O.N. 0,862
97 LINDE AG O.N. 0,860
98 SALZGITTER AG O.N. 0,847
99 RIB SOFTWARE AG NA 0,845
100 RWE AG ST O.N. 0,844
101 SILTRONIC AG NA O.N. 0,844
102 OSRAM LICHT AG NA O.N. 0,840
103 AURUBIS AG 0,836
104 HUGO BOSS AG NA O.N. 0,800
105 K+S AG NA O.N. 0,789
106 DIALOG SEMICOND. LS-,10 0,777
107 LEONI AG NA O.N. 0,774
108 AIXTRON SE NA O.N. 0,724

Werfen Sie dazu auch einen Blick auf die beiden virtuellen Depots.

 

Vor- und Nachteile der Relativen-Stärke-Strategie

 

Nachteile:

  • Die Kurse der Aktien mit großer relativer Starke sind bereits stark gestiegen.
  • Bis die Verkaufskriterien greifen, kann der Kurs bereits stark gefallen sein.
  • Auch deshalb schneidet die Strategie in einem Bärenmarkt  nicht so gut ab.
  • Vielen Anlegern kostet es Überwindung bei hohen Kursen zu kaufen.

Vorteile:

  • Die Strategie ist leicht verständlich.
  • Die Umsetzung erfordert nur einen minimalen Aufwand (bei Verwendung von Tools für die Erstellung der RSL-Rangliste).
  • Die Investition ist frei von Emotionen.
  • Die Umschichtung der Aktien erfolgt in der Regel nur 1 bis 2-mal im Jahr.
  • Die Börsenweisheit „The trend is your friend“ wird befolgt.

 

Performance der Strategie

Auch hier gilt: Renditen aus der Vergangenheit sind keine Garantie für Renditen in der Zukunft.

Beim Renditevergleich der relativen Stärke-Strategie muss berücksichtigt werden, dass die einzelnen Strategien untereinander häufig leicht abgewandelt sind (z.B. Haltedauer).
Der DAX (Performance-Index inklusive Dividenden) stieg zwischen 1989 und 2011 jährlich um durchschnittlich 6,62 %. Im gleichen Zeitraum erzielte die Relative-Stärke-Strategie eine jährliche Rendite von 8,62 %.

US-Aktien mit hoher Marktkapitalisierung erzielten von 1952 bis 2003 eine jährliche Rendite von 11,7 %, während die 50 Aktien mit der höchsten relativen Stärke um 14,7 % stiegen.

Sehen wir uns näher an, was aus 10.000 € (bzw. $) Startkapital mit diesen Renditen geworden wäre:

 

Bezug Strategie Zeitraum Jährliche Rendite Startkapital Kapital am Ende des Zeitraums
DAX(1) alle Werte 1989-2011 6,62% 10.000 € 43.680 €
DAX(1) Relative-Stärke Strategie(2) 1989-2011 8,62% 10.000 € 66.976 €
US-Aktien(3) alle Werte 1952-2003 11,7% 10.000 $ 3.153.000 $
US-Aktien(3) 50 Aktien höchste relative Stärke(4)
1952-2003 14,7% 10.000 $ 12.511.000 $

(1) Quelle: Oliver Paesler, captimizer.de

(2) halbjährliche Anpassung

(3) Quelle: James P. O’Shaughnessy, What Works on Wall Street – A Guide to the Best-Performing Investment Strategies of all Time

(4) jährliche Anpassung

Dividendenstrategie „Low-2“ und „Low-1“

Deep water warning signDie „Low-2“-Strategie, auch als „Unemotional Value Two“ bekannt, entspricht dem Prinzip nach der „Unemotional Value Four“-Strategie, mit dem Unterschied, dass statt 4 Aktien nur 2 Aktien in das Depot aufgenommen werden. Dabei wählte Robert Sheard immer den Wert mit dem zweitniedrigsten Kurs. Dazu kommt der Wert mit dem niedrigsten Kurs, falls dieser nicht die höchste Dividendenrendite aufweist, ansonsten den Wert mit dem drittniedrigsten Kurs.

