Depotcheck Jahresende 2022

Waren die beiden vorausgehenden Jahre 2020 und 2021 geprägt von Corona, so spielte die Pandemie in 2022 nur noch eine untergeordnete Rolle. Die größte Problematik bestand dabei noch durch die Unterbrechung der Lieferketten bedingt durch die Lockdowns in China.

Die Hoffnung, dass das nahende Ende der Pandemie die Börsen beflügelt, hat sich aber leider nicht bestätigt.
Der Überfall Russlands in die Ukraine hat eine Kettenreaktion ausgelöst, die die großen Aktienmärkte schwer belastete:

  1. Der Krieg in der Ukraine löste eine Welle von Sanktionen gegen Russland aus, worauf Russland die Gaslieferungen nach Europa reduzierte.
  2. Das verringerte Gasangebot sorgte für eine Erhöhung des Gaspreises. Da Gas teilweise auch zur Erzeugung elektrischer Energie eingesetzt wird, und da sich zumindest in Deutschland der Marktpreis an der teuersten Variante orientiert, stiegen auch die Strompreise massiv.
  3. Die höheren Energiepreise wurden von den Unternehmen soweit möglich auf die Produktpreise aufgeschlagen. Im Zusammenhang mit der oben erwähnten Lieferkettenproblematik, die das Angebot reduzierte, wurden die Waren deutlich teuerer.
  4. Die hohen Waren- und Energiepreise hoben die Inflationszahlen bis in den zweistelligen Bereich.
  5. Zur Bekämpfung der hohen Inflation erhöhten FED und EZB die Leitzinsen, um die Nachfrage zu senken.
  6. Die Erhöhung der Zinsen erhöht die Finanzierungskosten von Unternehmen. Vor allem noch nicht profitable Unternehmen und Unternehmen mit hoher Schuldenquote kamen dadurch unter die Räder.
    Daneben belasten die sinkende Nachfrage und der Umstand, dass die höheren Energiekosten meist nicht komplett über steigende Preise kompensiert werden können, das Finanzergebnis der Firmen.
    Auch machen die höheren Zinsen auch Anleihen wieder interessant, was über Jahre eher nicht der Fall war.

Der DAX beendete das Jahr auf XETRA-Basis mit 13.923,59 Punkten, was einem Minus auf Jahressicht von 12,35 Prozent entspricht. Mit Blick auf die ganze Problematik erscheint der Verlust noch relativ erträglich. Unter dem Jahr betrug das Minus auch mal das Doppelte nämlich rund 25 Prozent.

Durch den Wegfall des Low-Risk-5-Depots wurden nur noch 26 Depots geführt, wobei das Sparplan-Depot aufgrund des speziellen Charakters mit monatlichen Spareinlagen – wie in der Vergangenheit gehandhabt – beim Vergleich außen vor bleibt.

Von den verbliebenen 25 Depots haben 11 Depots besser als der DAX abgeschnitten. Das entspricht einer Quote von 44,0 Prozent, was minimal über dem Gesamtschnitt von 43,2 Prozent liegt. Erstmalig kann kein Depot eine positive Performance erzielen.

Beginnen wollen wir wie üblich mit der Rangliste des Jahres 2022. Die farbliche Unterscheidung soll helfen, Strategien mit ähnlicher Performance optisch anzuzeigen.

Platz Vorjahr Strategie Start am: akt. Datum: aktueller Wert Gewinn/ Verlust
             
1 12 200-Tage-Linie Strategie mit Short 02.01.14 30.12.22 13.098,07 € -3,23%
2 8 Sell in Summer 02.01.14 30.12.22 34.759,21 € -3,36%
3 13 200-Tage-Linie Strategie 02.01.14 30.12.22 22.701,87 € -5,26%
4 3 Schwergewicht 02.01.14 30.12.22 26.293,08 € -5,63%
5 2 Value Depot KBV 02.01.15 30.12.22 29.159,60 € -7,76%
6 16 Dogs of the Dow 02.01.14 30.12.22 30.072,32 € -7,95%
7 1 Small Caps Value Growth 02.01.17 30.12.22 43.375,00 € -8,88%
8 6 Low Five 02.01.14 30.12.22 34.323,54 € -9,04%
9 25 Low-2 02.01.14 30.12.22 35.307,19 € -10,25%
10 17 Unemotional Value Four Plus 02.01.14 30.12.22 36.041,19 € -10,99%
11 19 Foolish Four 02.01.14 30.12.22 24105,56 -11,39%
12 11 DAX 02.01.14 30.12.22 13.923,59 € -12,35%
13 15 Unemotional Value Four 02.01.14 30.12.22 31.988,53 € -12,88%
14 14 Modifizierte Relative Stärke 04.01.16 30.12.22 40.538,76 € -14,64%
15 21 Otto Normalverdiener Depot 02.01.14 30.12.22 27.871,23 € -15,25%
16 5 Value Depot „Feste Kriterien“ 02.01.15 30.12.22 18.855,19 € -15,47%
17 10 Relative Stärke „Sell in Summer“ 21.02.14 30.12.22 42.070,31 € -19,38%
18 4 Trendfolge 28.02.14 30.12.22 39.077,19 € -24,09%
19 23 Low-Risk-Index 06.01.14 30.12.22 19.345,27 € -24,17%
20 7 Kombinierte Methode 02.01.14 30.12.22 23.495,52 € -25,12%
21 9 Gebert-Börsenindiktor 02.01.20 30.12.22 18.098,71 € -25,15%
22 20 Low-1 02.01.14 30.12.22 13.351,34 € -26,53%
23 24 Kombination 28.02.14 30.12.22 16.119,26 € -27,74%
24 18 Relative Stärke nach Levy 21.02.14 30.12.22 42.001,60 € -29,21%
25 22 Value Depot „Einfacher,innerer Wert“ 02.01.15 30.12.22 13.660,19 € -33,96%
26 26 Umkehr 28.02.14 30.12.22 15.623,57 € -36,07%

Erfolgreichste Strategie war nicht ganz überraschend die 200-Tage-Linien Strategie mit Shortzertifikaten. Das Depot war vom 31.Januar 2022 bis zum 11.November 2022 mit Shortzertifikaten bestückt. Zwischenzeitlich war das Depot mehr als 18 Prozent im Plus, aber die Erholung der Märkte machte die Gewinne wieder zunichte, so dass letztendlich ein Minus von 3,2% verbleibt.
Die Standard 200-Tage-Linien Strategie profitierte von der Abwesenheit vom Markt zu dem Zeitpunkt, zu dem die Partnerstrategie mit Shortzertifikaten bestückt war. Am Ende des Jahres bleibt Rang 3 mit einem Verlust von 5,3%.
Platz 2 beansprucht die „Sell-in-Summer“-Strategie, die dieses Jahr beinahe perfekt aufging, verlor der DAX doch gut 10% zu dem Zeitpunkt von Anfang August bis Ende September, zu dem das Depot durch Abwesenheit vom Markt glänzte.

Nach Platz 3 im Vorjahr ist das Schwergwichtsdepot mit Platz 4 wieder weit vorne zu finden. Die „Dickschiffe“ kamen mit einem Minus von 5,6 Prozent bisher gut aus der Krise.
Noch einigermaßen glimpflich verlief die Performance des Value Depots KBV mit Rang 5, da die Immobilienaktien mit Ausnahme der Deutsche Euroshop alle schwächelten. Vitesco und die Bankaktien konnten dies teilweise ausgleichen.

Auf Platz 6 findet sich das erste Dividendendepot mit den „Dog of the Dow“. Nicht weit entfernt tauchen mit dem „Low Five“ auf Platz 8, dem „Low-2“ auf Platz 9, dem „Unemotional Value Four Plus“ auf Platz 10, dem „Foolish Four“ auf Rang 11 und dem „Unemotional Value Four“ auf Platz 13 die weiteren Dividendenstrategie auf. Unrühmliche Ausnahme bildet das „Low-1“-Depot, das mit Rang 22 einmal mehr weit hinten erscheint.

Nach zwei ersten Plätzen in Folge muss sich das Small Caps Value Growth Depot aktuell mit Platz 7 begnügen. Doch in Anbetracht der Tatsache, dass viele der Small Caps aufgrund der Zinserhöhungen stark verprügelt wurden, ist das Ergebnis durchaus sehenswert.

Schon in der Vergangenheit war zu beobachten, dass die Relative-Stärke Strategien und schwache Börsenphasen keine Freunde werden. Entsprechend sind die Depots mit den Plätzen 14 (Modifizierte Relative-Stärke), 17 (Relative-Stärke „Sell-in-Summer“) und 24 (Relative Stärke nach Levy) erst in der zweiten Tabellenhälfte zu finden. Dabei wäre die Performance – zumindest der ersten beiden Depots – gar nicht so schlecht ausgefallen, hätte Uniper zu Jahresbeginn mit einem Minus von fast 57 Prozent schwer belastet.
Das führt wieder zur häufig gestellten Frage, ob der Einsatz von Stopp-Loss-Marken nicht sinnvoll wäre. Dabei ist das Problem, dass die Einzeltitel der Strategien oft sehr volatil sind. So hätte in der Vergangenheit mehrmals eine mehrwöchige Schwächephase des Marktes viele Werte ausgestoppt, die sich anschließend vervielfachten.
Meiner Meinung nach interessanter wäre hier der Ansatz, in einem schwierigen Marktumfeld eine wöchentliche Überprüfung vorzunehmen und somit Aktien frühzeitig zu verkaufen, die sich im Vergleich zu den anderen Wertpapieren schlecht entwickeln. Aber letztendlich muss hier jeder seine eigene Strategie suchen, denn selbst die beste Strategie ist nicht immer besser als andere.

Rang 15 belegt das Otto-Normalverdiener-Depot mit einer Performance von -15,3 Prozent. Hier belasteten Porsche SE und Fresenius. Bei einem Depot aus nur 6 Werten ist die Underperformance zweier Aktien kaum gut zu machen.
Auf Augenhöhe schneidet das Value Depot „Feste Kriterien“ mit Platz 16 und vergleichbarer Performance ab.

