Bärenmarkt – Definition und historische Ereignisse

louisiana-black-bearVor Kurzem hatte ich einen interessenten Meinungsaustausch mit einem Leser zum Thema Aktienstrategien. Unter anderem ging es um das Verhalten als Anleger in einem Bärenmarkt.

Zuerst schien die Antwort offensichtlich, doch nach und nach erschienen mehr und mehr Fragezeichen. Einfach wäre es, wenn wir zum Beispiel per rotem Blinklicht zuverlässig darauf aufmerksam gemacht würden, dass ein Bärenmarkt im Anflug ist. Leider haben wir diese Warnleuchte nicht.

Wie können wir aber einen Abschwung erkennen, der uns zu einer Handlung veranlasst? Je mehr sich der Anleger mit dem Thema beschäftigt, desto mehr wird ihm bewusst werden, wie komplex die Fragestellung ist.

Um etwas Licht in das Dunkel zu bringen, sind eine einheitliche Sprache (betreffend der Begrifflichkeiten) und ein Blick in die Vergangenheit notwendig.

In diesem Artikel und vermutlich zwei weiteren Folgeartikeln wollen wir und mit folgenden Punkten beschäftigen:

  • Definition der Begriffe
  • Auflistung der Bärenmärkte seit 1991
  • Festlegung und Auswertung von Signalen zur möglichen Erkennung von Bärenmärkten
  • Bewertung der Ergebnisse
  • Handlungsmöglichkeiten in Bärenmärkten

Definition von Bärenmarkt und Co

Bärenmarkt, Baisse, Börsencrash, Korrektur, Bärenmarktrally, Bullenfalle. Viele Begriffe beziehen sich auf fallende Kurse oder sind Effekte während Phasen von Kursrückgängen. Lassen Sie uns einen Blick auf die jeweilige Bedeutung werfen, wobei nicht immer eine eindeutige Definition zu finden ist. Während manche Begriffe einen identischen Hintergrund haben, haben andere eine unterschiedliche Bedeutung, ohne dass aber eine klare Abgrenzung gegeben ist.

Bärenmarkt / Baisse:

Beide Begriffe haben die identische Bedeutung.
Wikipedia definiert die Begriffe zusammen mit dem gegensätzlichen Bullenmarkt wie folgt:

„Der Begriff Bullenmarkt oder Hausse [os] (französisch für Anstieg, Steigerung) steht an der Börse für anhaltend steigende Kurse und Bärenmarkt oder Baisse [bɛs] (französisch für Rückgang, Abnahme) für anhaltend sinkende Kurse.“

Die US-amerikanische Finanzwebsite Investopedia wird noch etwas genauer (Anmerkung: eigene Übersetzung):

„Ein Bärenmarkt ist ein Zustand, bei dem Wertpapierkurse fallen und ein weitverbreiteter Pessimismus eine sich selbst erfüllende Abwärtsspirale des Aktienmarktes in Gang setzt. Investoren erwarten in dem Maße Verluste wie der Pessimismus und die Anzahl der Verkäufe zunimmt. Obwohl die Zahlen (unterschiedlicher Bärenmärkte – Anm. des Übersetzers) variieren, ist ein Rückgang von mindestens 20% vom Hoch von mehreren breiten Marktindizes, wie dem Dow Jones Inustrial Average (DJIA) oder dem Standard & Poor’s 500 Index (S&P 500) über einen Zeitraum von (mindestens – Anm. des Übersetzers) 2 Monaten als Eintritt in einen Bärenmarkt zu betrachten.“

Hier finden wir mit dem Kursrückgang von mindestens 20% und der Dauer von mindestens 2 Monaten zwei konkrete Angaben. Bei den späteren Betrachtungen verwenden wir den DAX als Marktindex zur Erkennung eines Bärenmarktes. Erfüllt der DAX als deutscher Leitindex die beschriebenen Voraussetzungen, können wir davon ausgehen, dass auch andere Indizes die Bedingungen für eine Baisse erfüllen.

Crash (Börsenkrach / Börsencrash):

Werfen wir wieder einen Blick auf die Definition von Wikipedia:

„Als Börsenkrach (oder Börsencrash) wird ein extremer Kurseinbruch an der Börse bezeichnet. Er dauert einige Tage bis hin zu wenigen Wochen. In dieser Zeit dominieren – meist panikartige – Verkäufe, die einen großen Angebotsüberhang erzeugen und so zu drastisch fallenden Kursen führen.
Börsenkräche treten meist am Ende einer Spekulationsblase auf. Aber auch bei unerwarteten, negativen Ereignissen − z. B. die Insolvenz Lehman Brothers −, in extremen Fällen − z. B. dem Flash Crash − auch vollkommen ohne Nachrichten.
Dann kann es zu einer positiven Rückkopplung kommen: einige Marktteilnehmer verkaufen, wodurch die Kurse zu fallen beginnen. Das treibt weitere Teilnehmer ebenfalls zu Verkäufen und die Kurse fallen weiter.
Es gibt keine eindeutige Definition eines Börsenkrachs. Im Gegensatz zur Baisse fallen die Kurse schneller und plötzlicher, ein Ausdruck von Panikverkäufen.“

Auch der Investor Verlag liefert eine Definition:

„Was ist eigentlich ein Börsencrash?
Zunächst erst einmal zur Definition dieses Phänomens. Allgemeine Lesart ist, dass ein Crash nur dann vorliegt, wenn Aktienindizes mehr als 10 % an einem einzigen Handelstag verlieren. Doch sinnvollerweise sollte man die Definition insoweit erweitern, dass ein Crash einfach einen extrem starken Kursverlust in sehr kurzer Zeit bedeutet.“

Die Kennzeichen eines Crash‘ sind also ein heftiger Kurseinbruch und eine kurze Zeitspanne.

Korrektur:

Wikipedia liefert folgende Definition:

„Eine „Korrektur“ ist eine zeitlich eng begrenzte Gegenbewegung der Kurse (beispielsweise eine kurzfristige Baissephase innerhalb einer übergeordneten Hausse).“

Investopedia fordert einen Zeitraum für eine Korrektur von weniger als 2 Monaten.

Lassen Sie uns vereinfacht nach dem Auschlussprinzip vorgehen: Liegt ein Kurseinbruch vor, ohne dass die Kriterien für einen Bärenmarkt oder einen Crash erfüllt sind, so handelt es sich um eine Korrektur.

Bärenmarktrally:

„Als Bärenmarktrallye wird von den Börsianern eine kräftige Zwischenerholung in einem insgesamt schwachen Umfeld bezeichnet. Es ist also ein „Täuschungsmanöver“ des Marktes, der eigentlich nach unten will.[3] Der Begriff ist als Warnhinweis zu verstehen, denn die Anleger können sich in der weiteren Marktentwicklung täuschen, die sehr wahrscheinlich in einem Abwärtstrend enden wird. Ein historisches Beispiel ist der große Börsencrash von 1929. Die Kurse fielen über mehrere Jahre in Etappen. Zwischendurch erholte sich der Markt mehrfach kräftig um bis 25 %, um danach noch heftiger abzustürzen.“ (laut Wikipedia).

Eine Bärenmarktrally ist also ein (meist kurzfristiger) Zeitraum innerhalb eines Bärenmarktes, in dem die Kurse steigen, um anschließend wieder zu fallen.

Bullenfalle:

„Der Begriff Bullenfalle beschreibt eine Kursentwicklung, die Investoren zu der Annahme verleitet, dass die Kurse nun weiter steigen. Sie kaufen Wertpapiere und nach einem kurzen Anstieg fallen die Preise dann jedoch wieder.“ (laut Wikipedia).

Die Bullenfalle ist vergleichbar mit der Bärenmarktrally. Letztere tritt aber – wie der Name schon sagt – nur innerhalb eines Bärenmarktes auf, während die Bullenfalle auch in Seitwärtsmärkten auftritt.

Bärenmärkte seit 1991

Legen wir die oben erwähnte Kriterien einer Baisse, also ein Kursrückgang um mindestens 20% und eine Dauer von mindestens 2 Monaten, zugrunde, so lassen sich seit 1991 sieben Bärenmärkte herausfiltern.
Würden wir einen ganz peniblen Maßstab anlegen, so kämen wir sogar auf neun Stück, da während der Baisse nach der Jahrtausendwende zwei Bärenmarktrallies mit über 20% Kurszuwachs erfolgten, denen aber noch tiefere Kurse folgten.