Die „Low-1″-Startegie (Penultimate Profit Prospect, auf  deutsch:“vorletzter Gewinnkandidat“) von Michael O’Higgins und John Downes geht noch einen Schritt weiter und nimmt nur die Aktie mit dem zweitniedrigsten Kurs auf.

Für beide Strategien gilt: höhere Gewinnchancen werden mit höherer Volatilität, also höherem Risiko erkauft. Deshalb sollten diese Strategien immer nur mit einem kleinen Teil des Gesamtkapitals umgesetzt werden (Stichwort Risikomanagement).

Die Regeln der „Low-2“-Strategie

 

  1. Einen Index auswählen (O’Higgins bezog sich auf den Dow Jones, wir setzen den DAX ein).
  2. Zu Jahresbeginn die 10 Werte mit der höchsten Dividendenrendite heraussuchen.
  3. Hat der Wert mit dem niedrigsten Aktienkurs (Ranglistenwert 1) die höchste Dividendenrendite der zehn Werte, so wird dieser gestrichen.
  4. Die verbliebenen Ranglistenwerte 1 bis 2 einfach gewichtet kaufen (je 50 %).
  5. Nach einem Jahr die Zusammensetzung prüfen, d.h. die Werte, die nicht mehr zu den Top 2 zählen, verkaufen und mit dem Verkaufserlös die Unternehmen, die neu in den Top 2 sind, nachkaufen. 

 

Aktualisierung:

Für den DAX sieht die Auswahl zum 30.12.2015 wie folgt aus:

 

Rang Name WPKN Kurs am 30.12.15 Dividende 2015e Dividenden- rendite Gewichtung
      Onvista  
1 E.ON ENAG99 8,93 € 0,50 € 5,60% 0%
2 RWE 703712 11,71 € 0,64 € 5,47% 50%
3 Lufthansa 823212 14,57 € 0,50 € 3,43% 50%
4 K+S KSAG88 23,62 € 1,09 € 4,61% 0%
5 BASF BASF11 70,72 € 2,87 € 4,06% 0%
6 Daimler 710000 77,58 € 3,09 € 3,98% 0%
7 Siemens 723610 89,88 € 3,50 € 3,89% 0%
8 BMW 519000 97,63 € 3,39 € 3,47% 0%
9 Allianz 840400 163,55 € 7,39 € 4,52% 0%
10 Münchener Rück 843002 184,55 € 8,02 € 4,35% 0%

Da E.On mit dem Ranglistenwert 1 die höchste Dividendenrendite der zehn Werte hat , wird die Aktie nicht in das Depot aufgenommen. Deshalb kommen RWE als Wert mit dem zweitniedrigstem Aktienkurs und Lufthansa als Wert mit dem drittniedrigsten Aktienkurs in das Depot.

 

Regeln der „Low-1“-Strategie

 

  1. Einen Index auswählen (O’Higgins bezog sich auf den Dow Jones, wir setzen den DAX ein).
  2. Zu Jahresbeginn die 10 Werte mit der höchsten Dividendenrendite heraussuchen.
  3. Den Wert mit dem zweitniedrigsten Kurs kaufen (100 %).
  4. Nach einem Jahr die Zusammensetzung prüfen, d.h. gegebenenfalls den Wert verkaufen und erneut die Aktie mit dem aktuell zweitniedrigsten Kurs kaufen. 