So schlecht wie bis dato noch nie verbucht das Trendfolgedepot 2022 einen Verlust von 24,1 Prozent. Als Parallele zum Otto-Normalverdiener Depot lässt sich sagen, dass wenn in einem Depot aus 5 Einzeltiteln 3 davon mit einem Minus zwischen 28 und 38 Prozent aus dem Jahr gehen, das Ergebnis nicht gut sein kann.

Mit dem Low-Risk-Index, der Kombinierten Methode und dem Gebert-Börsenindikator befinden sich drei Depot auf den Rängen 19 bis 21, die mit Indexzertifikaten auf den DAX ausgestattet sind. Dass der Vergleich zum DAX so schlecht ausfällt, liegt am bisher schlechten Timing an denen die Strategien investiert, bzw. nicht investiert waren. Aber eine endgültige Beurteilung kann erst vorgenommen werden, wenn die Baisse tatsächlich „ad acta“ gelegt werden kann.

Erneut ganz unten sind das Kombinationsdepot (Platz 23), das Value Depot „Einfacher, innerer Wert“ und das Umkehrdepot zu finden.

Nachfolgend die Rangliste mit der Gesamtperformance. Bitte beachten Sie den unterschiedlichen Startzeitpunkt der Depots.

Platz Vorjahr Strategie Start am: akt. Datum: aktueller Wert Gewinn/ Verlust
             
1 4 Small Caps Value Growth 02.01.17 30.12.22 43.375,00 € 116,88%
2 2 Relative Stärke „Sell in Summer“ 21.02.14 30.12.22 42.070,31 € 110,35%
3 1 Relative Stärke nach Levy 21.02.14 30.12.22 42.001,60 € 110,01%
4 5 Modifizierte Relative Stärke 04.01.16 30.12.22 40.538,76 € 102,69%
5 3 Trendfolge 28.02.14 30.12.22 39.077,19 € 95,39%
6 6 Unemotional Value Four Plus 02.01.14 30.12.22 36.041,19 € 80,21%
7 7 Low-2 02.01.14 30.12.22 35.307,19 € 76,54%
8 10 Sell in Summer 02.01.14 30.12.22 34.759,21 € 73,80%
9 8 Low Five 02.01.14 30.12.22 34.323,54 € 71,62%
10 9 Unemotional Value Four 02.01.14 30.12.22 31.988,53 € 59,94%
11 13 Dogs of the Dow 02.01.14 30.12.22 30.072,32 € 50,36%
12 14 Value Depot KBV 02.01.15 30.12.22 29.159,60 € 45,80%
13 11 DAX 02.01.14 30.12.22 13923,59 45,06%
14 12 Otto Normalverdiener Depot 02.01.14 30.12.22 27.871,23 € 39,36%
15 17 Schwergewicht 02.01.14 30.12.22 26.293,08 € 31,47%
16 18 Foolish Four 02.01.14 30.12.22 24.105,56 € 20,53%
17 15 Kombinierte Methode 02.01.14 30.12.22 23.495,52 € 17,48%
18 22 200-Tage-Linie Strategie 02.01.14 30.12.22 22.701,87 € 13,51%
19 19 Low-Risk-Index 06.01.14 30.12.22 19.345,27 € -3,27%
20 24 Value Depot „Feste Kriterien“ 02.01.15 30.12.22 18.855,19 € -5,72%
21 21 Gebert-Börsenindiktor 02.01.20 30.12.22 18.098,71 € -9,51%
22 23 Kombination 28.02.14 30.12.22 16.119,26 € -19,40%
23 20 Umkehr 28.02.14 30.12.22 15.623,57 € -21,88%
24 25 Value Depot „Einfacher,innerer Wert“ 02.01.15 30.12.22 13.660,19 € -31,70%
25 26 Low-1 02.01.14 30.12.22 13.351,34 € -33,24%
26 27 200-Tage-Linie Strategie mit Short 02.01.14 30.12.22 13.098,07 € -34,51%

Ein neuer Spitzenreiter hat sich etabliert. Das Small Caps Value Growth Depot ist von Rang 4 an die Tabellenspitze vorgerückt. Danach folgen die Relative-Stärke Depots in Schlagdistanz, während das Trendfolgedepot zwei Plätze eingebüßt hat.
Viele Plätze gewonnen hat das 200-Tage-Linien Depot, das von Rang 22 auf 18 vorgerückt ist, sowie das Value Depot „Feste Kriterien“. Hier ging es von Rang 24 vor auf Rang 20.
Immer noch am Tabellenende rangiert das 200-Tage-Linien Depot mit Shortzertifikaten. Aber nachdem es letztes Jahr abgeschlagen die rote Laterne inne hatte, so ist es jetzt in Reichweite zum Low-1 Depot und zum Value Depot „Einfacher, innerer Wert“.

Strategie Rang Jahres-ende
2014
Rang Jahres-ende
2015
Rang Jahres-ende
2016
Rang Jahres-ende
2017
Rang Jahres-ende
2018
Rang Jahres-ende
2019
Rang Jahres-ende
2020
Rang Jahres-ende
2021
Rang Jahres-ende
2022
Durch-schn.
Rang
                     
Trendfolge 5 4 1 16 16 2 5 4 18 7,9
Modifizierte Relative Stärke 3 1 22 1 3 14 14 8,3
Small Caps Value Growth 11 24 9 1 1 7 8,8
Relative Stärke „Sell in Summer“ 4 2 4 8 19 11 7 10 17 9,1
Relative Stärke nach Levy 18 1 6 3 21 3 2 18 24 10,7
Sell in Summer 6 5 16 24 12 10 14 8 2 10,8
DAX 14 11 9 18 14 5 8 11 12 11,3
Value Depot KBV 3 12 7 23 16 24 2 5 11,5
Low Five 14 17 20 9 4 14 13 6 8 11,7
Unemotional Value Four Plus 7 21 13 4 3 18 15 17 10 12,0
Dogs of the Dow 8 14 18 12 7 12 16 16 6 12,1
Schwergewicht 16 15 14 25 15 4 18 3 4 12,7
Low-2 2 18 25 2 2 22 11 25 9 12,9
Unemotional Value Four 11 22 15 5 6 15 17 15 13 13,2
Gebert-Indikator Depot 10 9 21 13,3
Kombinierte Methode 10 12 19 23 18 6 9 7 20 13,8
Foolish Four 13 23 17 17 5 13 6 19 11 13,8
Otto Normalverdiener Depot 1 6 21 21 10 8 23 21 15 14,0
200-Tage-Linie Strategie 19 16 10 20 11 23 21 13 3 15,1
Value Depot „Feste Kriterien“ 19 5 10 25 24 19 5 16 15,4
Low-Risk-Index 9 13 24 15 17 7 20 23 19 16,3
Low-1 3 24 23 26 1 25 4 20 22 16,4
Umkehr 21 7 7 6 13 20 26 26 26 16,9
200-Tage-Linie Strategie mit Short 22 20 22 19 9 26 27 12 1 17,6
Kombination 15 8 2 22 20 21 25 24 23 17,8
Value Depot „Einfacher,innerer Wert“ 9 11 13 26 19 22 22 25 18,4

Es gilt weiterhin die Aussage aus dem Vorjahr, dass nicht eine Strategie durchgehend im Vorderfeld zu finden ist. Zwar gibt es qualitativ deutliche Unterschiede, aber schwächere Jahre durchleben alle vorgestellten Strategien.

Ein Blick auf 2023

Im letzten Jahr lag die Prognose der Banken für 2022 zwischen 15.000 und 18.000 Punkten. Tatsächlich lag der Schlusskurs bei 13.923,59 Punkten, also mehr als 1.000 Punkte unter der tiefsten Schätzung.
Klar war 2022 geprägt von einschneidenden Ereignissen wie der Invasions Russlands in die Ukraine. Aber war 2020 und 2021 mit der Corona-Pandemie ereignislos?

Wenn nun die Börsenprofis der Banken, die sich tagein, tagaus mit dem Thema befassen, mit ihrer Einschätzung daneben liegen, macht es dann Sinn, eigene Prognosen zu entwickeln?

Für mich persönlich muss ich die Frage mit einem eindeutigem „Ja“ beantworten. Allerdings sollte man nicht darauf bauen, dass die Entwicklung wie in Aussicht gestellt auch eintritt. Stattdessen sollte die Taxierung als Leitfaden dienen, der mit dem tatsächlichen Ist-Zustand abgeglichen werden kann.
Schauen wir mal, was vor einem Jahr für steigende, bzw. fallende Kurse sprach (in schwarzer Schrift), und wie die Realität aussah (rote Schrift).

Für steigende Kurse sprach:

  • Die Dynamik der Weltwirtschaft ist intakt.
    Lieferkettenproblematik (=> steigende Preise), Krieg in der Ukraine (Sanktionen => Energiekrise => steigende Energiepreise => hohe Inflation) und Leitzinserhöhungen als Folge belasten die Nachfrage und die Gewinne der Unternehmen.
  • Ein hoher Nachholbedarf bei den Investitionen sollte Wachstum schaffen.
    Steigende Kosten lleßen kaum Geld für Investitionen.
  • Im Euro-Raum sind vorerst keine Zinsanhebungen geplant.
    Die hohe Inflation veranlasste die EZB zur Erhöhung der Leitzinsen.
  • Augenblicklich scheint die neue Omikron-Variante nicht so viele schwere Krankheitsverläufe hervorzurufen.
    Diese Prognose hat sich weitestgehend bestätigt.