Bei nachfolgender Tabelle mit der Auflistung der Bärenmärkte ist zu beachten, dass Wochenschlusskursen verwendet wurden. Es ist also davon auszugehen, dass die Tiefs unter der Woche noch etwas unter, sowie die Hochs noch etwas über den angegebenen Werten liegen.

 

  Datum Indexstand Kurssturz Dauer bis Kurstief Indexstand Kursanstieg Kursanstieg
Nr. Start Ende Hoch Tief in % Börsentage ca. Monate nächstes Hoch in % vom Tief in % vom Hoch
1 25.05.92 05.10.92 1803,20 1439,70 20,16% 95 4,4 6147,87 327,02% 240,94%
2 13.07.98 28.09.98 6147,87 3962,50 35,55% 55 2,5 7975,95 101,29% 29,74%
3 06.03.00 10.03.03 7975,95 2403,19 69,87% 785 36,1 8092,77 236,75% 1,46%
4 27.12.07 02.03.09 8067,32 3666,41 54,55% 310 14,3 7514,46 104,95% -6,85%
5 25.04.11 05.09.11 7514,46 5189,93 30,93% 95 4,4 12374,73 138,44% 64,68%
6 07.04.15 28.09.15 12374,73 9553,07 22,80% 125 5,8 11293,76 18,22% -8,74%
7 23.11.15 08.02.16 11293,76 8967,51 20,60% 55 2,5 11814,27 31,75% 4,61%

Die Zeiträume der sinkenden Kurse liegen zwischen 2,5 Monaten und drei Jahren. Die Kursrückgänge belaufen sich zwischen 20% und 70%.
Wir erkennen also eine breite Spanne. Deshalb wollen wir uns im nächsten Artikel etwas eingehender mit den einzelnen Abwärtsphasen befassen.

 

Depotcheck Jahresende 2016

Weighing 1Das Jahr 2016 ist abgelaufen. Somit ist es an der Zeit, das Abschneiden der virtuellen Depots zu überprüfen.

Im abgelaufenen Jahr wurden 25 Depots geführt. Alle zuvor dargestellten Depots wurden weitergeführt. Dazu wurde die Modifizierte Relative Stärke Strategie neu aufgenommen. Wie schon im Vorjahr bleibt das Sparplan-Depot im Vergleich außen vor, da dessen Charakter mit monatlichen Spareinlagen sich von den anderen Depots unterscheidet.
Von den verbleibenden 24 Depots haben 8 besser als der DAX abgeschnitten, was einer Quote von ca. 33,3% entspricht. Deutlich weniger als die rund 43,5% im Jahr zuvor. Zu den Gründen werden wir im weiteren Verlauf kommen.

Doch bevor wir fortfahren, möchte ich die aktuelle Rangliste des Jahres 2016 aufführen. Die farbliche Unterscheidung soll helfen, Strategien mit ähnlicher Performance optisch aufzuzeigen.

 

Platz Vorjahr Strategie Start am: akt. Datum: aktueller Wert Gewinn/ Verlust
1 4 Trendfolge 28.02.14 30.12.16 33.802,81 € 23,29%
2 8 Kombination 28.02.14 30.12.16 27.384,61 € 16,26%
3 Modifizierte Relative Stärke 04.01.16 30.12.16 23.059,83 € 15,30%
4 2 Relative Stärke „Sell in Summer“ 21.02.14 30.12.16 33.889,30 € 12,31%
5 19 Value Depot „Feste Kriterien“ 02.01.15 30.12.16 21.658,18 € 11,38%
6 1 Relative Stärke nach Levy 21.02.14 30.12.16 32.571,24 € 9,05%
7 7 Umkehr 28.02.14 30.12.16 23.523,42 € 7,90%
8 10 Low-Risk-5 06.01.14 30.12.16 24.453,79 € 7,82%
9 11 DAX 02.01.14 30.12.16 11481,06 6,87%
10 16 200-Tage-Linie Strategie 02.01.14 30.12.16 22.021,63 € 6,86%
11 9 Value Depot „Einfacher,innerer Wert“ 02.01.15 30.12.16 24.151,59 € 6,40%
12 3 Value Depot KBV 02.01.15 30.12.16 26.800,33 € 5,39%
13 21 Unemotional Value Four Plus 02.01.14 30.12.16 21.293,11 € 4,93%
14 15 Schwergewicht 02.01.14 30.12.16 22.225,43 € 4,74%
15 22 Unemotional Value Four 02.01.14 30.12.16 20.424,65 € 3,88%
16 5 Sell in Summer 02.01.14 30.12.16 27.811,85 € 3,87%
17 23 Foolish Four 02.01.14 30.12.16 18.443,31 € 3,68%
18 14 Dogs of the Dow 02.01.14 30.12.16 22.407,16 € 2,10%
19 12 Kombinierte Methode 02.01.14 30.12.16 23.178,71 € 1,91%
20 17 Low Five 02.01.14 30.12.16 20.828,12 € 1,74%
21 6 Otto Normalverdiener Depot 02.01.14 30.12.16 27.649,27 € 1,67%
22 20 200-Tage-Linie Strategie mit Short 02.01.14 30.12.16 17.630,55 € 1,42%
23 24 Low-1 02.01.14 30.12.16 15.071,13 € 1,24%
24 13 Low-Risk-Index 06.01.14 30.12.16 22.542,30 € -0,52%
25 18 Low-2 02.01.14 30.12.16 20.392,36 € -5,64%

Deutlich am Erfolgreichsten war die Trendfolge Strategie mit einem Zuwachs von rund 23,3%. Der DAX kam im selben Zeitraum nur auf 6,87%. Für weit mehr als die Hälfte des Zuwachses zeigte sich Adidas verantwortlich. Die Aktie stieg mit Dividende um über 71%. Mit den Platzierungen 4 und 5 aus den Vorjahren konnte die Strategie bisher überzeugen.
Nicht vergessen werden sollte aber die Tatsache, dass der DAX als Maßstab für die Marktstimmung in all den Jahren anstieg. Offen bleibt, wie die Strategie in negativen Marktphasen abschneidet. Selbstverständlich gilt diese Aussage auch für die anderen Strategien.

Rang 2 belegte 2016 die Kombinationsstrategie. Auch hier war Adidas vertreten. Daneben konnte Infineon überzeugen. In den Jahren zuvor landete die Strategie auf den Plätzen 15 und 8. Neben den drei Werten mit der im Vorjahr besten Performance sind auch die drei Werte mit der schlechtestens Performance vertreten. Mit Adidas war ein Vorjahresverlierer sehr erfolgreich. Für RWE und E.On traf das nicht zu. Hier waren die prinzipiellen Probleme noch nicht bereinigt.

Danach folgen die Relative Stärke Strategien, die erneut überzeugen konnten. Die neu erstellte Modifizierte Relative Stärke schnitt dabei am Besten ab. Aktien, die ihr Momentum verlieren, werden bei dieser Strategie schneller ersetzt. Dahinter folgt die Relative Stärke „Sell-in-Summer“. Hier werden die Werte zweimal im Jahr vollkommen neu zusammengestellt

Überzeugen konnte im vergangenen Jahr auch das Value Depot „Feste Kriterien mit Rang 5. Im Jahr zuvor rangierte das Depot auf Rang 19. Das zeigt, dass zu einer erstklassigen Value Strategie noch ein paar Informationen mehr zu beachten sind.

Im zweiten Jahr hintereinander im Vorderfeld finden sich das Trendfolge, das „Sell-in-Summer“ und das „Otto-Normalverdiener“ Depot.

Im breiten Mittelfeld finden wir das Umkehr, das Low-Risk-5 und das 200-Tage-Linien Depot, sowie die Value Depots „Einfacherer, innerer Wert“ und KBV, die sich alle im Bereich der DAX-Performance von knapp 7% befinden.
Verteilt vom unteren Mittelfeld bis zum Tabellenende sind die Dividendenstrategien verstreut. Dabei sind die etwas breiter gefächerten Werte eher Richtung Mittelfeld positioniert, während das Low-1 und das Low-2 Depot ganz am Ende notieren. Vor allem die beiden Energiekonzerne RWE und E.on, sowie Lufthansa drückten das Niveau. 