 

Aktualisierung:

Für den DAX sieht die Auswahl zum 30.12.2015 wie folgt aus:

 

Rang Name WPKN Kurs am 30.12.15 Dividende 2015e Dividenden- rendite Gewichtung
      Onvista  
1 E.ON ENAG99 8,93 € 0,50 € 5,60% 0%
2 RWE 703712 11,71 € 0,64 € 5,47% 50%
3 Lufthansa 823212 14,57 € 0,50 € 3,43% 50%
4 K+S KSAG88 23,62 € 1,09 € 4,61% 0%
5 BASF BASF11 70,72 € 2,87 € 4,06% 0%
6 Daimler 710000 77,58 € 3,09 € 3,98% 0%
7 Siemens 723610 89,88 € 3,50 € 3,89% 0%
8 BMW 519000 97,63 € 3,39 € 3,47% 0%
9 Allianz 840400 163,55 € 7,39 € 4,52% 0%
10 Münchener Rück 843002 184,55 € 8,02 € 4,35% 0%

 

Nur RWE als Wert mit dem zweitniedrigstem Aktienkurs wird gekauft.

 

Vor- und Nachteile der “Low_1” und „Low-2“-Strategien

 

Nachteile:

  • In Bullenmärkten (Hausse) sind andere Strategien erfolgreicher.
  • Gefahr der Klumpenbildung. So waren vor Ausbruch der Finanzkrise (Subprime-Krise) ab 2007 viele Finanztitel unter den Top-Dividendenwerten, die extreme Einbußen hinnehmen mussten.
  • Der Dividendenabschlag bewirkt, dass die Dividende am Tag nach der Auszahlung vom Aktienkurs abgezogen wird. Allerdings wird bei guter Marktlage der Abschlag meist schnell wieder aufgeholt.
  • Das Depot besteht nur aus 2 Aktien. Benjamin Graham empfiehlt mindestens 5 Aktien für ein Depot, um die Volatilität und damit auch das Risiko zu begrenzen. D.h. die Strategien sollten nur als Depotbeimischung eingesetzt werden.

Vorteile:

  • Die Strategie ist leicht verständlich und benötigt kein Know-How.
  • Die Umsetzung erfordert nur einen minimalen Aufwand.
  • Die Strategie ist risikoarm.
  • Auch bei kleinerem Kapitaleinsatz ist die Strategie durch die Begrenzung auf 1 bzw. 2 Aktien vertretbar.
  • Es werden hohe Dividendeneinnahmen erzielt.
  • Die Investition ist frei von Emotionen.
  • Durch die Anpassung des Depots nur einmal jährlich, werden häufige Umschichtungen vermieden (“hin und her, macht Beutel leer”).
  • Der Sinn der Strategie ist leicht nachvollziehbar.

Performance der Strategie

Auch hier gilt: Renditen aus der Vergangenheit sind keine Garantie für Renditen in der Zukunft.
Der Dow Jones (Performance-Index inklusive Dividenden) stieg zwischen 1971 und 1996 jährlich um durchschnittlich 13,3 %. Im gleichen Zeitraum erzielte die “Low-2”-Strategie eine jährliche Rendite von 25,81 % und die “Low-1”-Strategie 24,64 %.

Sehen wir uns näher an, was aus 10.000 $ Startkapital mit diesen Renditen geworden wäre:

 

Bezug Strategie Zeitraum Jährliche Rendite Start-kapital Kapital am Ende des Zeitraums
Dow Jones alle Werte 1971-1996 13,30% 10.000 $ 256.874 $
Dow Jones Low-2
1971-1996 25,81% 10.000 $ 3.916.085 $
Dow Jones Low-1
1971-1996 24,64% 10.000 $ 3.071.415 $