Gegen steigende Kurse sprach:

  • Viele der großen Indizes bewegen sich im Bereich der historischen Allzeithochs. Es herrscht also großer Optimismus am Markt. Die positiven Aspekte sind schon eingepreist. Somit könnten negative Überraschungen zu einem erneuten Einbruch führen.
    Dafür sprechen auch die hohen KGVs vieler Indizes, die über dem historischen Mittel liegen, und nur bei entsprechend hohen Gewinnsteigerungen gerechtfertigt wären (galt schon im Vorjahr).
    Hat sich bestätigt. Negative Nachrichten führten zu Kurseinbrüchen und damit zu einer Verringerung der KGV’s.
  • Die US-Notenbank FED will in 2022 die Leitzinsen sukzessive anheben.
    Dieser Punkt traf auch zu, allerdings bedingt durch die Inflationsdaten stärker als erwartet.
  • Die Inflationsrate ist zuletzt deutlich angestiegen. Sollte sie sich auf hohem Niveau einpendeln, werden Auswirkungen auf die Zinsen unabwendbar sein.
    Die Inflationsrate hat sich nicht nur auf dem Niveau eingependelt, sondern ist noch deutlich angestiegen.
  • Lieferengpässe belasten die Produktion. Falls der Zustand längere Zeit bestehen bleibt, wird er zum Belastungsfaktor.
    Die Lieferengpässe haben belastet, sind aber wegen den anderen Problemen etwas in den Hintergrund getreten.
  • Die Drohgebärden Russlands gegenüber der Ukraine belasten die Beziehungen.
    Auch das Verhältnis zu China wird nach und nach schwieriger.
    Ich persönlich habe es mir nicht vorstellen können, doch Russland hat die Ukraine überfallen. Statt belasteten Beziehungen befinden wir uns quasi in einem Handelskrieg mit Russland.
    Das Verhältnis zu China hat sich aufgrund verschiedener Faktoren verschlechtert.
  • Neue Corona-Mutationen hängen wie ein Damokles-Schwert über der Gesellschaft.
    Corona war – von China abgesehen – kein großer Belastungsfaktor mehr.

Schließen wir hiermit das alte Jahr ab und schauen nach vorne.
Die Banken sehen den DAX Ende 2023 in einem Bereich zwischen 14.000 und 16.000 Punkten, also zwischen gleichbleibend und einem Zuwachs von knapp 15 Prozent.
Bei der folgenden Pro- und Contra-Liste werden etliche Punkte doppelt vorkommen, da die Entwicklung stark abhängig sein wird, in welche Richtung und mit welcher Stärke sich die Fakten entwickeln.
Was spricht für steigende Kurse?

  • Die Bewertungen der Indizes ist zurückgekommen und bewegt sich in einem neutralen Bereich. Bei vielen Aktien sind schlechte Nachrichten schon eingepreist, so dass Chancen auf positive Überraschungen bestehen.
  • Es besteht die Möglichkeit, dass sich die Leitzins-Erhöhungen der FED und EZB in den nächsten Monaten dem Ende nähern und im zweiten Halbjahr sogar wieder gesenkt werden, sofern die Inflationsraten deutlich zurückgehen.
  • In den USA besteht die Möglichkeit einer Rezession, in der Euro-Zone eine hohe Wahrscheinlichkeit einer Rezession. D.h. eine Rezession sollte in den Kursen eingepreist sein. Fällt die Rezession milde und kurz aus, so sollte dies positive Auswirkungen auf den Markt haben.
  • Aktuell besteht zurzeit im Großen und Ganzen eine Patt-Situation im Ukraine-Konflikt. Militärisch wird kurz- bis mittelfristig kaum eine Entscheidung fallen. Die festgefahrene Situation sollte zumindest Gespräche über eine  Deeskalation ermöglichen.

Was würde gegen steigende Kurse sprechen?

  • Trotz aller oben angesprochenen Probleme im Jahr 2022 verlor der DAX nur knapp 12,4 Prozent. Sollten sich die negativen Szenarien bewahrheiten, wäre noch ziemlich Luft nach unten.
  • Ein Börsenspruch lautet „Never fight the FED“. Soll bedeuten, dass solange die FED die Leitzinsen erhöht, schwächeln die Börsen. Da der Zyklus der Zinserhöhungen noch nicht abgeschlossen ist, bleiben die Märkte unter Druck, wobei die Aussagen auch für die EZB zutreffen.
  • Wie oben erwähnt, ist von einer Rezession auszugehen. Nicht eingepreist wäre aber eine längere und stärkere Rezession.
  • Momentan scheinen in Russland die Falken zu herrschen. Eine Eskalation des Ukraine-Konfliktes z.B. auch auf Moldau kann nicht ausgeschlossen werden.
  • China hat nun die Lockdown-Politik gestoppt. Aber durch den schlechten Impfstatus und fehlende Immunität kommt es zu vielen Krankheitsfällen. Eine Verschärfung der Lieferengpässe erscheint nicht unwahrscheinlich.
  • Zuletzt haben sich die Drohgebärden Chinas gegenüber Taiwan wieder abgeschwächt. Sollten innerpolitische Probleme, z.B durch die Corona-Lage, zunehmen, so ist eine erneute Zuspitzung nicht auszuschließen. Ein Krieg würde die komplette Weltwirtschaft in den Abgrund reißen.
    Zwar ist dieses Szenario sehr unwahrscheinlich, aber …

Mein Fazit: In einem Jahr halte ich höhere Kurse für wahrscheinlich, aber der Weg dorthin könnte sehr steinig werden. Vor allem im ersten Halbjahr können wir wieder tiefere Kurse sehen. Ob dabei die Tiefs von 2022 nochmals erreicht oder gar unterschritten werden, steht allerdings in den Sternen.
Stockpicking dürfte auch im neuen Jahr das Mittel der Wahl sein. Für langfristig orientierte Anleger dürften aber gute Einstiegskurse zu finden sein. Gerne auch über mehrere Teilkäufe, da sich der optimale Einstiegszeitpunkt kaum finden lassen wird.

Ansonsten darf ich Euch ein glückliches und erfolgreiches Jahr 2023 wünschen.

Analyse von Aktienkennzahlen – Teil 8: Dividenden

Häufig werden Aktien auch als Dividendenpapiere bezeichnet. Dividenden sind Ausschüttungen mit denen Unternehmen die Aktionäre am Gewinn beteiligen.
Aber nicht alle Unternehmen zahlen Dividenden, auch wenn sie Gewinne erzielen. Stattdessen wird davon ausgegangen, dass durch eine Re-Investition mehr Gewinn für die Aktionäre durch steigende Kurse generieren wird als durch Auszahlung einer Dividende.

Erläuterung zur Dividende

Im Zusammenhang mit der Dividende wird üblicherweise die Dividendenrendite angegeben:

 Dividendenrendite = \dfrac{Dividende je Aktie}{Aktienkurs}

 

Am Beispiel Allianz mit den Zahlen des Depots von 2021 sieht das wie folgt aus:

 {Dividendenrendite Allianz = \dfrac{Dividende je Aktie 2020e}{Aktiekurs 30.12.2020} = \dfrac{9,60}{200,70} = 4,78 \%}

 

Zu beachten ist, dass die Dividende für das Jahr 2020 erst in 2021 ausgezahlt wird. Deshalb handelt es sich auch um Schätzungen. Allerdings sind diese Schätzungen bis auf wenige Ausnahmen in der Regel genauer als die bei den Gewinnschätzungen.
Die Auszahlung erfolgt im deutschen Raum zumeist komplett am Handelstag nach der Hauptversammlung. Linde Plc als Beispiel zahlt dagegen die Dividende vierteljährlich. Diese Vorgehensweise ist auch häufig im anglo-amerikanischen Raum anzutreffen.

Ein Depot bezieht sich in Folge auf die aktuell erwartete Dividendenrendite, d.h. auf die 20 Unternehmen aus dem Aktienpool mit der höchsten Dividendenrendite.
Nun kann es aber vorkommen, dass eine Aktiengesellschaft nur einmalig eine hohe Dividendenrendite aufweist, beispielsweise wegen einer Sonderdividende. Wünschenswert wäre aber eine stabile oder gar steigende Dividendenausschüttung. Deshalb wurde ein zweites Depot aufgesetzt, in dem Firmen vertreten sind, die in den letzten 10 Jahren keine Kürzung der Dividende vorgenommen haben. Aus dieser Auswahl werden dann die Aktien mit der höchsten Dividendenrendite selektiert.

Platzierung der Dividenden-Depots

Beide Dividenden-Depots sind mit den Plätzen 20 und 22 im breiten Mittelfeld zu finden.
Schauen wir uns die Performance der einzelnen Jahre an:

Jährliche Performance der Dividenden-Depots

Klar ist auch der Vergleich zu DAX und HDAX interessant, aber der direkte Vergleich muss zum Depot mit allen Aktien (Depot Alle) geführt werden. Zum einen wird hier tatsächlich der gleiche Aktienpool verwendet, zum anderen ist hier auch die Gewichtung jeder Aktie gleich, während bei DAX und HDAX die Gewichtung proportional zur Marktkapitalisierung ist.

Um Auffälligkeiten festzustellen ist im u.a. Auszug die Performance der Dividenden-Depots farblich im Bezug zum Depot mit allen Aktien aufgeführt. Dabei haben die Farben folgende Bedeutung:

  • Gelbgrün: Performance Dividenden-Depots mehr als 5% besser als das Depot mit allen Aktien.
  • Hellgrün: Performance Dividenden-Depots zwischen 2% und 5% besser als das Depot mit allen Aktien.
  • Orange: Performance Dividenden-Depots zwischen 2% und 5% schwächer als das Depot mit allen Aktien.
  • Rot: Performance Dividenden-Depots mehr als 5% schwächer als das Depot mit allen Aktien.

Beim Depot Dividenden-Rendite lässt sich – bei aller Vorsicht aufgrund der relativ dünnen Datenlage – der Trend erkennen, dass in Jahren in denen das Gesamtdepot schlecht abgeschnitten hat, die Performance deutlich besser ist.
Gegen diese These spricht allerdings das Ergebnis des Jahres 2022 beim Depot „Dividende Kontinuität 10 Jahre“. Generell waren Immobilienaktien bei den Dividenden-Depots stark gewichtet. Da die Immobilienaktien relativ gut verdient haben, konnten sie auch die Dividende halten oder auch häufig erhöhen. Im Jahr 2022 sind die Immobilienaktien im Depot „Dividende Kontinuität 10 Jahre“ mit 40 Prozent extrem stark vertreten. Da aber Zinserhöhungen für diese Aktiengattung Gift sind und folglich abverkauft wurden, belasten sie das Depot auch überproportional.