Vom Schwergewichts-Depot sind wir Platzierungen um Platz 14 gewohnt, während das „Sell-in-Summer“ Depot mit Rang 16 nach Rang 5 im Vorjahr etwas enttäuschte. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt aber, dass die Methode nicht jedes Jahr funktioniert, aber über einen längeren Zeitraum stets erfolgreich war

Das Kombinierte Methode und das Low-Risk-Index Depot, die beide mit DAX-Zertifikaten bestückt sind, befinden sich in 2016 mit den Plätzen 19 und 24 weit hinten. Beide zogen in einer negativen Marktphase die Reissleine, doch die Verkaussignale erwiesen sich als Fehlsignale. Das ist der Preis für die Absicherung gegen einen tatsächlichen Bärenmarkt.

Erneut unbefriedigend schloss das 200-Tage-Linien-Depot mit Shortanteil mit Rang 22 (2015 Rang 20) ab. Dessen Stärke kann nur in einem Bärenmarkt zum Tragen kommen.
Nur auf Platz 21 landete das Otto Normalverdiener Depot nach den Plätzen 1 und 6 in den Jahren zuvor. Die Zukunft muss zeigen, ob der Ausreisser nach unten nur eine Eintagsfliege war.

Nachfolgend noch die Rangliste mit der Gesamtperformance. Bitte beachten Sie den unterschiedlichen Startzeitpunkt der Depots mit den Value-Strategien und dem Modifizierten Relative Stärke Depot. Diese sind erst seit zwei, bzw. einem Jahr in der Wertung.

 

Platz Vor- woche Strategie Start am: akt. Datum: aktueller Wert Gewinn/ Verlust
 
1 1 Relative Stärke „Sell in Summer“ 21.02.14 30.12.16 33.889,30 € 69,45%
2 3 Trendfolge 28.02.14 30.12.16 33.802,81 € 69,01%
3 2 Relative Stärke nach Levy 21.02.14 30.12.16 32.571,24 € 62,86%
4 5 Sell in Summer 02.01.14 30.12.16 27.811,85 € 39,06%
5 4 Otto Normalverdiener Depot 02.01.14 30.12.16 27.649,27 € 38,25%
6 7 Kombination 28.02.14 30.12.16 27.384,61 € 36,92%
7 6 Value Depot KBV 02.01.15 30.12.16 26.800,33 € 34,00%
8 11 Low-Risk-5 06.01.14 30.12.16 24.453,79 € 22,27%
9 8 Value Depot „Einfacher,innerer Wert“ 02.01.15 30.12.16 24.151,59 € 20,76%
10 12 DAX 02.01.14 30.12.16 11481,06 19,62%
11 14 Umkehr 28.02.14 30.12.16 23.523,42 € 17,62%
12 9 Kombinierte Methode 02.01.14 30.12.16 23.178,71 € 15,89%
13 Modifizierte Relative Stärke 04.01.16 30.12.16 23.059,83 € 15,30%
14 10 Low-Risk-Index 06.01.14 30.12.16 22.542,30 € 12,71%
15 13 Dogs of the Dow 02.01.14 30.12.16 22.407,16 € 12,04%
16 16 Schwergewicht 02.01.14 30.12.16 22.225,43 € 11,13%
17 17 200-Tage-Linie Strategie 02.01.14 30.12.16 22.021,63 € 10,11%
18 21 Value Depot „Feste Kriterien“ 02.01.15 30.12.16 21.658,18 € 8,29%
19 18 Low Five 02.01.14 30.12.16 20.828,12 € 4,14%
20 19 Unemotional Value Four Plus 02.01.14 30.12.16 20.440,86 € 2,20%
21 20 Unemotional Value Four 02.01.14 30.12.16 20.424,65 € 2,12%
22 15 Low-2 02.01.14 30.12.16 20.392,36 € 1,96%
23 22 Foolish Four 02.01.14 30.12.16 18.443,31 € -7,78%
24 23 200-Tage-Linie Strategie mit Short 02.01.14 30.12.16 17.630,55 € -11,85%
25 24 Low-1 02.01.14 30.12.16 15.071,13 € -24,64%

 

Bei der Gesamtperformance dominieren die beiden länger laufenden Relative-Stärke Strategien, sowie die Trendfolgestrategie. Da das Ergebnis nur unwesentlich von dem des Jahres 2015 abweicht, soll auf eine separate Bewertung verzichtet werden.
Auch dieses Jahr sollen die Strategie eingehender überprüft werden. Dabei sollen die starken und die schwachen Entwicklungsphasen ermittelt und auf Volatilität und den maximal kumulierten Verlust (Maximum Drawdown) hin untersucht werden.

 

Small Cap Value- und Growth-Strategie

small caps value and growthValue- und Growth-Strategien werden von vielen Investoren wie Feuer und Wasser gesehen.
Während der Value Investor nach unterbewerteten Aktien sucht, in der Hoffnung, dass der wahre Wert früher oder später erkannt wird, setzt der Growth Investor auf wachstumsstarke Titel, bzw. Branchen.

James P. O’Shaughnessy hat die Daten einer Vielzahl von Einzeltiteln unterschiedlicher Kapitalisierungsgrade über Jahrzehnte hinweg untersucht.
Was glauben Sie, welche Strategien den größten Ertrag erzielten?
Sie werden es bereits vermuten: Aktien mit geringer Marktkapitalisierung, die sowohl Value- als auch Growth-Kriterien erfüllen.

Nachteil der von O’Shaughnessy in „What works on Wall Street“ vorgestellten Strategien, ist der enorm große Aktienpool, der notwendig ist, um eine genügend große Zahl an börsennotierten Unternehmen zu finden (Diversifikation), die alle Kriterien erfüllen.
Deshalb werde ich in einem späteren Beitrag auf dessen Strategien eingehen.
Nachfolgend soll eine vereinfachte Strategie vorgestellt werden, die in den letzten Jahren eine deutliche Überrendite zum DAX, bzw. zum Vergleichsindex CDAX lieferte.

Die Kriterien der Strategie

  • Marktkapitalisierung kleiner als 500 Millionen Euro
    Kleinere Werte stehen nicht ständig unter Beobachtung der Analysten und bieten deshalb bei erfolgreichem Agieren ein höheres Wachstumspotential.
    Dafür muss bei Small Caps auch mit einer höheren Schwankungsbreite gerechnet werden.
  • Ergebniswachstum über mehrere Jahre
    Stetiges Wachstum beim Ergebnis deutet auf ein erfolgreiches Geschäftmodell hin. Somit können viele Unternehmen aussortiert werden, deren Zukunftsaussichten  mit Fragezeichen versehen sind.
  • Wachstumsrate größer als das Kurs-Gewinn-Verhältnis
    Das das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) als alleinstehender Parameter häufig nicht aussagekräftig ist, wird stattdessen das sogenannte dynamische KGV oder auch PEG (price-earnings-growth) verwendet. Übersteigt das Wachstum das KGV gilt eine Aktie als günstig bewertet (unter dem Wachstumsgesichtspunkt).
  • Hohe Eigenkapitalquote
    Viele operativ erfolgreiche Unternehmen sind im Rahmen der zurückliegenden Finanzkrise in die Insolvenz geschlittert. Um zahlungsfähig zu bleiben, sind Firmen auf einen weiten Kreditrahmen oder eine Zwischenfinanzierung angewiesen. Ein Unternehmen mit guter Eigenkapitaldecke hat hierbei die besseren Karten.
    Falls Sie ein Eigenheim bauen wollen und 50% der Kosten mit Eigenkapital finanzieren können, werden Ihnen die Kreditinstitute den roten Teppich ausrollen. Wollen Sie das gleiche Haus ohne Eigenkapital finanzieren, müssen Sie mit Ablehnungen oder ungleich höheren Finanzierungskosten rechnen.
  • Intakter Kurstrend
    Fallende Kurse können (müssen nicht) auf offene oder versteckte Probleme hindeuten.