Dividendenstrategie „Unemotional Value Four / Four Plus“

A curious herd of cowsRobert Sheard stellte die „Low Five“-Strategie von O’Higgins auf den Prüfstand. Nach Überprüfung einer Vielzahl von Daten entwickelte er mehrere Strategien auf Basis der „Low Five“, die allesamt höhere Renditen erzielten. In diesem Artikel wird die „Unemotional Value Four“, sowie die „Unemotional Value Four Plus“-Strategie vorgestellt. Das Thema des nächsten Blogs werden die „Unemotional Value Two“ -Strategie (Low-2) und die „Penultimate Profit Prospect“ -Strategie (Low-1) sein. Vor allem im englischsprachigen Raum werden Sie unterschiedliche Bezeichnungen finden. So werden die „Foolish Four“ auch als „Old Foolish Four“, die „Unemotional Value Four“ als „Foolish Four“ oder „Foolish 4.1“ und die „Unemotional Value Four Plus“ als „Foolish FourPlus“ (F4+) bezeichnet. Der Hintergrund liegt ganz einfach in der Tatsache, dass Robert Sheard bei Motley Fool, dem US-amerikanischen Webportal für Finanzinformationen als Autor und Aktien-Researcher tätig war. Entsprechend findet man bei Motley Fool die „Foolish“-Strategien und im Buch „The Unemotional Investor“ von Robert Sheard die „Unemotional Value“-Strategien. Aber interessanter als die Namen sind allemal die Inhalte, die nachfolgend vorgestellt werden.

Die Regeln der „Unemotional Value Four“-Strategie

 

  1. Einen Index auswählen (O’Higgins bezog sich auf den Dow Jones, wir setzen den DAX ein).
  2. Zu Jahresbeginn die 10 Werte mit der höchsten Dividendenrendite heraussuchen.
  3. Aus diesen 10 Werten die 5 mit dem niedrigsten Aktienkurs wählen.
  4. Hat der Wert mit dem niedrigsten Aktienkurs (Ranglistenwert 1) die höchste Dividendenrendite der zehn Werte, so wird dieser gestrichen.
  5. Die verbliebenen Ranglistenwerte 1 bis 4 einfach gewichtet kaufen (je 25 %).
  6. Nach einem Jahr die Zusammensetzung prüfen, d.h. die Werte, die nicht mehr zu den Top 4 zählen, verkaufen und mit dem Verkaufserlös die Unternehmen, die neu in den Top 4 sind, nachkaufen. 

Aktualisierung: Für den DAX sieht die Auswahl zum 30.12.2015 wie folgt aus:

 

Rang Name WPKN Kurs am 30.12.15 Dividende 2015e Dividenden- rendite Gewichtung
      Onvista  
1 E.ON ENAG99 8,93 € 0,50 € 5,60% 0%
2 RWE 703712 11,71 € 0,64 € 5,47% 25%
3 Lufthansa 823212 14,57 € 0,50 € 3,43% 25%
4 K+S KSAG88 23,62 € 1,09 € 4,61% 25%
5 BASF BASF11 70,72 € 2,87 € 4,06% 25%
6 Daimler 710000 77,58 € 3,09 € 3,98% 0%
7 Siemens 723610 89,88 € 3,50 € 3,89% 0%
8 BMW 519000 97,63 € 3,39 € 3,47% 0%
9 Allianz 840400 163,55 € 7,39 € 4,52% 0%
10 Münchener Rück 843002 184,55 € 8,02 € 4,35% 0%

Da E.On mit dem Ranglistenwert 1 die höchste Dividendenrendite der zehn Werte hat, wird sie nicht in das Depot aufgenommen. Aufgenommen werden RWE, Lufthansa, K+S und BASF.

Die Regeln der „Unemotional Value Four Plus“-Strategie

 

  1. Einen Index auswählen (O’Higgins bezog sich auf den Dow Jones, wir setzen den DAX ein).
  2. Zu Jahresbeginn die 10 Werte mit der höchsten Dividendenrendite heraussuchen.
  3. Aus diesen 10 Werten die 5 mit dem niedrigsten Aktienkurs wählen.
  4. Hat der Wert mit dem niedrigsten Aktienkurs (Ranglistenwert 1) die höchste Dividendenrendite der zehn Werte, so wird dieser gestrichen.
  5. Die verbliebenen Ranglistenwerte 1 bis 4 werden mit folgender Gewichtung gekauft:
    Ranglistenwert 1 zu 33,33 % gewichten (2/6)       Ranglistenwert 2 zu 33,33 % gewichten (2/6)
    Ranglistenwert 3 zu 16,67 % gewichten (1/6)
          Ranglistenwert 4 zu 16,67 % gewichten (1/6)
  6. Nach einem Jahr die Zusammensetzung prüfen, d.h. die Werte, die nicht mehr zu den Top 4 zählen, verkaufen und mit dem Verkaufserlös die Unternehmen, die neu in den Top 4 sind, mit der entsprechenden Gewichtung nachkaufen.