Auffälligkeiten und Fakten zu den Dividenden-Depots

  • Klumpenbildung (mangelnde Diversifikation)
    Wie zuvor bereits ausgeführt, sind Immobilienaktien extrem stark gewichtet (im Mittel zwischen 20% und 25% und in der Spitze um 40%). Die möglichen Folgen sind im Jahr 2022 beim Depot „Dividende Kontinuität 10 Jahre“ deutlich zu erkennen.
    Neben den Immobilienaktien ist eine gewisse Branchen-Streuung vorhanden. Allerdings fehlen Technologie-, Softwareunternehmen u.ä.
  • Verfehlung der Schätzung der erwarteten Dividende
    Da die Dividenden für ein Geschäftsjahr erst im Folgejahr ausgeschüttet werden, beruhen die verwendeten Zahlen auf Schätzungen. Allerdings sind die Schätzungen meist recht gut zu prognostizieren, womit die Abweichungen gering sind. Doch es gibt auch Ausnahmen wie beim Depot Dividendenrendite 2016:
    Für RWE wurde eine Dividende von 0,50€ je Aktie erwartet, was eine Dividendenrendite von 4,27% entsprochen hätte. Tatsächlich wurde aber keine Dividende ausbezahlt, da RWE zwischenzeitlich in die Verlustzone beim operativen Geschäft gerutscht war. Unter diesen Voraussetzungen wäre RWE dann auch nicht ins Depot aufgenommen worden.
  • Hohe Dividendenrendite aufgrund eines Kurssturzes
    Bleibt eine Dividende konstant, aber der Kurs hat sich zuletzt halbiert, so steigt die Dividendenrendite auf das Doppelte an. Zuerst einmal stellt dieser Umstand kein prinzipielles Problem dar, solange der Kurssturz temporäre Ursachen hat. Daneben besteht aber die Gefahr, dass z.B. das Geschäftsmodell nicht mehr gefragt ist. In diesem Fall ist die hohe Dividendenrendite als Warnsignal einzustufen.
  • Steigende Dividenden als Zeichen eines guten Geschäftsverlaufes
    Bei der Auswertung der Daten ist mir eines relativ schnell ins Auge gefallen: Aktien, die stetig ihre Dividenden erhöhten (die Dividende kann auch zwischendurch einfach mal konstant bleiben), hatten eine relativ gute Performance. Dazu ein Beispiel aus dem Depot „Dividendenrendite“ des Jahres 2014, das in ähnlicher Form auch in den anderen jahren zu erkennen ist.

Hier wurden bei den fünf Werten mit der höchsten Performance  und dem Wert mit der geringsten Performance die Dividendenzahlung der letzten fünf jahre mit angegeben.
Bei den Aktien mit der guten Performance ist zu erkennen, dass die Höhe der Dividende tendenziell steigt, auch wenn sie zwischendurch auch mal konstant bleibt, um dann aber wieder einen Sprung vorzunehmen. Lediglich bei Hannover Rück ist im Jahre 2011 ein kleiner Rückgang erkennbar, um danach aber sofort wieder anzusteigen.
Bei MLP sinkt die Dividende in den letzten beiden Jahren. Das lässt auch auf einen Rückgang des operativen Geschäftes, bzw. des Gewinnes schließen, was den Kursrückgang erklärt.
Aber bezüglich der Höhe der Dividenden ist noch ein Wert zu beachten, der direkt im Anschluss behandelt wird.

  • Ausschüttungsquote
    Hohe Dividendenzahlungen haben ja einen gewissen Charm, aber das Unternehmen muss sich die Zahlungen auch leisten können. Erzielt eine AG einen Gewinn je Aktie von 5,00€, zahlt aber 6,00€ Dividende, so muss ein Teil der Dividende aus der Substanz entnommen werden.
    Das Verhältnis von Dividende zu Gewinn je Aktie wird als Ausschüttungsquote bezeichnet. Im obigen Beispiel würde die Ausschüttungsquote bei 120% liegen.
    Je nach Quelle wird eine maximale Ausschüttungsquote von 60% bis 70% empfohlen. darüber hinaus sollte es nur in Ausnahmefällen gehen.

Auflistung der Daten

Im folgenden sind die Depotdaten der Analyse für jedes Jahr der Auswertung aufgeführt.
Sortiert wurde nach der Dividendenrendite beginnend mit der größten Rendite eines jeden Depots.
Beim Endwert sind die Dividenden mit eingerechnet.
Durch das Anklicken werden die Bilder im Vollbildmodus angezeigt, mit dem <Zurück-Button> des Browsers gelangen Sie auf die Artikelseite zurück.

Depot Dividendenrendite Jahr 2014

Depot Dividende 10 Jahre Kontinuität Jahr 2014

Depot Dividendenrendite Jahr 2015

Depot Dividende 10 Jahre Kontinuität Jahr 2015

Depot Dividendenrendite Jahr 2016

Depot Dividende 10 Jahre Kontinuität Jahr 2016

Depot Dividendenrendite Jahr 2017

Depot Dividende 10 Jahre Kontinuität Jahr 2017

Depot Dividendenrendite Jahr 2018

Depot Dividende 10 Jahre Kontinuität Jahr 2018

Depot Dividendenrendite Jahr 2019

Depot Dividende 10 Jahre Kontinuität Jahr 2019

Depot Dividendenrendite Jahr 2020

Depot Dividende 10 Jahre Kontinuität Jahr 2020

Depot Dividendenrendite Jahr 2021

Depot Dividende 10 Jahre Kontinuität Jahr 2021

Depot Dividendenrendite Jahr 2022

Depot Dividende 10 Jahre Kontinuität Jahr 2022

Analyse von Aktienkennzahlen – Teil 7: Gewinnwachstum

Ebenfalls zu den häufig eingesetzten Kennzahlen zählt das Gewinnwachstum.
Dabei untersuchen wir drei unterschiedliche Zeiträume, nämlich das Gewinnwachstum über ein Jahr, über drei Jahre und über fünf Jahre bezogen auf den erwarteten Gewinn des Folgejahres.

Erläuterungen zum Gewinnwachstum

Definition:

 Gewinnwachstum = \dfrac{Ergebnis je Aktie Folgejahr}{Ergebnis je Aktie Bezugsjahr}

 

Als Beispiel wollen wir die Zahlen von Encavis verwenden. Die Werte beziehen sich auf das Depot des Jahres 2021 mit den Daten vom 30.12.2020.

Gewinnwachstum Encavis:

 {Gewinnwachstum 1 Jahr = \dfrac{Ergebnis je Aktie 2021e}{Ergebnis je Aktie 2020e} = \dfrac{0,47}{0,20} = 135,00 \%}

 

 {Gewinnwachstum 3 Jahre = \dfrac{Ergebnis je Aktie 2021e}{Ergebnis je Aktie 2018} = \dfrac{0,47}{0,04} = 1075,00 \%}

 

 {Gewinnwachstum 5 Jahre = \dfrac{Ergebnis je Aktie 2021e}{Ergebnis je Aktie 2016} = \dfrac{0,47}{0,13} = 261,54 \%}

 

Wünschenswert ist verständlicherweise ein hohes Gewinnwachstum.

Platzierung der Gewinnwachstums-Depots

Die Depots mit längerem Gewinnwachstumszeitraum sind mit den Plätzen 6 und 7 weit vorne plaziert, während das Depot mit einjährigem Gewinnwachstum mit Platz 33 im unteren Mittelfeld rangiert.

Jährliche Performance der Gewinnwachstums-Depots

Klar ist auch der Vergleich zu DAX und HDAX interessant, aber der direkte Vergleich muss zum Depot mit allen Aktien (Depot Alle) geführt werden. Zum einen wird hier tatsächlich der gleiche Aktienpool verwendet, zum anderen ist hier auch die Gewichtung jeder Aktie gleich, während bei DAX und HDAX die Gewichtung proportional zur Marktkapitalisierung ist.

Um Auffälligkeiten festzustellen ist im u.a. Auszug die Performance der Gewinnwachstums-Depots farblich im Bezug zum Depot mit allen Aktien aufgeführt. Dabei haben die Farben folgende Bedeutung:

  • Gelbgrün: Performance Depots Gewinnwachstum mehr als 5% besser als das Depot mit allen Aktien.
  • Hellgrün: Performance Depots Gewinnwachstums zwischen 2% und 5% besser als das Depot mit allen Aktien.
  • Orange: Performance Depots Gewinnwachstum zwischen 2% und 5% schwächer als das Depot mit allen Aktien.
  • Rot: Performance Depots Gewinnwachstum mehr als 5% schwächer als das Depot mit allen Aktien.

Während das Gewinnwachstumsdepot über ein Jahr meist schlechter abschneidet ohne Zusammenhang mit starker oder schwacher Performance des Gesamtdepots, wird bei den Depots der Gewinnwachstumsraten von 3 und 5 Jahren der Eindruck erweckt, dass diese bei stärkerer Jahresperformance besser abschneiden. Belegen lässt sich der Effekt aber aufgrund der dünnen Datenlage nicht.

Auffälligkeiten bei den Gewinnwachstumsdepots

Wie wir bei vielen Auswertungen zuvor gilt auch hier, dass die Gewinne sich auf das Folgejahr beziehen. Es handelten sich also um Schätzungen. Werden diese verfehlt, so belastet das den Aktienkurs. Wird das hohe Gewinnwachstum bestätigt oder übertroffen, so wird der Aktienkurs in der Regel unterstützt.

Warum schneiden dann die Depots mit den längerfristigen Gewinnsteigerungen besser ab als das mit dem einjährigen Gewinnwachstum?