Die Regeln der Strategie

  • Verwendung eines Aktienpools deutscher Aktien (für die Depotzusammensetzung wurden die Daten von BO Data mit über 500 Aktien verwendet).
  • Nur Aktien mit einer Marktkapitalisierung von maximal 500 Millionen Euro werden zur weiteren Auswertung verwendet.
  • Von den letzten 5 Jahresergebnissen pro Aktie müssen mindestens 4 besser sein als die der Vorjahre (2017 erwartet besser als 2016, 2016 besser als 2015 etc.).
  • Die Eigenkapitalquote muss mindestens 50% der Bilanzsumme betragen.
  • Der aktuelle Kurs muss über dem Kurs vor 6 Monaten liegen.
  • Eine Stop-Loss-Order erfolgt aufgrund der teilweise hohen Schwankungsbreite nicht. Allerdings wird ab einem Kurs von 20% unterhalb des Einstiegskurses (oder je nach Verlauf eines erhöhten Kursniveaus) überprüft, ob die Einstiegskriterien noch gegeben sind, bzw. ob das Risiko aufgrund kursbestimmender Nachrichten zugenommen hat.
  • Nach einem Jahr wird die Zusammensetzung überprüft.

Zum 30.12.2016 haben fogende Aktien die Kriterien erfüllt:

 

Unternehmen WKN Index Aktien-
kurs
in Ç
Ifa Systems 783078 14,00 €
Geratherm Medical 549562 11,78 €
Dt. Grundstücksaukt. 553340 13,41 €
Klassik Radio 785747 4,95 €
Lloyd Fonds A12UP2 2,88 €
Datron A0V9LA 9,25 €
Pferdewetten.de A1K040 8,80 €
Kromi Logistik A0KFUJ 13,38 €
Technotrans A0XYGA 22,62 €
Data Modul 549890 48,30 €
Simona 723940 441,00 €

 

Vor- und Nachteile der Strategie

Nachteile:

  • Es existiert kein Sicherheitsnetz, das vor dem Absturz einzelner Positionen schützt.
  • Die Schwankungsbreite der Aktienkurse kann sehr hoch sein.
  • Der Spread (Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs) ist in der Regel höher als bei Werten mit höherer Marktkapitalisierung.
  • Je nach Titel kann das Handelsvolumen sehr gering sein.

Vorteile:

  • Durch die nur einmal jährliche Depotanpassung fallen geringe Transaktionskosten an.
  • Die Strategie ist weitestgehend frei von Emotionen.
  • Es wird keine einzelne Kennzahl, sondern eine Reihe von Kriterien untersucht.
  • Das Kurspotential ist höher als bei Aktien mit höherer Marktkapitalisierung.

Performance der Strategie

Die nachfolgend aufgeführte Performance der Strategie beruht auf eigenen Überprüfungen. Dabei ist festzustellen, dass eine Auswertung über nur zwei Jahre nicht allzu aussagekräftig ist. Die Nachhaltigkeit der Strategie muss sich erst noch zeigen.

 

Bezug Strategie Zeitraum Jährliche Rendite Überrendite gegenüber CDAX Überrendite gegenüber DAX
Aktienpool Small Caps Value Growth 2015 67,18% 55,85% 57,62%
CDAX alle Werte 2015 11,33% 0,00%  
DAX alle Werte 2015 9,56%   0,00%
Aktienpool Small Caps Value Growth 2016 25,11% 25,57% 25,61%
CDAX alle Werte 2016 -0,46% 0,00%  
DAX alle Werte 2016 -0,50%   0,00%

 

Indexauswahl bei der 200-Tage-Linien Strategie

KalenderEin aufmerksamer Leser hat kürzlich die Frage gestellt, welcher DAX-Index für die 200-Tage-Linien Strategie verwendet werden sollte.
Zugegebenermaßen hatte ich mich mit der Frage noch nie beschäftigt. Schlagen Sie den Wirtschaftsteil einer Zeitung auf oder werfen Sie einen Blick auf ein Börsen- oder Nachrichtenportal finden Sie immer nur einen DAX-Index, den Performance-Index.

Tatsächlich gibt es neben dem allseits bekannten Performance-Index auch den Kursindex.
Wo ist der Unterschied?

Beim Performance-Index (teilweise wird auch die englischsprachige Bezeichnung „Total Return Index“ verwendet) werden nicht nur die Kursänderungen der einzelnen Werte eingerechnet, sondern auch die Dividenden, sowie weitere Einnahmen wie beispielsweise Gratisaktien und Bezugsrechte.
Beim Kursindex werden nur die reinen Aktienkurse in die Berechnung ein. Alle weiteren Einnahmen werden ignoriert.

Der DAX-Kursindex dient in erster Linie der Vergleichbarkeit mit anderen Indizes, die als Kursindizes berechnet werden. Dies sind beispielsweise der Dow Jones, Euro Stoxx 50, Nikkei 225 und der FTSE 100, um nur einige große Aktienindizes zu nennen.

Werfen wir zuerst einen Blick darauf, wie sich beide Indizes seit dem 02.01.2006 entwickelt haben. Zur besseren Vergleichbarkeit sind beide Werte zum Start auf 100% skaliert.
Beim Performance-Index entspricht dies 5449,98 Punkten und beim Kursindex 3748,49 Punkten.

DAX_IndexvergleichEs ist gut zu erkennen, dass sich beide Indizes tendenziell gleich entwickeln, allerdings der Abstand von Performance- zu Kursindex ständig wächst.

Backtest 200-Tage-Linien Strategie mit Performance- und mit Kursindex

Für den Backtest wurden die Tagesschlusskurse beider Indizes vom 02.01.2006 bis zum 20.05.2016 verwendet.
Dabei wird ein Kaufsignal erzeugt, wenn der Indexkurs von unten kommend die 200-Tage-Linie um mindestens 3% überschreitet. Entsprechend wird ein Verkaufssignal generiert, wenn der Index die 200-Tage Linie von oben kommend um mindestens 3% unterschreitet.
Für die beiden Indizes wurden folgende Kauf- und Verkaufssignale gebildet:

 

3%-Toleranz 3%-Toleranz
Performance-Index Kursindex
Aktion Datum Aktion Datum
Kauf 02.06.09 Kauf 30.11.07
Verkauf 03.08.11 Verkauf 16.01.08
Kauf 02.02.12 Kauf 11.06.09
Verkauf 05.06.12 Verkauf 22.06.09
Kauf 03.07.12 Kauf 15.07.09
Verkauf 04.08.14 Verkauf 07.05.10
Kauf 25.11.14 Kauf 12.05.10
Verkauf 20.08.15 Verkauf 25.05.10
Kauf 17.06.10
Verkauf 01.07.10
Kauf 02.08.10
Verkauf 25.08.10
Kauf 13.10.10
Verkauf 01.08.11
Kauf 01.02.12
Verkauf 01.06.12
Kauf 19.07.12
Verkauf 01.08.14
Kauf 26.11.14
Verkauf 19.08.15


Während im Beobachtungszeitraum beim DAX Performance-Index nur 4 Kauf- und Verkaufssignale generiert wurden, sind es beim Kursindex deren 10.

Nun werfen wir einen Blick, was aus einem Startkapital von 20.000€ unter Verwendung des jeweiligen Index geworden wäre:

 

Typ Bezeichnung Startwert absolut Endwert absolut Rendite absolut [%] Rendite jährlich [%]
           
1 200-Tage-Linien Strategie Performance-Index mit 3% Toleranz 20.000,00 € 34.532,34 € 72,66% 5,39%
2 200-Tage-Linien Strategie Kursindex mit 3% Toleranz 20.000,00 € 23.182,01 € 15,91% 1,43%
3 DAX Buy-and-Hold 6614,73 9916,02 49,91% 3,97%

 

Erwartet war die bessere Rendite der 200-Tage Linen Strategie mit dem Performance-Index mit 5,39% jährlicher Rendite gegenüber der reinen DAX Buy-and-Hold Strategie. Dies entspricht früheren Überprüfungen.
Um so überraschender ist das schlechte Abschneiden der 200-Tage Linien Strategie im Zusammenhang mit dem Kursindex. Mit einer jährlichen Rendite von 1,43% schneidet die Strategie deutlich schlechter als die Buy-and-Hold Strategie.