Aktualisierung: Für den DAX sieht die Auswahl zum 30.12.2015 wie folgt aus:

 

Rang Name WPKN Kurs am 30.12.15 Dividende 2015e Dividenden- rendite Gewichtung
      Onvista  
1 E.ON ENAG99 8,93 € 0,50 € 5,60% 0%
2 RWE 703712 11,71 € 0,64 € 5,47% 33,33%
3 Lufthansa 823212 14,57 € 0,50 € 3,43% 33,33%
4 K+S KSAG88 23,62 € 1,09 € 4,61% 16,67%
5 BASF BASF11 70,72 € 2,87 € 4,06% 16,67%
6 Daimler 710000 77,58 € 3,09 € 3,98% 0%
7 Siemens 723610 89,88 € 3,50 € 3,89% 0%
8 BMW 519000 97,63 € 3,39 € 3,47% 0%
9 Allianz 840400 163,55 € 7,39 € 4,52% 0%
10 Münchener Rück 843002 184,55 € 8,02 € 4,35% 0%

Die Auswahl ist identisch mit der „Unemotional Value Four“-Strategie. Nur die Gewichtung unterscheidet sich. Werfen Sie dazu auch einen Blick auf das virtuelle Depot.

Vor- und Nachteile der “Foolish Four”-Strategien

Nachteile:

  • In Bullenmärkten (Hausse) sind andere Strategien erfolgreicher.
  • Gefahr der Klumpenbildung. So waren vor Ausbruch der Finanzkrise (Subprime-Krise) ab 2007 viele Finanztitel unter den Top-Dividendenwerten, die extreme Einbußen hinnehmen mussten.
  • Der Dividendenabschlag bewirkt, dass die Dividende am Tag nach der Auszahlung vom Aktienkurs abgezogen wird. Allerdings wird bei guter Marktlage der Abschlag meist schnell wieder aufgeholt.
  • Das Depot besteht nur aus 4 Aktien. Benjamin Graham empfiehlt mindestens 5 Aktien für ein Depot, um die Volatilität und damit auch das Risiko zu begrenzen.

Vorteile:

  • Die Strategie ist leicht verständlich und benötigt kein Know-How.
  • Die Umsetzung erfordert nur einen minimalen Aufwand.
  • Die Strategie ist risikoarm.
  • Auch bei kleinerem Kapitaleinsatz ist die Strategie durch die Begrenzung auf 4 Aktien vertretbar.
  • Es werden hohe Dividendeneinnahmen erzielt.
  • Die Investition ist frei von Emotionen.
  • Durch die Anpassung des Depots nur einmal jährlich, werden häufige Umschichtungen vermieden (“hin und her, macht Beutel leer”).
  • Der Sinn der Strategie ist leicht nachvollziehbar.

 

Performance der Strategie

Auch hier gilt: Renditen aus der Vergangenheit sind keine Garantie für Renditen in der Zukunft. Der Dow Jones (Performance-Index inklusive Dividenden) stieg zwischen 1971 und 1996 jährlich um durchschnittlich 13,3 %. Im gleichen Zeitraum erzielte die “Unemotional Value Four”-Strategie eine jährliche Rendite von 21,96 % und die “Unemotional Value Four Plus”-Strategie 23,37 %. Sehen wir uns näher an, was aus 10.000 $ Startkapital mit diesen Renditen geworden wäre:

Bezug Strategie Zeitraum Jährliche Rendite Start-kapital Kapital am Ende des Zeitraums
Dow Jones alle Werte 1971-1996 13,30% 10.000 $ 256.874 $
Dow Jones Unemotional Value Four 1971-1996 21,96% 10.000 $ 1.746.116 $
Dow Jones Unemotional Value Four Plus 1971-1996 23,37% 10.000 $ 2.351.731 $

 

Dividendenstrategie „Foolish Four“

clowns facesDiese Strategie wurde ursprünglich vom amerikanischen Online-Anbieter für Finanzdienstleistungen Motley Fool (daher auch der Name) entwickelt.