Das Gewinnwachstum der Depotwerte ist bei den längerjährigen Depots höher. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein hohes Gewinnwachstum durch kontinuierliches Wachstum entstanden ist, ist einfach höher. Vor allem bei den Aktien, die stark gestiegen sind, lässt sich dieser Effekt erkennen.
Selbstverständlich kann das hohe Wachstum auch dadurch zustande kommen, dass der Bezugswert sehr klein war, oder die hohe Steigerung nur zu Anfang der Bezugsphase erfolgte. Aber dies ist eher die Ausnahme.

Auflistung der Daten

Im folgenden sind die Depotdaten der Analyse für jedes Jahr der Auswertung aufgeführt.
Sortiert wurde nach dem Gewinnwachstum beginnend mit dem größten Gewinnwachstums eines jeden Depots.
Beim Endwert sind die Dividenden mit eingerechnet.
Durch das Anklicken werden die Bilder im Vollbildmodus angezeigt, mit dem <Zurück-Button> des Browsers gelangen Sie auf die Artikelseite zurück.

Depot Ergebniswachstum 1 Jahr 2014

Depot Ergebniswachstum 3 Jahre 2014

Depot Ergebniswachstum 5 Jahre 2014

Depot Ergebniswachstum 1 Jahr 2015

Depot Ergebniswachstum 3 Jahre 2015

Depot Ergebniswachstum 5 Jahre 2015

Depot Ergebniswachstum 1 Jahr 2016

Depot Ergebniswachstum 3 Jahre 2016

Depot Ergebniswachstum 5 Jahre 2016

Depot Ergebniswachstum 1 Jahr 2017

Depot Ergebniswachstum 3 Jahre 2017

Depot Ergebniswachstum 5 Jahre 2017

Depot Ergebniswachstum 1 Jahr 2018

Depot Ergebniswachstum 3 Jahre 2018

Depot Ergebniswachstum 5 Jahre 2018

Depot Ergebniswachstum 1 Jahr 2019

Depot Ergebniswachstum 3 Jahre 2019

Depot Ergebniswachstum 5 Jahre 2019

Depot Ergebniswachstum 1 Jahr 2020

Depot Ergebniswachstum 3 Jahre 2020

Depot Ergebniswachstum 5 Jahre 2020

Depot Ergebniswachstum 1 Jahr 2021

Depot Ergebniswachstum 3 Jahre 2021

Depot Ergebniswachstum 5 Jahre 2021

Depot Ergebniswachstum 1 Jahr 2022

Depot Ergebniswachstum 3 Jahre 2022

Depot Ergebniswachstum 5 Jahre 2022

 

 

Analyse von Aktienkennzahlen – Teil 6: PEG

PEG steht für Price/Earnings-to-Growth ratio oder auf Deutsch Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnis. Da der englische Begriff meist auch im deutschen Sprachraum verwendet wird, werden wir im weiteren Verlauf auch mit der Bezeichnung PEG arbeiten.

Dieser Artikel beinhaltet zwei Auswertungen, nämlich die eigentliche PEG-Auswertung, sowie die Auswertung mit einem minimalen Gewinn je Aktie von mindestens 0,5 €. Dazu später mehr.

Kurzbeschreibung des PEG

Definition:

 PEG = \dfrac{KGV}{Wachstum}

Beispiele:

 PEG ABC AG = \dfrac{12,0}{12} = 1,0

Das PEG wird auch gerne als dynamisches KGV bezeichnet, da im gegensatz zum reine KGV nicht nur der statische Gewinn, sondern auch der Bezug zur Gewinnentwicklung mit einbezogen wird.

Sowohl das KGV im Zähler als auch das Gewinnwachstum im Nenner sind Schätzungen, die sich auf das Folgejahr beziehen. Ist der tatsächliche Gewinn nun beispielsweise geringer, so ist das tatsächliche KGV höher und das Gewinnwachstum kleiner. Dadurch erhöht sich das PEG deutlich, da zwei Stellschrauben darauf Einfluss nehmen.
Da das KGV mit einfließt, gelten selbstverständlich auch alle Aussagen, die beim KGV getroffen wurden.

Platzierung der PEG Depots

Während der Hintergrund des PEG Depots klar sein dürfte, dass nämlich die Aktien mit dem geringsten PEG aufgenommen werden, besteht beim PEG Depot 0,5€ noch Erklärungsbedarf. Dazu ein theoretisches Beispiel:
Gehen wir von folgenden, fiktiven Ergebnissen pro Aktie der letzten vier Jahre aus  5,00€ , -0,30€ , 0,01€  , 0,04€.
Zur Berechnung des Gewinnwachstums gehen die beiden letzten Werte ein, so dass sich ein Wachstum von 300% ergibt.
Gegenüber dem Gewinn  des ersten Jahres von 5€ je Aktie sind die 0,04€ sehr wenig. Das hohe Gewinnwachstum konnte nur zustande kommen, weil der Gewinn zuvor eingebrochen war.
Aus diesem Grund wurde noch ein Depot aufgenommen (das 0,5€-Depot), bei dem der zugrunde liegende Gewinn bei mindesten 0,5€ liegen muss, um ein extrem hohes Gewinnwachstum auszuschließen, das nur aufgrund eines sehr kleinen Basiswertes zustande kommt.

Die oben erwähnte Modifizierung mit dem 0,5€ Depot zeigt quasi gar keine Auswirkungen. Beide Depot liegen mit den Rängen 34 und 35 sehr eng zusammen.
Aber nicht nur die Tatsache, dass beide Depots annähernd gleich abschneiden ist erstaunlich, sondern auch dass sie sehr weit hinten plaziert sind, wo die Kennzahl doch eigentlich als sehr vielversprechend gehandelt wird.
Betrachten wir die Ergebnisse über die Jahre.

Jährliche Performance des PEG und des PEG 0,5€ Depots

Um Auffälligkeiten festzustellen ist im u.a. Auszug die Performance der PEG Depots farblich im Bezug zum Depot mit allen Aktien aufgeführt. Dabei haben die Farben folgende Bedeutung:

  • Gelbgrün: Performance Depot KGV mehr als 5% besser als das Depot mit allen Aktien.
  • Hellgrün: Performance Depot KGV zwischen 2% und 5% besser als das Depot mit allen Aktien.
  • Orange: Performance Depot KGV zwischen 2% und 5% schwächer als das Depot mit allen Aktien.
  • Rot: Performance Depot KGV mehr als 5% schwächer als das Depot mit allen Aktien.

Auch bei den PEG Depots ist kein direkter Zusammenhang zwischen dem Gesamtmarkt und der PEG Strategie zu erkennen.

Ein Blick auf die Performance der Einzelwerte

Stellvertretend für alle Auswertungen werfen wir einen Blick auf die Performance der Ausreisser des PEG Depots vom Ergebnis des Jahres 2014. Die anderen Jahre liefern ein ähnliches Bild.
Die ein oder andere Abweichung ist unausweichlich, da wir die reinen Ergebniswerte zugrunde legen, aber nicht darauf achten, inwiefern Sondereffekte Einfluss genommen haben.

„… denn sie wissen nicht, was sie tun“ ist ein Kultfilm aus dem Jahre 1955. Aber die Aussage des Titels, kann uneingeschränkt auf die Börse übertragen werden, sobald wir mit Schätzungen arbeiten.
Dazu kommt nun beim PEG, dass die Abweichungen doppelt in die Berechnung eingeht, worauf im ersten Abschnitt bereits hingewiesen wurde.
Ein Beispiel soll das verdeutlichen:
Die fiktive Firma Turbopower hat am 30.12.2020 einen Kurs von 30,00€. Das geschätzte Ergebnis je Aktie für 2021 beträgt 1,50€. Das Ergebnis je Aktie für das Jahr 2020 legt bei 1,00€ (zu beachten ist, dass auch dieses Ergebnis auf einer Schätzung beruht, da die endgültigen Ergebnisse erst im Folgejahr veröffentlicht werden, sofern das Geschäftjahresende dem Ende des Kalenderjahres entspricht. Aber natürlich sind diese Schätzungen bereits wesentlich genauer als die des Vorjahres, da viele Daten schon bekannt sind).
Mit den obigen Werten kommen wir auf ein erwartetes KGV 2021 von 20 (30€ / 1,50€) und einem Gewinnwachstum von 50% (1,50€/1,00€), was ein PEG von 0,4 (20 / 50) entspricht.
Jetzt stellen wir aber am 30.12.2021 fest, dass der Gewinn voraussichtlich nur bei 1,10€ liegt. Damit wäre das KGV 2021 bei 27,3 und das Gewinnwachstum nur 10%, womit wir auf ein PEG von 2,73 kommen. Mit diesem PEG wäre die Aktie nie ins PEG Depot aufgenommen worden.

Mit diesem Hintergrund wollen wir das PEG Depot des Jahres 2014 in Augenschein nehmen. Wir beginnen mit den Top-Performern:
Bei Dialog Semiconductor wurde ursprünglich ein Ergebnis für 2014 von 1,18€ erwartet, am Ende des Jahres wird nun 1,61€ erwartet. Dadurch sinkt das erwartete PEG von 0,2 (was bereits sehr gut ist) auf 0,08.
Bei Ströer Media trifft die Übererfüllung der Erwartung nicht zu. Statt einem Gewinn von 0,76€ wird Ende 2014 nur noch 0,54€ erwartet. Dennoch kann der Kurs über 80% zulegen. Wie lässt sich dieses Resultat erklären?
Es gibt zwei Gründe, die sich aus der Tabelle auslesen lassen:
Erstens war das erwartete PEG mit 0,04 bereits sehr gering, das neue PEG ist mit 0,08 immer noch ein ausgezeichneter Wert.
Weiter wirft jefer Anleger am Jahresende 2014 bereits einen Blick auf 2015. Bei Ströer wird für das Folgejahr von einer Gewinnsteigerung um mehr als 100% ausgegangen, was die Attraktivität der Aktie erklärt.
GAGFAH und Nordex toppen die Gewinnerwartungen, während Merck zwar etwas floppt, aber hohe Ansprüche für 2015 anmeldet.