Eine Ursache dürfte in der Tatsache liegen, dass um den Monat Mai viele Dividendenzahlungen erfolgen. Dadurch sinkt der Kursindex ab, da die Dividende am Ausschüttungstag vom Kurs abgezogen wird. Sofern das Marktumfeld nicht negativ ist, werden die Kursabschläge meist relativ schnell wieder aufgeholt.
Teilweise erfolgte beim Kursindex im Mai ein Verkaufssignal, das kurze Zeit später wieder in ein Kaufsignal umschlug. Dieser Effekt macht sich bei einem Kursindex im angelsächsischen Raum weniger bemerkbar, da hier die Dividendenzahlungen üblicherweise quartalsweise erfolgen.

Aber dieser Fakt allein erklärt den eklatanten Renditeunterschied nicht.
Vielleicht hat der ein oder andere Leser Informationen oder Ideen, wie diese große Differenz zustande kommt.

Auf jeden Fall lässt sich auf Basis historischer Daten sagen, dass die 200-Tage Linien Strategie mit dem Performance-Index umgesetzt werden sollte.

 

Auswertung Dividendenstrategien 2015

Insgesamt wurden sieben Dividendenstrategien vorgestellt und in Musterdepots umgesetzt. Da ich davon ausgehe, dass es nicht zielführend ist, für jede einzelne Dividendenstrategie eine Auswertung durchzuführen, soll die Entwicklung aller sieben Depots im Paket vorgestellt werden.
Die Auswertung der „Dogs of the Dow“-Strategie ist zwar bereits erfolgt, soll aber dennoch mit aufgeführt werden, da sie dem Strategietyp zugeordnet ist.

Werfen wir einen Blick auf grafische Entwicklung der Depots über die zwei Jahre seit Eröffnung der Depots im Vergleich zum DAX.

<Grafik anklicken zum Vergrößern>

Die Entwicklung der Depots ist zweigeteilt. Bis August 2014 schneiden alle Dividendenstrategien gut ab. Zu diesem Zeitpunkt hinkt der DAX allen Depots hinterher. Die mit Abstand beste Performance weist bis dahin die Low-1-Strategie auf. In den Folgemonaten ändert sich das Bild. Der DAX läuft einem Depot nach dem anderen den Rang ab. Gleichzeitig fällt die Low-1 Strategie immer mehr ab, um letztendlich mit Abstand das Schlusslicht einzunehmen. Die beste Rendite aller Dividendenstrategien wirft die „Dogs of the Dow“ Strategie ab.

Wie sich die Entwicklung erklären lässt, wollen wir bei der Auswertung des Jahres 2015 (s.w.u.) zur Sprache bringen.

In absoluten Zahlen sieht die Entwicklung wie folgt aus:

 

Gesamtperformance Dividendenstrategien Performance im Platz
Beschreibung Startdatum Startwert Enddatum Endwert Rendite /Rang Bezug zu DAX Rangliste
Dogs of the Dow 02.01.14 20.000,00€ 30.12.15 21.946,48€ 9,73% -4,55% 13
Foolish Four 02.01.14 20.000,00€ 30.12.15 17.789,39€ -11,05% -25,34% 22
Low-1 02.01.14 20.000,00€ 30.12.15 14.885,83€ -25,57% -39,86% 24
Low-2 02.01.14 20.000,00€ 30.12.15 21.610,39€ 8,05% -6,23% 15
Low Five 02.01.14 20.000,00€ 30.12.15 20.472,42€ 2,36% -11,92% 18
Unemotional Value Four 02.01.14 20.000,00€ 30.12.15 19.661,83€ -1,69% -15,98% 20
Unemotional Value Four Plus 02.01.14 20.000,00€ 30.12.15 20.292,71€ 1,46% -12,82% 19
DAX-Performance Index 02.01.14 9400,04 30.12.15 10743,01 14,29% 0,00%  

 

Die Ergebnisse aus der Grafik spiegeln sich entsprechend in den absoluten Zahlen wieder.

 

Depotentwicklung 2015

<Grafik anklicken zum Vergrößern>

Schon zu Beginn des Jahres 2015 fallen die Depots hinter den DAX zurück. Bis zur Jahresmitte steigt der Rückstand an, um anschließend – mit Ausnahme der Low-1 Strategie – relativ konstant zu bleiben.

Nachfolgend die Depotdaten 2015 in Zahlenform:

 

Performance Dividendenstrategien 2015 (20.12.2014 bis 30.12.2015) Standardabw. Volatilität VaR 1 Woche Max.Drawdown
Beschreibung Startwert Endwert Rendite 1 Woche 250 Tage untere 5% 1 Jahr
Dogs of the Dow 20.726,71 € 21.946,48 € 5,89% 3,05% 18,19% -4,84% -22,80%
Foolish Four 20.433,62 € 17.789,39 € -12,94% 3,29% 19,64% -5,69% -31,50%
Low-1 21.950,85 € 14.885,83 € -32,19% 4,42% 26,39% -8,03% -44,15%
Low-2 21.984,58 € 21.610,39 € -1,70% 3,21% 19,14% -5,32% -23,35%
Low Five 20.440,93 € 20.472,42 € 0,15% 3,01% 17,98% -4,97% -23,15%
Unemotional Value Four 20.498,49 € 19.661,83 € -4,08% 3,00% 17,90% -5,03% -23,41%
Unemotional Value Four Plus 20.986,57 € 20.292,71 € -3,31% 3,04% 18,16% -5,09% -23,19%
DAX-Performance Index 9805,55 10743,01 9,56% 2,83% 16,88% -4,55% -22,49%


Lassen Sie uns einen Blick auf die einzelnen Parameter werfen. Wir wollen mit der Rendite beginnen:

 

Performance Dividendenstrategien 2015 (20.12.2014 bis 30.12.2015)
Beschreibung Startwert Endwert Rendite
DAX-Performance Index 9805,55 10743,01 9,56%
Dogs of the Dow 20.726,71 € 21.946,48 € 5,89%
Low Five 20.440,93 € 20.472,42 € 0,15%
Low-2 21.984,58 € 21.610,39 € -1,70%
Unemotional Value Four Plus 20.986,57 € 20.292,71 € -3,31%
Unemotional Value Four 20.498,49 € 19.661,83 € -4,08%
Foolish Four 20.433,62 € 17.789,39 € -12,94%
Low-1 21.950,85 € 14.885,83 € -32,19%

Das schlechte Abschneiden der Dividendenstrategien lässt sich relativ einfach durch den Kursabsturz der traditionell dividendenstarken Versorgeraktien erklären. Die Kurse von RWE und E.On fielen im Jahr 2015 um 54,35%, bzw. 37,38%.
Der Effekt spiegelt sich in der Rendite unserer Depots wider: Beim Spitzenreiter „Dogs of the Dow“ Depot mit den 10 Aktien sind die Versorger zu 20% vertreten. Beim Zweitplazierten Low Five Depot mit 5 Aktien sind es 40%. Das Low-1 Depot setzte sich zu 100% aus Versorgeraktien – in diesem Fall E.On – zusammen, was die Schlusslichtposition erklärt. Alle anderen Depots bestanden zu 50% aus Versorgeraktien, womit sich 2015 kein Blumentopf gewinnen ließ. Am besten schnitt dabei noch das Low-2 Depot ab, Dank einer Telekom-Aktie als zweite Position im Aufwind.
Hier zeigt sich wieder eindrucksvoll, wie wichtig Diversifikation ist.

Führen wir uns noch einige andere Parameter zu Gemüte:

 

Performance Dividendenstrategien 2015 (20.12.2014 bis 30.12.2015) Volatilität
Beschreibung Startwert Endwert Rendite 250 Tage
DAX-Performance Index 9805,55 10743,01 9,56% 16,88%
Unemotional Value Four 20.498,49 € 19.661,83 € -4,08% 17,90%
Low Five 20.440,93 € 20.472,42 € 0,15% 17,98%
Unemotional Value Four Plus 20.986,57 € 20.292,71 € -3,31% 18,16%
Dogs of the Dow 20.726,71 € 21.946,48 € 5,89% 18,19%
Low-2 21.984,58 € 21.610,39 € -1,70% 19,14%
Foolish Four 20.433,62 € 17.789,39 € -12,94% 19,64%
Low-1 21.950,85 € 14.885,83 € -32,19% 26,39%


Die Volatilitäten der Depots bewegen sich in einem relativ engen Rahmen. Eine Ausnahme bildet lediglich das Low-1 Depot, dessen Volatilität deutlich höher ist.