O’Higgins hatte festgestellt, dass sich der Titel mit dem niedrigsten Kurs häufig schlecht entwickelt. Als Hintergrund wird folgender Zusammenhang gesehen: befindet sich ein Unternehmen in einer schlechten Lage, so sinkt der Aktienkurs. Gleichzeitig steigt die Dividendenrendite (= Dividende : Aktienkurs) bei sinkendem Kurs, falls die Firma die Dividendenausschüttung beibehalten kann. So hat der Anleger schnell eine Aktie im Depot, die nicht die erhoffte Rendite bringen wird. Zwar ist ein substanziell starkes Unternehmen meist in der Lage, die Schwierigkeiten zu meistern, doch kann der Turnaround sich über Jahre hinziehen.

Aus diesem Grund wird bei den „Foolish Four“ nicht in die Aktie mit dem niedrigsten Kurs der 5 Werte der  „Small Dogs of the Dow“ investiert. Stattdessen wird die Aktie mit dem zweitniedrigsten Kurs doppelt gewichtet (40 %). Bei den Ranglistennummern 3 bis 5 bleibt alles beim Alten.
Die „Unemotional Value Four“ bzw. die „Unemotional Four Plus“-Startegien von Robert Sheard, die im nächsten Artikel behandelt werden, zielen in die gleiche Richtung.

Die Regeln der „Foolish Four“-Strategie

  1. Einen Index auswählen (O’Higgins bezog sich auf den Dow Jones, wir setzen den DAX ein).
  2. Zu Jahresbeginn die 10 Werte mit der höchsten Dividendenrendite heraussuchen.
  3. Aus diesen 10 Werten die 5 mit dem niedrigsten Aktienkurs wählen.
  4. Den Wert mit dem niedrigsten Aktienkurs streichen.
  5. Den Wert mit dem zweitniedrigsten Aktienkurs doppelt gewichtet kaufen (40 %).
  6. Die Ranglistenwerte 3 bis 5 einfach gewichtet kaufen (je 20 %).
  7. Nach einem Jahr die Zusammensetzung prüfen, d.h. die Werte, die nicht mehr zu den Top 4 zählen, verkaufen und mit dem Verkaufserlös die Unternehmen, die neu in den Top 4 sind, nachkaufen. Dabei den Wert mit dem zweitniedrigsten Kurs doppelt gewichten.

 

Aktualisierung:

Für den DAX sieht die Auswahl zum 30.12.2015 wie folgt aus:

 

Rang Name WPKN Kurs am 30.12.15 Dividende 2015e Dividenden- rendite Gewichtung
      Onvista  
1 E.ON ENAG99 8,93 € 0,50 € 5,60% 0%
2 RWE 703712 11,71 € 0,64 € 5,47% 40%
3 Lufthansa 823212 14,57 € 0,50 € 3,43% 20%
4 K+S KSAG88 23,62 € 1,09 € 4,61% 20%
5 BASF BASF11 70,72 € 2,87 € 4,06% 20%
6 Daimler 710000 77,58 € 3,09 € 3,98% 0%
7 Siemens 723610 89,88 € 3,50 € 3,89% 0%
8 BMW 519000 97,63 € 3,39 € 3,47% 0%
9 Allianz 840400 163,55 € 7,39 € 4,52% 0%
10 Münchener Rück 843002 184,55 € 8,02 € 4,35% 0%

 

 

 

Werfen Sie dazu auch einen Blick in das virtuelle Depot.