Kommen wir zu den Verlierern:
Größter Verlierer ist Osram mit einer Jahresperformance von -32,8%. Das Ergebnis ist 2,28€ auf 1,80€ gesenkt worden. Dennoch beträgt das PEG nur 0,05 für 2014. Warum also der Kurssturz?
Das lässt sich beim Blick auf das erwartete Ergebnis für 2015 erklären. Hier sinkt das Ergebnis deutlich und das PEG für 2015 ist negativ.
Bei Rheinmetall, Lanxess und der Deutschen Bank werden die Ergebnisse deutlich verfehlt, bei Vossloh und Heidelberger Druck werden sogar Verluste entstehen.

Klar spielen auch andere Faktoren ein Rolle, aber prinzipiell lässt sich feststellen, das beim PEG die Erfüllung, bzw. Nichterfüllung der Prognosen die entscheidende Rolle spielt.
Ferner ist der Überprüfungszeitraum beim PEG Depot auf ein Jahr begrenzt, aber eigentlich sind wir als Anleger auf der Suche nach Unternehmen, die über Jahre hinweg wachsen und nicht nur ein Jahr lang überzeugen.

Auflistung der Daten

Im folgenden sind die Depotdaten der Analyse für jedes Jahr der Auswertung aufgeführt.
Sortiert wurde nach dem PEG jeder Aktie beginnend mit dem kleinsten PEG bei beiden Depots.
Beim Endwert sind die Dividenden mit eingerechnet.
Durch das Anklicken werden die Bilder im Vollbildmodus angezeigt, mit dem <Zurück-Button> des Browsers gelangen Sie auf die Artikelseite zurück.

PEG Depot 2014

PEG 0,5€ Depot 2014

PEG Depot 2015

PEG 0,5€ Depot 2015

PEG Depot 2016

PEG 0,5€ Depot 2016

PEG Depot 2017

PEG 0,5€ Depot 2017

PEG Depot 2018

PEG 0,5€ Depot 2018

PEG Depot 2019

PEG 0,5€ Depot 2019

PEG Depot 2020

PEG 0,5€ Depot 2020

PEG Depot 2021

PEG 0,5€ Depot 2021

PEG Depot 2022

PEG 0,5€ Depot 2022

 

Analyse von Aktienkennzahlen – Teil 5: KUV und KUV invers

Als letzte der vier „großen“ Aktienkennzahlen behandeln wir das Kurs-Umsatz-Verhältnis.

Das KUV kommt als Vergleichskriterium häufig zum Einsatz, wenn ein Unternehmen noch keine Gewinne erzielt.

Kurzbeschreibung des KUV

Definition:

 KUV = \dfrac{Aktienkurs}{Umsatz pro Aktie}

Bezogen auf das gesamte Unternehmen beschreibt das KUV das Verhältnis von Marktkapitalisierung zu Jahresumsatz.

Beispiel:

 KUV ABC AG = \dfrac{\$10,00}{\$5,00} = 2,00

Das Kurs-Umsatz-Verhältnis wird meist hinzugezogen, wenn ein Unternehmen noch keine Gewinne erzielt. Wie bei den zuvor behandelten Kennzahlen macht der Vergleich nur Sinn bei Firmen aus gleichen Branchen.

Platzierung der KUV Depots

Während sich das inverse KUV Depot mit Platz 24 noch im Bereich des breiten Mittelfeldes befindet, landet das KUV Depot auf einem der unteren Tabellenplätzen.
Schauen wir uns die Performance der Einzelwerte an:

Jährliche Performance des KUV und des inversen KUV Depots

Klar ist auch der Vergleich zu DAX und HDAX interessant, aber der direkte Vergleich muss zum Depot mit allen Aktien (Depot Alle) geführt werden. Zum einen wird hier tatsächlich der gleiche Aktienpool verwendet, zum anderen ist hier auch die Gewichtung jeder Aktie gleich, während bei DAX und HDAX die Gewichtung proportional zur Marktkapitalisierung ist.

Um Auffälligkeiten festzustellen ist im u.a. Auszug die Performance der KUV Depots farblich im Bezug zum Depot mit allen Aktien aufgeführt. Dabei haben die Farben folgende Bedeutung:

  • Gelbgrün: Performance Depots KCV mehr als 5% besser als das Depot mit allen Aktien.
  • Hellgrün: Performance Depots KCV zwischen 2% und 5% besser als das Depot mit allen Aktien.
  • Orange: Performance Depots KCV zwischen 2% und 5% schwächer als das Depot mit allen Aktien.
  • Rot: Performance Depots KCV mehr als 5% schwächer als das Depot mit allen Aktien.

Wie auch in den zuvor veröffentlichten Artikeln erwähnt, wurde Jahr 2022 bereits in <<folgendem Artikel>> separat besprochen.
Ansonsten lässt sich auch hier feststellen, dass das weder beim KUV noch beim inversen KUV Depot Zusammenhänge mit der Performance des Gesamtmarktes zu erkennen sind.

Auffälligkeiten bei den KUV Depots

  • Wert des KUV
    Es ist kein direkter Zusammenhang zwischen der Höhe des KUV und der Performance der Kursentwicklung zu erkennen. Es ist also unerheblich, ob der Wert beim Standard KUV Depot sehr klein (unter 0,1) oder eher größer ist (Bereich 0,3 bis 0,4), bzw. ob beim inversen KUV Depot der Wert größer als 50 oder gar 100 oder deutlich unter 10 ist.
  • Diversifikation
    Bei diesem Thema ist deutlich zwischen beiden Depots zu unterscheiden.
    Beim Standard KUV Depot gilt ähnliches wie bei den zuvor behandelten Kennzahlen: Technologie-, Softwareaktien u.ä. sind nicht oder kaum vertreten. Aber die anderen Branchen sind in einem breiten MIx aufgeführt.
    Beim inversen KUV Depot dagegen ist eine extreme Konzentrierung von Immobilienaktien zu erkennen. In den Jahren 2014 bis 2021 sind zwischen 7 und 10 Aktien dieser Branche vertreten. Das entspricht einem Anteil von 35 bis 50 Prozent. Lediglich 2022 wurden „nur“ 4 Immobilienaktien ins Depot aufgenommen.
    Diversifikation sieht anders aus.

Auflistung der Daten

Im folgenden sind die Depotdaten der Analyse für jedes Jahr der Auswertung aufgeführt.
Sortiert wurde nach dem KUV jeder Aktie beginnend mit dem kleinsten KUV beim klassischen KUV Depot und absteigend beginnend mit dem größten KUV beim inversen KUV Depot.
Beim Endwert sind die Dividenden mit eingerechnet.
Durch das Anklicken werden die Bilder im Vollbildmodus angezeigt, mit dem <Zurück-Button> des Browsers gelangen Sie auf die Artikelseite zurück.

KUV Depot 2014

KUV invers Depot 2014

KUV Depot 2015

KUV invers Depot 2015

KUV Depot 2016

KUV invers Depot 2016

KUV Depot 2017

KUV invers Depot 2017

KUV Depot 2018

KUV invers Depot 2018

KUV Depot 2019

KUV invers Depot 2019

KUV Depot 2020

KUV invers Depot 2020

KUV Depot 2021

KUV invers Depot 2021

KUV Depot 2022

KUV invers Depot 2022

 

 

Analyse von Aktienkennzahlen – Teil 4: KCV und KCV invers

Ebenfalls auf den meisten Börsen- und Finanzportalen ist das Kurs-Cashflow-Verhältnis angegeben.

Zwar wird diese Kennzahl nicht so häufig behandelt wie das KGV, erfährt aber immer mehr Zuspruch.

Kurzbeschreibung des KCV

Definition:

 KCV = \dfrac{Aktienkurs}{Cashflow pro Aktie}

Beispiele:

 KCV ABC AG = \dfrac{\$10,00}{\$0,50} = 20,00

 KCV XYZ AG = \dfrac{\$10,00}{\$1,25} = 8,00

Zu beachten ist, dass für diese Kennzahl in der Regel der operative Cashflow verwendet wird. Er berechnet sich aus allen operativen Einnahmen abzüglich allen operativen Ausgaben.
Dabei handelt es sich um einen tatsächlichen Geldfluss (Cashflow), wodurch Bilanzierungsspielräume vermieden werden.

Platzierung der KCV Depots

Das KCV Depot ist sehr weit vorne auf Platz 5 zu finden. Auch das inverse KCV Depot ist mit Rang 14 im voderen Mittelfeld plaziert.
Schauen wir uns die Performance der Einzeljahre an:

Jährliche Performance des KCV und des inversen KCV Depots

Klar ist auch der Vergleich zu DAX und HDAX interessant, aber der direkte Vergleich muss zum Depot mit allen Aktien (Depot Alle) geführt werden. Zum einen wird hier tatsächlich der gleiche Aktienpool verwendet, zum anderen ist hier auch die Gewichtung jeder Aktie gleich, während bei DAX und HDAX die Gewichtung proportional zur Marktkapitalisierung ist.

Um Auffälligkeiten festzustellen ist im u.a. Auszug die Performance der KCV Depots farblich im Bezug zum Depot mit allen Aktien aufgeführt. Dabei haben die Farben folgedne Bedeutung:

  • Gelbgrün: Performance Depots KCV mehr als 5% besser als das Depot mit allen Aktien.
  • Hellgrün: Performance Depots KCV zwischen 2% und 5% besser als das Depot mit allen Aktien.
  • Orange: Performance Depots KCV zwischen 2% und 5% schwächer als das Depot mit allen Aktien.
  • Rot: Performance Depots KCV mehr als 5% schwächer als das Depot mit allen Aktien.

Das Jahr 2022 wurde bereits in <<folgendem Artikel>> separat besprochen.
Ansonsten lässt sich feststellen, dass das weder beim KCV noch beim inversen KCV Depot Zusammenhänge mit der Performance des Gesamtmarktes zu erkennen sind.