 

Performance Dividendenstrategien 2015 (20.12.2014 bis 30.12.2015) VaR 1 Woche
Beschreibung Startwert Endwert Rendite untere 5%
DAX-Performance Index 9805,55 10743,01 9,56% -4,55%
Dogs of the Dow 20.726,71 € 21.946,48 € 5,89% -4,84%
Low Five 20.440,93 € 20.472,42 € 0,15% -4,97%
Unemotional Value Four 20.498,49 € 19.661,83 € -4,08% -5,03%
Unemotional Value Four Plus 20.986,57 € 20.292,71 € -3,31% -5,09%
Low-2 21.984,58 € 21.610,39 € -1,70% -5,32%
Foolish Four 20.433,62 € 17.789,39 € -12,94% -5,69%
Low-1 21.950,85 € 14.885,83 € -32,19% -8,03%


Ein ähnliches Bild liefert der Value at Risk (VaR). Wir erinnern uns, der Wert sagt beispielsweise beim DAX aus, dass der Kurswert innerhalb einer Börsenwoche mit 95-prozentiger Wahrscheinlichkeit nicht um mehr als 4,55% fällt. Auch hier wartet das Low-1 Depot mit einem hohen Risikoparameter auf.

 

Performance Dividendenstrategien 2015 (20.12.2014 bis 30.12.2015) Max.Drawdown
Beschreibung Startwert Endwert Rendite 1 Jahr
DAX-Performance Index 9805,55 10743,01 9,56% -22,49%
Dogs of the Dow 20.726,71 € 21.946,48 € 5,89% -22,80%
Low Five 20.440,93 € 20.472,42 € 0,15% -23,15%
Unemotional Value Four Plus 20.986,57 € 20.292,71 € -3,31% -23,19%
Low-2 21.984,58 € 21.610,39 € -1,70% -23,35%
Unemotional Value Four 20.498,49 € 19.661,83 € -4,08% -23,41%
Foolish Four 20.433,62 € 17.789,39 € -12,94% -31,50%
Low-1 21.950,85 € 14.885,83 € -32,19% -44,15%

Zum Abschluss werden noch die Daten vom Maximum Drawdown vorgestellt. Dieser Wert liefert den maximalen Verlust, den ein Anleger gehabt hätte, wenn er zum Höchstkurs einer Periode eingestiegen und zum anschließenden Tiefpunkt wieder ausgestiegen wäre.
Auch bei diesem Kriterium finden wir das Low-1 Depot am Tabellenende. Ebenso fällt das Foolish Four Depot hier gegenüber den anderen Depots ab.

Fazit:

Die Dividendenstrategien sind allesamt leicht verständlich und leicht umsetzbare Strategien, die ihre Daseinsberechtigung immer wieder zeigen kann. Die Schwächen liegen in der Gefahr der Klumpenbildung und in dem kompromisslosem Halten der Positionen für die Dauer eines Jahres.
Strategien mit einer geringen Anzahl an Aktien (allen voran die Low-1 Strategie) sollten nur als Depotbeimischung, nicht aber als einzige Anlage eingesetzt werden.

Auswertung Dogs of the Dow Strategie 2015

Bei der „Dogs of the Dow“-Strategie werden die zehn Werte des DAX‘ mit der höchsten, erwarteten Dividendenrendite für das laufende Jahr zu gleichen Geldanteilen gekauft. Zehn Werte garantieren eine annehmbare Diversifikation, wobei eine Bündelung auf wenige Branchen nicht auszuschließen ist. Ein Rettungsschirm ist nicht eingebaut, d.h. die Aktien werden bis Jahresende ohne wenn und aber gehalten.

Werfen wir einen Blick auf grafische Entwicklung des Depots über die zwei Jahre seit Eröffnung des Depots im Vergleich zum DAX.

In der ersten Hälfte des Beobachtungszeitraum erzielten Strategie und DAX eine vergleichbare Performance. Im Folgejahr hatte der DAX dann deutlich die Nase vorn. In erster Linie ist die Ursache im schlechten Abschneiden der beiden Versorgeraktien E.On und RWE zu suchen.

In absoluten Zahlen sieht die Entwicklung wie folgt aus:

 

Gesamtperformance Dogs of the Dow
Beschreibung Startdatum Startwert Enddatum Endwert Rendite /Rang
Dogs of the Dow 02.01.14 20.000,00 € 30.12.15 21.946,48 € 9,73%
DAX-Performance Index 02.01.14 9400,04 30.12.15 10743,01 14,29%
           
Performance bezogen auf DAX         -4,55%
Platzierung Rangliste (von 24)         13

Die Erkenntnisse aus der Grafik spiegeln sich entsprechend in den absoluten Zahlen wieder. Das „Dogs of the Dow“-Depot hinkt dem DAX um 4,55% hinterher.

 

Depotentwicklung 2015


Schon zu Beginn des Jahres 2015 fällt das Depot hinter den DAX zurück. Bis zur Jahresmitte steigt der Rückstand an, um anschließend relativ konstant zu bleiben.

Nachfolgend die Depotdaten 2015 in Zahlenform:

 

Performance Dogs of the Dow 2015
Beschreibung Startdatum Startwert Enddatum Endwert Rendite /Rang
Dogs of the Dow 30.12.14 20.726,71 € 30.12.15 21.946,48 € 5,89%
DAX-Performance Index 02.01.15 9805,55 30.12.15 10743,01 9,56%
           
Performance bezogen auf DAX         -3,68%
Platzierung Rangliste (von 24)         14
        Depot DAX
Standardabweichung (1 Woche)       2,83% 3,05%
Volatilität 250 Tage       16,88% 18,19%
VaR (1 Woche untere 5%)       -4,55% -4,84%
Maximum Drawdown 1 Jahr       -22,49% -22,80%


Das „Dogs of the Dow“ Depot schloss 2015 mit einem Plus von 5,89% ab und blieb damit 3,7% hinter dem DAX.
Die untersuchten Risikoparameter schneiden besser als der Vergleichsindex ab.

Überprüfung der Vor- und Nachteile:

Correct_20_20Partizipation am
Aufwärtstrend

Correct_20_20Hohe Dividenden-
einnahmen

Überproportional hoher Anteil der Versorgeraktien
drückt die Performance

 

Fazit:

Die „Dogs of the Dow“-Strategie ist eine leicht verständlich und leicht umsetzbare Strategie, die ihre Daseinsberechtigung immer wieder zeigen kann. Die Schwächen liegen in der Gefahr der Klumpenbildung und in dem kompromisslosem Halten der Positionen für die Dauer eines Jahres.

Auswertung Relative Stärke Strategie „Sell-in-Summer“

Die Relative-Stärke Strategie „Sell-in-Summer“ basiert auf Grundlage der Relativen-Stärke Strategie nach Levy. Einziges Unterscheidungsmerkmal ist, dass bei der „Sell-in-Summer“-Variante während der historisch schwächsten Börsenmonaten August und September keine Aktien gehalten werden, sondern das Pulver in Form von Bargeld „trocken gehalten“ wird.

Die Entwicklung des Depots verläuft bis Ende Juli identisch zur Relative-Stärke Strategie nach Levy. Abweichungen entstehen erst mit dem Pausieren des Depots im August und September, sowie ab Oktober durch unterschiedliche Zusammensetzungen beider Depots.

 

In absoluten Zahlen sieht die Gesamtentwicklung wie folgt aus:

 

Gesamtperformance Relative-Stärke Strategie „Sell-in-Summer“
Beschreibung Startdatum Startwert Enddatum Endwert Rendite /Rang
Relative-Stärke Depot „Sell-in-Summer“ 21.02.14 20.000,00 € 30.12.15 30.174,84 € 50,87%
DAX-Performance Index 21.02.14 9656,95 30.12.15 10743,01 11,25%
           
Performance bezogen auf DAX         39,63%
Platzierung Rangliste (von 24)         1

Die Outperformance der Strategie von fast 40% im Bezug zum DAX ist bezeichnend.