 

Vor- und Nachteile der “Foolish Four”-Strategie

 

Nachteile:

  • In Bullenmärkten (Hausse) sind andere Strategien erfolgreicher.
  • Gefahr der Klumpenbildung. So waren vor Ausbruch der Finanzkrise (Subprime-Krise) ab 2007 viele Finanztitel unter den Top-Dividendenwerten, die extreme Einbußen hinnehmen mussten.
  • Der Dividendenabschlag bewirkt, dass die Dividende am Tag nach der Auszahlung vom Aktienkurs abgezogen wird. Allerdings wird bei guter Marktlage der Abschlag meist schnell wieder aufgeholt.
  • Das Depot besteht nur aus 4 Aktien. Benjamin Graham empfiehlt mindestens 5 Aktien für ein Depot, um die Volatilität und damit auch das Risiko zu begrenzen.

Vorteile:

  • Die Strategie ist leicht verständlich und benötigt kein Know-How.
  • Die Umsetzung erfordert nur einen minimalen Aufwand.
  • Die Strategie ist risikoarm.
  • Auch bei kleinerem Kapitaleinsatz ist die Strategie durch die Begrenzung auf 4 Aktien vertretbar.
  • Es werden hohe Dividendeneinnahmen erzielt.
  • Die Investition ist frei von Emotionen.
  • Durch die Anpassung des Depots nur einmal jährlich, werden häufige Umschichtungen vermieden (“hin und her, macht Beutel leer”).
  • Der Sinn der Strategie ist leicht nachvollziehbar.

Performance der Strategie

Auch hier gilt: Renditen aus der Vergangenheit sind keine Garantie für Renditen in der Zukunft.
Der Dow Jones (Performance-Index inklusive Dividenden) stieg zwischen 1971 und 1996 jährlich um durchschnittlich 13,3 %. Im gleichen Zeitraum erzielte die “Foolish Four”-Strategie eine jährliche Rendite von 22,9 %.

Sehen wir uns näher an, was aus 10.000 $ bzw. € Startkapital mit diesen Renditen geworden wäre:

 

Bezug Strategie Zeitraum Jährliche Rendite Start-kapital Kapital am Ende des Zeitraums
Dow Jones alle Werte 1971-1996 13,30% 10.000 $ 256.874 $
Dow Jones Foolish Four
1971-1996 22,90% 10.000 $ 2.136.532 $

 

 

Dividendenstrategie „Low Five“

Wooden dice in a post-rolled stateDie „Low Five“-Strategie ist eine Verfeinerung der „Dogs of the Dow“-Strategie und wird häufig auch als „Small Dogs of the Dow“ bezeichnet.

Aus den zehn Werten mit den höchsten Dividendenrenditen werden die fünf Werte mit dem niedrigsten Aktienkurs ausgewählt.

Die Methode wurde von Michael O’Higgins entwickelt und erstmals in seinem Buch „Beating the Dow“ im Jahre 1991 vorgestellt.

Wir werden die „Low Five“-Strategie im weiteren Verlauf auf den DAX anwenden.

 

Die Regeln der „Low Five“-Strategie“

 

  1. Einen Index auswählen (O’Higgins bezog sich auf den Dow Jones, wir setzen den DAX ein).
  2. Zu Jahresbeginn die 10 Werte mit der höchsten Dividendenrendite heraussuchen.
  3. Aus diesen 10 Werten die 5 mit dem niedrigsten Aktienkurs wählen.
  4. Die 5 Werte zu gleichen Geldanteilen kaufen.
  5. Nach einem Jahr die Zusammensetzung prüfen, d.h. die Werte, die nicht mehr zu den Top 5 zählen, verkaufen und mit dem Verkaufserlös die Unternehmen, die neu in den Top 5 sind, nachkaufen.