Auffälligkeiten bei den KCV Depots

  • Wert des KCV
    Auch bei den KCV Depots ist kein direkter Zusammenhang zwischen der Höhe des KCVs und der Performance festzustellen. Also spielt es keine Rolle, ob aus der Auswahl der 20 Aktien der KCV bei „5“ oder bei „1“ liegt. teilweise kommt es vor, dass bei sehr geringem KCV unter „1“ eine schwache Performance erzielt wird. Aber diese Auswirkung ist nicht kontinuierlich erkennbar.
    Kann sein, muss aber nicht sein! Das klingt erst einmal sehr schwammig, hat aber doch einen praktischen Aspekt, nämlich bei sehr kleinen KCVs sollte ein genauerer Blick auf die Aktie, deren Zahlenwerk und deren Risiken geworfen werden (was ja eigentlich auch ohne Warnsignale immer geschehen sollte).
    Zur gleichen Erkenntnis sind wir ja auch schon bei den zuvor behandelten Kennzahlen gekommen.
    Beim inversen KCV fiel in den ersten Jahren auf, dass Aktien mit einem KCV größer als „100“ eine eher schlechtere Performance aufwiesen, aber in den Folgejahren waren die hoch bewerteten Aktien auch ganz vorne zu finden. Somit bestätigt sich die Aussage von oben, dass auch hier die Höhe des KCV keinen ausgewiesenen Einfluss auf die Performance hat.
  • Diversifikation
    Wie schon beim KGV und KBV Depot fehlen auch beim KCV Depot weitestgehend Technologie- und Softwareaktien. Dennoch ist hier der Branchenmix etwas breiter, d.h. der extreme Anteil an Immobilien-, Bank- und Automobilaktien ist nicht zu erkennen.
    Beim inversen KCV Depot ist der Branchenmix dennoch weitaus breiter.

Auflistung der Daten

Im folgenden sind die Depotdaten der Analyse für jedes Jahr der Auswertung aufgeführt.
Sortiert wurde nach dem KCV jeder Aktie beginnend mit dem kleinsten KCV beim klassischen KCV Depot und absteigend beginnend mit dem größten KCV beim inversen KCV Depot.
Beim Endwert sind die Dividenden mit eingerechnet.
Durch das Anklicken werden die Bilder im Vollbildmodus angezeigt, mit dem <Zurück-Button> des Browsers gelangen Sie auf die Artikelseite zurück.

KCV Depot 2014

KCV invers Depot 2014

KCV Depot 2015

KCV invers Depot 2015

KCV Depot 2016

KCV invers Depot 2016

KCV Depot 2017

KCV invers Depot 2017

KCV Depot 2018

KCV invers Depot 2018

KCV Depot 2019

KCV invers Depot 2019

KCV Depot 2020

KCV invers Depot 2020

KCV Depot 2021

KCV invers Depot 2021

KCV Depot 2022

KCV invers Depot 2022

Analyse von Aktienkennzahlen – Teil 3: KBV und KBV invers

Das Kurs-Buchwert-Verhältnis zählt auch zu den bekannteren Kennzahlen, die auch in vielen Börsenportalen angegeben wird.

Wie bei den Kennzahlen zuvor wird auch die Beschreibung des Kurs-Buchwert-Verhältnisses nicht vollumfänglich behandelt, stattdessen werden im Laufe des Artikels noch besondere Aspekte der Kennzahl angesprochen.

 

Kurzbeschreibung des KBV

Definition:

 KGV = \dfrac{Aktienkurs}{Buchwert pro Aktie}

Beispiele:

 KBV ABC AG = \dfrac{\$10,00}{\$8,00} = 1,25

 KBV XYZ AG = \dfrac{\$10,00}{\$12,00} = 0,83

Entscheidender Parameter ist der Buchwert, der für die Ermittlung des KBV noch durch die Anzahl der Aktien dividiert werden muss.
Der Buchwert entspricht weitestgehend dem Eigenkapital eines Unternehmens. Auch kann der Buchwert als Summe aller Vermögenswerte abzüglich der Schulden betrachtet werden.
Prinzipiell gilt eine Aktie mit einem KBV unter „1“ als günstig, da sie unter dem Eigenkapital notiert. Dabei sind aber einige Punkte zu beachten:

  • Der Buchwert für beispielsweise eine Maschine errechnet sich aus dem Anschaffungswert minus den jährlichen Abschreibungen. Jetzt kann die Maschine nach fünf Jahren aber faktisch weniger wert sein, da sie nicht mehr benötigt wird und auch kaum verkauft werden kann, da neuere Technologien gefragt sind.
    Umgekehrt kann die Maschine aber auch komplett abgeschrieben sein, d.h. sie hat einen Buchwert von 0€, aber sie funktioniert noch einwandfrei und wird weiter für die Produktion eingesetzt. In diesem Fall wird von stillen Reserven gesprochen.
  • Wie beim KGV kann auch beim KBV der Buchwert so gering sein, da ein Vertrauensverlust vorliegt. So wirken sich manche Punkte wie z.B. Strafzahlungen verzögert auf den Buchwert aus.
  • Andererseits können Positionen wie Grundstücke – speziell wenn sie in Stadtgebieten liegen – deutlich mehr wert sein als ausgewiesen.
  • Was nicht in den Buchwert eingeht sind immaterielle Vermögenswerte wie Markennamen, Patente u.ä.
    Zweifellos stellen aber Namen wie Coca-Cola oder Apple einen enormen Wert dar, weshalb es auch schwer ist das KBV von Firmen unterschiedlicher Branchen zu vergleichen. Wirklich Sinn macht das KBV in erster Linie bei klassischen Firmen mit Produktionsstätten, Maschinen usw.

Platzierung der KBV Depots

Das inverse KBV Depot landet mit Platz 9 von 44 Depots im Vorderfeld. Das Standard KBV Depot erreicht mit Rang 19 einen Mittelfeldplatz.
Schauen wir uns die Einzeljahre an:

Jährliche Performance des KBV und des inversen KBV Depots

Klar ist auch der Vergleich zu DAX und HDAX interessant, aber der direkte Vergleich muss zum Depot mit allen Aktien (Depot Alle) geführt werden. Zum einen wird hier tatsächlich der gleiche Aktienpool verwendet, zum anderen ist hier auch die Gewichtung jeder Aktie gleich, während bei DAX und HDAX die Gewichtung proportional zur Marktkapitalisierung ist.

Um Auffälligkeiten festzustellen ist im u.a. Auszug die Performance der KBV Depots farblich im Bezug zum Depot mit allen Aktien aufgeführt. Dabei haben die Farben folgedne Bedeutung:

  • Gelbgrün: Performance Depots KBV mehr als 5% besser als das Depot mit allen Aktien.
  • Hellgrün: Performance Depots KBV zwischen 2% und 5% besser als das Depot mit allen Aktien.
  • Orange: Performance Depots KBV zwischen 2% und 5% schwächer als das Depot mit allen Aktien.
  • Rot: Performance Depots KBV mehr als 5% schwächer als das Depot mit allen Aktien.

Zum Jahr 2022 wurde bereits im <<letzten Artikel>> eine Analyse durchgeführt.
Ansonsten lässt sich feststellen, dass das inverse KBV Depot bis auf das Jahr 2016 besser oder ähnlich abgeschnitten hat als das KBV Depot und das Gesamtdepot (Depot Alle).
Beim reinen KBV Depot lassen sich keine Bezüge feststellen.

Auffälligkeiten bei den beiden KBV Depots

  • Wert des KBV
    Weder beim KBV noch beim inversen KBV Depot ist ein direkter Bezug der Höhe des KBVs zur Performance festzustellen. D.h. Unternehmen mit einem KBV von 0,4 schneiden über den Auswertezeitraum im Mittel nicht besser oder schlechter ab als Unternehmen mit einem KBV von 1,0.
    Allerdings gibt es hierzu eine Ausnahme: Aktien mit einem KBV von unter 0,2 haben sehr schlecht abgeschnitten. Dabei ist die Datenlage aber sehr dünn, da nur sehr wenige Firmen einen so kleinen KBV in den neun ausgewerteten Jahren aufgewiesen haben.
    Aber es passt zur Aussage: „Was zu schön ist um wahr zu sein, ist auch oft nicht wahr!“
    Also bei sehr kleinen KBVs sollten immer die äußeren Umstände konkret betrachtet werden.
  • Diversifikation
    Beim KBV Depot fällt auf, das ein kleinerer Branchenmix in der Auswahl vorkommt. Banken, Versicherungen, Immobilien-Unternehmen, Maschinenbauer u.ä. sind überproportional vertreten. Vergleichbar mit dem KGV Depot besteht die Gefahr der Klumpenbildung, d.h. ausreichende Diversifikation ist nicht gegeben.
    Beim inversen KBV Depot ist der Branchenmix weitaus breiter. 

Auflistung der Daten

Im folgenden sind die Depotdaten der Analyse für jedes Jahr der Auswertung aufgeführt.
Sortiert wurde nach dem KBV jeder Aktie beginnend mit dem kleinsten KBV beim klassischen KBV Depot und absteigend beginnend mit dem größten KBV beim inversen KBV Depot.
Beim Endwert sind die Dividenden mit eingerechnet.
Durch das Anklicken werden die Bilder im Vollbidmodus angezeigt, mit dem <Zurück-Button> des Browsers gelangen Sie auf die Artikelseite zurück.

KBV Depot 2014

KBV invers Depot 2014

KBV Depot 2015

KBV invers Depot 2015

KBV Depot 2016

KBV invers Depot 2016

KBV Depot 2017

KBV invers Depot 2017

KBV Depot 2018

KBV invers Depot 2018

KBV Depot 2019

KBV invers Depot 2019

KBV Depot 2020

KBV invers Depot 2020

KBV Depot 2021

KBV invers Depot 2021

KBV Depot 2022

KBV invers Depot 2022

Analyse von Aktienkennzahlen – Teil 2: KGV invers

Im letzten Artikel hatten wir die Performance der Aktien mit dem kleinsten KGV untersucht. Nun wollen wir die Gegenprobe machen und die Aktien mit dem höchsten KGV auf den Prüfstand stellen.
Zu beachten ist, dass das höchste KGV auch gleichbedeutend mit einem ausgewiesenen Gewinn pro Aktie ist. Unternehmen mit negativen Werten, also Verlusten pro Aktie werden nicht aufgenommen. In diesem Fall macht  der KGV schlicht keinen Sinn. Hier sind dann Daten wie Umsatzentwicklung, Entwicklung des Verlustes u.ä. zweckmäßiger.