 

Depotentwicklung 2015


Schon zu Beginn des Jahres 2015 entwickelte sich das Depot etwas besser als der DAX. In der zweiten Jahreshälfte setzte sich die Strategie dann deutlich ab..

Nachfolgend die Depotdaten 2015 in Zahlenform:

 

Performance Relative-Stärke Strategie „Sell-in-Summer“ 2015
Beschreibung Startdatum Startwert Enddatum Endwert Rendite /Rang
Relative-Stärke Depot „Sell-in-Summer“ 30.12.14 21.649,70 € 30.12.15 30.174,84 € 39,38%
DAX-Performance Index 02.01.15 9805,55 30.12.15 10743,01 9,56%
           
Performance bezogen auf DAX         29,82%
Platzierung Rangliste (von 24)         2
        Depot DAX
Standardabweichung (1 Woche)       2,76% 3,05%
Volatilität 250 Tage       16,45% 18,19%
VaR (1 Woche untere 5%)       -3,90% -4,84%
Maximum Drawdown 1 Jahr       -11,32% -22,80%


Das Relative-Stärke Depot „Sell-in-Summer“ schloss 2015 mit einem Plus von ca. 39,3% ab und schnitt damit fast 30% besser als der DAX ab.
Alle untersuchten Risikoparameter weisen bessere Werte als der DAX auf.

Überprüfung der Vor- und Nachteile:

Correct_20_20Outperformance beim
Aufwärtstrend

Fazit:

Auch die Relative-Stärke Strategie „Sell-in-Summer“ konnte den Vergleichsindex eindrucksvoll hinter sich lassen. Da der Markt im Beobachtungszeitraum tendenziell seitwärts/aufwärts lief, fehlt der Vergleich bei abwärtsgerichteten Märkten. Für risikobewusste Anleger mit längerem Anlagehorizont scheint die Strategie einen Blick wert zu sein.
Auffällig ist, dass die Risikoparameter deutliche Vorteile gegenüber der Relativen-Stärke Strategie nach Levy anzeigen.

Auswertung Relative Stärke Strategie nach Levy 2015

Die Relative-Stärke Strategie nach Levy bezieht sich auf Robert Levy, der in einer Studie die Feststellung machte, dass Aktien, die sich in den vergangenen 26 Wochen positiv entwickelten, auch in den folgenden 6 bis 12 Monaten überdurchschnittlich stiegen.
Bei der Entwicklung des Depots wird erwartet, dass in positiven Marktphasen eine überdurchschnittliche Performance erzielt wird. In einem Bärenmarkt besteht die Gefahr hoher Verluste. Trotz der Risiken konnte die Strategie in der Vergangenheit eine Outperformance im Bezug zum Markt erzielen.

Werfen wir einen Blick auf grafische Entwicklung des Depots über die knapp zwei Jahre seit Eröffnung des Depots im Vergleich zum DAX.

Es ist zu erkennen, dass der Start des Depots alles andere als perfekt war. Lange Zeit blieb die Strategie deulich hinter dem DAX zurück, um Ende des Jahres 2014 gleichzuziehen.
Ab Juni 2015 zündete das Depot den Turbo und ließ den Vergleichsindex deutlich hinter sich.

In absoluten Zahlen sieht die Entwicklung wie folgt aus:

 

Gesamtperformance Relative-Stärke Strategie nach Levy
Beschreibung Startdatum Startwert Enddatum Endwert Rendite /Rang
Relative-Stärke Depot nach Levy 21.02.14 20.000,00 € 30.12.15 29.868,89 € 49,34%
DAX-Performance Index 21.02.14 9656,95 30.12.15 10743,01 11,25%
           
Performance bezogen auf DAX         38,10%
Platzierung Rangliste (von 24)         2

Die Outperformance der Strategie von über 38% spricht eine eigene Sprache.

 

Depotentwicklung 2015


Schon zu Beginn des Jahres 2015  entwickelte sich das Depot besser als der DAX. Im letzten Drittel des Jahres setzte sich die Strategie dann deutlich ab..

Nachfolgend die Depotdaten 2015 in Zahlenform:

 

Performance Relative-Stärke Strategie nach Levy 2015
Beschreibung Startdatum Startwert Enddatum Endwert Rendite /Rang
Relative-Stärke Depot nach Levy 30.12.14 20.006,58 € 30.12.15 29.868,89 € 49,30%
DAX-Performance Index 02.01.15 9805,55 30.12.15 10743,01 9,56%
           
Performance bezogen auf DAX         39,73%
Platzierung Rangliste (von 24)         1
        Depot DAX
Standardabweichung (1 Woche)       2,37% 3,05%
Volatilität 250 Tage       14,16% 18,19%
VaR (1 Woche untere 5%)       -3,83% -4,84%
Maximum Drawdown 1 Jahr       -17,33% -22,80%


Das Relative-Stärke Depot nach Levy schloss 2015 mit einem Plus von 49,3% ab und schnitt damit fast 40% besser als der DAX ab.
Die untersuchten Risikoparameter zeigen ein uneinheitliches Bild. Während das Depot eine höhere Standardabweichung (und somit auch eine höhere Volatilität aufweist), bewegt sich der Value-at-Risk im Bereich des DAX. Dagegen ist der maximale, kumulierte Verlust der Strategie deutlich geringer als der Vergleichsindex.

Überprüfung der Vor- und Nachteile:

Correct_20_20Outperformance beim
Aufwärtstrend

Fazit:

Die Relative-Stärke Strategie nach Levy konnte den Vergleichsindex eindrucksvoll hinter sich lassen. Da der Markt im Beobachtungszeitraum tendenziell seitwärts/aufwärts lief, fehlt der Vergleich bei abwärtsgerichteten Märkten. Für risikobewusste Anleger mit längerem Anlagehorizont scheint die Strategie einen Blick wert zu sein.

Auswertung 200-Tage-Linien-Strategie Long und Short 2015

Auch diese Strategie richtet sich nach der 200-Tage-Linie als Signalgeber. Das Depot soll sowohl von einem positiven Markt durch den Kauf von DAX-ETFs als auch  bei negativen Marktphasen durch den Kauf von Short-ETFs partizipieren.
Die Strategie sollte bei klaren Trends profitieren, während als der größte Feind der Sägezahnmarkt zu sehen ist. Diese Vorgehensweise ist riskanter einzustufen als die reine 200-Tage-Linien Strategie.

Werfen wir einen Blick auf grafische Entwicklung des Depots über die zwei Jahre seit Eröffnung des Depots im Vergleich zum DAX.

Die Grafik verdeutlicht, dass das erste Kaufsignal für Short ETFs Anfang August generiert wurde. Ein Kaufsignal ist nur gegeben, wenn der DAX-Index die 200-Tage-Linie von unten nach oben (Long) oder von oben nach unten (Short) schneidet. Falls Sie das Depot starten wollen und sich der DAX bereits oberhalb oder unterhalb des gleitenden Durchschnitts befindet, sollte der Einstieg vermieden werden, da nicht ersichtlich ist, welcher Trend vorliegt.
Der Einsatz von Short-Papieren ist deutlich an der dem Index entgegengesetzten Entwicklung zu erkennen. In dem folgenden, kurzen Seitwärtstrend hat wechselweise der Index und das Depot die Nase vorn, ehe der DAX ab ca. Mitte Oktober 2014 kontinuierlich steigt. Bis ein Verkaufssignal für die Short Variante erfolgt und in Long-ETFs umgeschichtet wird, ist der DAX schon rund 15% vorausgeeilt.
Anschließend läuft die Entwicklung wieder parallel, bis Ende August 2015 ein erneuter Signalwechsel generiert wurde, und das Depot auf Short-ETFs umgestellt wurde. Zu Beginn der Umstellung holte das Depot deutlich auf, aber zum Jahresende hin ließ die Erholung des DAX‘ den Abstand zwischen beiden Werten wieder deutlich ansteigen.