 

Aktualisierung:

Für den DAX sieht die Auswahl zum 30.12.2015 wie folgt aus:

 

Rang Name WPKN Kurs am 30.12.15 Dividende 2015e Dividenden- rendite
      Onvista  
1 E.ON ENAG99 8,93 € 0,50 € 5,60%
2 RWE 703712 11,71 € 0,64 € 5,47%
3 Lufthansa 823212 14,57 € 0,50 € 3,43%
4 K+S KSAG88 23,62 € 1,09 € 4,61%
5 BASF BASF11 70,72 € 2,87 € 4,06%
6 Daimler 710000 77,58 € 3,09 € 3,98%
7 Siemens 723610 89,88 € 3,50 € 3,89%
8 BMW 519000 97,63 € 3,39 € 3,47%
9 Allianz 840400 163,55 € 7,39 € 4,52%
10 Münchener Rück 843002 184,55 € 8,02 € 4,35%

 

Werfen Sie dazu auch einen Blick in das virtuelle Depot.

 

Vor- und Nachteile der „Low Five“-Strategie

 

Nachteile:

  • In Bullenmärkten (Hausse) sind andere Strategien erfolgreicher.
  • Gefahr der Klumpenbildung. So waren vor Ausbruch der Finanzkrise (Subprime-Krise) ab 2007 viele Finanztitel unter den Top-Dividendenwerten, die extreme Einbußen hinnehmen mussten.
  • Der Dividendenabschlag bewirkt, dass die Dividende am Tag nach der Auszahlung vom Aktienkurs abgezogen wird. Allerdings wird bei guter Marktlage der Abschlag meist schnell wieder aufgeholt.

Vorteile:

  • Die Strategie ist leicht verständlich und benötigt kein Know-How.
  • Die Umsetzung erfordert nur einen minimalen Aufwand.
  • Die Strategie ist risikoarm.
  • Auch bei kleinerem Kapitaleinsatz ist die Strategie durch die Begrenzung auf 5 Aktien vertretbar.
  • Es werden hohe Dividendeneinnahmen erzielt.
  • Die Investition ist frei von Emotionen.
  • Durch die Anpassung des Depots nur einmal jährlich, werden häufige Umschichtungen vermieden („hin und her, macht Beutel leer“).
  • Der Sinn der Strategie ist leicht nachvollziehbar.

Performance der Strategie

Auch hier gilt: Renditen aus der Vergangenheit sind keine Garantie für Renditen in der Zukunft.
Der Dow Jones (Performance-Index inklusive Dividenden) stieg zwischen 1973 und 1996 jährlich um durchschnittlich 15,8 %. Im gleichen Zeitraum erzielte die „Low Five“-Strategie eine jährliche Rendite von 23,4 %.

Zwischen 1992 und 2011 stand eine jährliche Rendite von 10,8 % des Dow Jones-Index eine Rendite von 12,60 % der Dividendenstrategie gegenüber (in diesen Zeitraum fiel das Platzen der Dotcom-Blase und die Finanzkrise ab 2007).

Der DAX kam zwischen 1986 und 2009 auf eine jährliche Rendite von 9,87 % gegenüber von 17,55 % der Dividendenstrategie.

Sehen wir uns näher an, was aus 10.000 $ bzw. € Startkapital mit diesen Renditen geworden wäre:

 

Bezug Strategie Zeitraum Jährliche Rendite Start-kapital Kapital am Ende des Zeitraums
Dow Jones alle Werte 1973-1996 15,80% 10.000 $ 338.000 $
Dow Jones Low Five
1973-1996 23,40% 10.000 $ 1.554.000 $
Dow Jones alle Werte 1992-2011 10,80% 10.000 $ 77.767 $
Dow Jones Low Five
1992-2011 12,60% 10.000 $ 107.341 $
DAX alle Werte 1986-2009 9,87% 10.000 € 95.741 €
DAX Low Five
1986-2009 17,55% 10.000 € 484.555 €

 

 

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