In absoluten Zahlen sieht die Entwicklung wie folgt aus:

 

Gesamtperformance 200-Tage-Linien Strategie mit Short
Beschreibung Startdatum Startwert Enddatum Endwert Rendite /Rang
200-Tage-Linien Depot mit Short 02.01.14 20.000,00 € 30.12.15 17.382,91 € -13,09%
DAX-Performance Index 02.01.14 9400,04 30.12.15 10743,01 14,29%
           
Performance bezogen auf DAX         -27,37%
Platzierung Rangliste (von 24)         23

Der Rückstand der Strategie zum Index von über 27% liegt deutlich hinter der Performance der 200-Tage-Linie Strategie ohne Shortanteile.

 

Depotentwicklung 2015


Zu Beginn des Jahres 2015 waren wir mit Long-ETF’s investiert, entsprechend entwickelt sich das Depot nahezu identisch mit dem DAX. In der zweiten Augusthälfte erfolgte ein Signalwechsel, das bis Ende des Jahres Gültigkeit hatte. Kurzfristig entwickelte sich das Depot besser als der DAX, doch wie schon erwähnt, war der Anstieg des Index‘ kontraproduktiv für die Entwicklung der Short-ETF’s im Depot.

Nachfolgend die Depotdaten 2015 in Zahlenform:

 

Performance 200-Tage-Linien Strategie mit Short 2015
Beschreibung Startdatum Startwert Enddatum Endwert Rendite /Rang
200-Tage-Linen Depot 30.12.14 18.036,85 € 30.12.15 17.382,91 € -3,63%
DAX-Performance Index 02.01.14 9805,55 30.12.15 10743,01 9,56%
           
Performance bezogen auf DAX         -13,19%
Platzierung Rangliste (von 24)         21
        Depot DAX
Standardabweichung (1 Woche)       2,93% 3,05%
Volatilität 250 Tage       17,52% 18,19%
VaR (1 Woche untere 5%)       -4,90% -4,84%
Maximum Drawdown 1 Jahr       -26,73% -22,80%

Das 200-Tage-Linien Depot mit Shortanteil schloss 2015 mit einem Minus von 3,63% ab und blieb damit 13,2% hinter dem DAX.
Die untersuchten Risikoparameter bewegen sich im Bereich des Vergleichsindex‘ mit Ausnahme des Maximum Drawdown. Hier sind die Kennzahlen des Depots deutlich schlechter.

Überprüfung der Vor- und Nachteile:

Correct_20_20Partizipation am
Aufwärtstrend

Partizipation am
Abwärtstrend

Kurzfristige Seitwärtstrends mit mehreren
Kauf- und Verkaufsignalen

 

Fazit:

Die 200-Tage-Linien-Strategie ist eine Vorgehensweise für chancenorientierte Anleger, die bereit sind, ein höheres Risiko einzugehen, um auch in Bärenmärkten Profite zu erzielen. Ihre Schwächen hat die Strategie in ausgeprägten Seitwärtsmärkten. In diesem Fall wird der Verlust größer ausfallen als beim 200-Tage-Linien Depot ohne Shortanteile.
Das System ist auch geeignet, im Verbund mit anderen Strategien das Gesamtportfolio zu diversifizieren.

Auswertung 200-Tage-Linien-Strategie 2015

200 Tage Linien Strategie 2015Wie der Name schon sagt, richtet sich die Strategie nach der 200-Tage-Linie als Signalgeber. Von einem Aufwärtstrend soll das Depot partizipieren, bei einem Bärenmarkt soll Bargeld vorgehalten werden. Dadurch soll die Volatilität verringert werden.
Die Strategie sollte bei klaren Trends profitieren, während als der größte Feind der Sägezahnmarkt zu sehen ist.

Werfen wir einen Blick auf grafische Entwicklung des Depots über die zwei Jahre seit Eröffnung des Depots im Vergleich zum DAX.

200_Tage_2_Jahre

Die Grafik verdeutlicht, dass wir über 11 Monate warten mussten, ehe das erste Kaufsignal generiert wurde. Ein Kaufsignal ist nur gegeben, wenn der DAX-Index die 200-Tage-Linie von unten nach oben schneidet. Falls Sie das Depot starten wollen und sich der DAX bereits oberhalb des gleitenden Durchschnitts befindet, sollte der Einstieg vermieden werden, da nicht ersichtlich ist, welcher Trend vorliegt.
Deutlich wahrnehmbar ist, dass wir in dieser Phase nichts verpasst haben, da sich der DAX in einem Seitwärtstrend befand. Investiert hätten wir mehrmals verkaufen und kaufen müssen mit der Folge „Außer Spesen nichts gewesen“.
Nach dem Einstieg folgt das Depot mit kleinem Abstand (Transaktionskosten und Einstieg erst nach 3% Anstieg über die 200-Tage Linie) dem Index, ehe in der zweiten Augusthälfte 2015 ein Verkaufssignal erfolgte. Seitdem wird nur Bargeld im Depot gehalten.

In absoluten Zahlen sieht die Entwicklung wie folgt aus:

 

Gesamtperformance 200-Tage-Linien Strategie
Beschreibung Startdatum Startwert Enddatum Endwert Rendite /Rang
200-Tage-Linen Depot 02.01.14 20.000,00 € 30.12.15 20.608,61 € 3,04%
DAX-Performance Index 02.01.14 9400,04 30.12.15 10743,01 14,29%
           
Performance bezogen auf DAX         -11,24%
Platzierung Rangliste (von 24)         17

Der Rückstand der Strategie von knapp über 11% erklärt sich zum einen Teil aus dem verspäteten Einstieg (+Transaktionskosten) 2014 und zum anderen Teil aus dem Anstieg des DAX Ende 2015, währenddessen das Depot passiv geführt wurde.

Depotentwicklung 2015

200_Tage_2015
Zu Beginn des Jahres 2015 waren wir investiert, entsprechend entwickelt sich das Depot nahezu identisch mit dem DAX. In der zweiten Augusthälfte erfolgte ein Verkaufssignal, das bis Ende des Jahres Gültigkeit hatte. Entsprechend bleibt der Depotstand konstant, während sich der DAX nach kurzem Abfall wieder positiv entwickelte.

Nachfolgend die Depotdaten 2015 in Zahlenform:

Performance 200-Tage-Linien Strategie 2015
Beschreibung Startdatum Startwert Enddatum Endwert Rendite /Rang
200-Tage-Linen Depot 30.12.14 19.785,46 € 30.12.15 20.608,61 € 4,16%
DAX-Performance Index 02.01.14 9805,55 30.12.15 10743,01 9,56%
           
Performance bezogen auf DAX         -5,40%
Platzierung Rangliste (von 24)         16
        Depot DAX
Standardabweichung (1 Woche)       2,37% 3,05%
Volatilität 250 Tage       14,16% 18,19%
VaR (1 Woche untere 5%)       -3,83% -4,84%
Maximum Drawdown 1 Jahr       -17,33% -22,80%

 
Das 200-Tage-Linien Depot schloss 2015 mit einem Plus von 4,16% ab und blieb damit 5,4% hinter dem DAX.
Dagegen schneiden alle untersuchten Risikoparameter besser ab als der Vergleichsindex. Vermindertes Risiko geht in positiven Marktlagen immer mit einer geringeren Rendite einher.

Überprüfung der Vor- und Nachteile:

Correct_20_20Partizipation am
Aufwärtstrend

Correct_20_20Verringerung der
Volatilität

Correct_20_20Kein Seitwärtstrend mit mehreren
Kauf- und Verkaufsignalen

NeutralVerlustbegrenzung in einem Bärenmarkt.
Noch keine ausgebildete Baisse vorhanden.

Fazit:

Die 200-Tage-Linien-Strategie ist eine probate Vorgehensweise für sicherheitsorientierte Anleger, die bereit sind, für Kapitalerhalt in Abwärtsphasen auf maximale Rendite in steigenden Märkten zu verzichten. Ihre Schwächen hat die Strategie lediglich in ausgeprägten Seitwärtsmärkten.
Das System ist auch ausgesprochen geeignet, im Verbund mit anderen Strategien das gesamtportfolio zu diversifizieren.

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