Platzierung des inversen KGV Depots

Platz 3 von immerhin 44 Depot und 26 Ränge vor dem „normalen“ KGV Depot lassen das inverse KGV Depot in einem besonderen Licht erscheinen. Ein Grund mehr das Zahlenwerk genauer unter die Lupe zu nehmen.

Jährliche Performance des inversen KGV Depots

Der direkte Vergleich muss zum Depot mit allen Aktien (Depot Alle) geführt werden. Zum einen wird hier tatsächlich der gleiche Aktienpool verwendet, zum anderen ist hier auch die Gewichtung jeder Aktie gleich, während bei DAX und HDAX die Gewichtung proportional zur Marktkapitalisierung ist.
Auch der Bezug zum eigentlichen KGV Depot mit den kleinsten KGVs ist nicht uninteressant.

Um Auffälligkeiten festzustellen ist im u.a. Auszug die Performance des KGV Depots farblich im Bezug zum Depot mit allen Aktien aufgeführt. Dabei haben die Farben folgedne Bedeutung:

  • Gelbgrün: Performance Depot KGV mehr als 5% besser als das Depot mit allen Aktien.
  • Hellgrün: Performance Depot KGV zwischen 2% und 5% besser als das Depot mit allen Aktien.
  • Orange: Performance Depot KGV zwischen 2% und 5% schwächer als das Depot mit allen Aktien.
  • Gelbgrün: Performance Depot KGV mehr als 5% schwächer als das Depot mit allen Aktien.

Wie schon im letzten Artikel erwähnt, wird das Ergebnis des Jahres 2022 separat behandelt und zwar am Ende dieser Analyse.

Mit aller Vorsicht bedingt durch den relativ kurzen Auswertezeitraum lässt sich erkennen, dass das inverse KGV Depot gut abschneidet, wenn die Gesamtperformance gut ist. Eine Ausnahme bildet das Jahr 2018. Hier performt das Depot trotz schlechter Kursentwicklung des Gesamtmarktes besser als das Gesamtdepot.

Kursperformance und Gewinnentwicklung

Werfen wir einen Blick auf die Kursperformance im Zusammenhang mit der Gewinnentwicklung. Beginnen wir mit dem Jahr 2014:

Sortiert ist die Tabelle nach der Kursperformance des Jahres 2014, wobei die fünf Aktien mit der besten und die fünf Aktien mit der schlechtesten Performance angezeigt sind.
Aufgeführt sind die Ergebnisse je Aktie, wie sie Ende 2014 bekannt sind, bzw. erwartet werden. D.h. für 2012 und 2013 sind die bereits veröffentlichten Zahlen angegeben. Für 2014 und 2015 sind die geschätzten Daten angegeben. Zuletzt wird das zu Beginn des Jahres 2014 geschätzte Ergebnis für 2014 präsentiert, also zu dem Zeitpunkt als das Depot zusammengestellt wurde.

Schauen wir uns die Ergebnisentwicklung bei Zooplus an. Von Minus 0,35€ im Jahre 2012 wechselt das Ergebnis zu einem Gewinn von 0,29€ und steigt dann stetig über 0,85€ und 1,32€ als Schätzung für 2015 an.
Das ist doch genau die Datenreihe, die wir als Käufer von Aktien gerne sehen wollen. Dafür wird auch ein höheres KGV in Kauf genommen, da auch eine positve Kursentwicklung zulässt, dass der KGV in den Folgejahren sinkt, wie wir es am Beispiel der XYZ AG im letzten Artikel gesehen haben.

Bei Xing, Kabel Deutschland und Wirecard können wir ähnliche Zusammenhänge erkennen. Hamborner Reit kann nicht ganz diese Zuwachsraten aufweisen, hat aber auch zu Jahresbeginn von den Aktien das geringste KGV.

Bei den vier Aktien mit der schlechtesten Performance ist zu erkennen, dass alle mit einem Verlust (nach den letzten Schätzungen) aus dem Jahr gehen. Sie haben die Erwartungen deutlich verfehlt. Zudem wären sie nicht in das Depot aufgenommen worden, falls zu Jahresbeginn schon abzusehen gewesen wäre, dass das Ergebnis je Aktie negativ ist.
Aus der Reihe fällt hier Klöckner & Co mit der fünfschlechtesten Performance. Hier ist der Trend aufwärtsgerichtet und die Gewinnerwartungen wurden erfüllt. Aber hier gilt gleiches wie beim Standard-KGV Depot (niedrigstes KGV), nämlich das noch andere Faktoren einfließen. dazu später mehr.

Schauen wir noch auf das Folgejahr um zu sehen, ob die oben genannten Bezüge auch hier taugen:

Zwecks den Daten und der Sortierung gilt gleiches wie oben, nur lediglich mit jeweils vier Aktien und alles um ein Jahr nach vorne verschoben, schließlich behandeln wir das Depot des Jahres 2015.

Hier finden wir die Aussagen des Jahres 2014 bestätigt.Die vier Top-Performer weisen stetig wachsende Gewinne auf, während drei der vier Low-Performer Verluste für das Jahr 2015 schreiben müssen.
Erneut fällt auch mit Wacker Chemie ein Wert aus dem Rahmen. Die schlechte Kursentwicklung lässt sich nicht mit den jeweiligen Ergebnissen je Aktie erklären.

Weitere Punkte

Wie beim Standard-KGV Depot sind auch hier keine Sondereffekte berücksichtigt, die eben Zahlen wie den Gewinn je Aktie stark verändern können.

Was aber positiv ins Auge fällt ist der Umstand, dass das inverse KGV Depot von den vertretenen Branchen her weitaus breiter gefächert ist als das Standard-KGV Depot. Wenn Sie die Auflistung aller Jahre am Ende des Artikels betrachten, wird Ihnen auffallen, dass Aktien quer durch das Spektrum vertreten sind.
Dadurch ist auch eine gewisse Diversifikation (keine vollständige, da ja nur deutsche Aktien und eben nur Aktien vertreten sind) gegeben, womit auch Technologie-, Softwareaktien etc. im Depot sind, die über weite Zeiträume der Beobachtungsphase überdurchschnittlich abgeschnitten haben.

Nicht zuletzt kann festgestellt werden, dass sich häufig Aktien im Depot befinden, die von Verlusten zu Gewinnen gewechselt haben. Dies sind teilweise jüngere Unternehmen, die profitabel geworden sind, aber auch Turnaround-Aktien und Zykliker, die nach einer Flaute wieder auf die Gewinnseite einbiegen konnten.

Anmerkungen zur Performance 2022

Bitte beachten Sie, dass für die Schlusskurse der Stichtag der 19.08.2022 ist.
Zu den für Value-Investoren beliebten Kennzahlen zählen u.a. das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV), das Kurs-CashFlow-Verhältnis (KCV), das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) und das Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnis (PEG – price/earning growth).
Die Performance dieser Depots wollen wir zusammen mit den inversen Depots als Kontraindikator näher in Augenschein nehmen.

Nur im Jahr 2022 schneiden alle Value Indikatoren besser und alle inversen Indikatoren schlechter ab als das Gesamtdepot. Ist das nun ein statistischer Ausreisser oder gibt es fundamentale Gründe dafür?

Dazu ist erst einmal zu ermitteln, welche Umstände das Jahr 2022 von den anderen Jahren unterscheidet.
Wahrscheinlich kommt jedem sofort die hohe Inflation bedingt durch den Ukraine-Krieg, der zur extremen Verteuerung der Energiepreise führte, und die Lieferkettenproblematik durch die Covid Lock-down in China, die das Angebot verknappten, in den Sinn.
Um der Inflation entgegenzuwirken haben die Notenbanken wie die amerikanische FED und die europäische EZB die Leitzinsen erhöht, und werden sie wohl auch noch weiter erhöhen.

Wir stellen also fest, dass sich die Zinsen erhöhen. Welche Folgen haben höhere Zinsen für Wachstumswerte?

  • Wie der Name schon sagt, ist das Hauptmerkmal von Wachstumsaktien das Wachstum (Umsatz- und Gewinnwachstum). Steigen die Zinsen, so sind die zukünftigen Gewinne weniger wert. Die Stichworte hierzu sind Abzinsung, bzw. Diskontierung. Dazu im Folgenden mehr.
  • Wachstumswerte sind häufig noch nicht profitabel und müssen Fremdkapital aufnehmen, das mit steigenden Zinsen teuerer wird.

Das Prinzip der Abzinsung (Diskontierung)

Wenn Sie im Jahr 2022 1.000€ zu 2% anlegen, ist die Anlage im Jahr 2023 1.020€ wert.
K2023 = K2022 + K2022 * Zinssatz/100 => 1.000€ + 1.000€ * 0,02 = 1.020€

Jetzt lässt sich aber auch der umgekehrte Weg gehen. Damit wäre die Frage dann, was 1020€ vom Jahr 2023 im Jahr 2022 wert sind. das Ergebnis von 1000€ kennen wir bereits. Berechnet wird es wie folgt:
K2022 = K2023 / (1 + Zinssatz/100) => 1.020€ / 1,02 = 1.000€

Im nächsten Schritt wollen wir betrachten, was 1.000€ in 2023 bei unterschiedlichen Zinssätzen im Jahr 2022 wert ist:
Zinssatz 2% => 1.000€ / 1,02 = 980,39€
Zinssatz 4% => 1.000€ / 1,04 = 961,54€
Zinssatz 6% => 1.000€ / 1,06 = 943,40€
Je höher der Zinssatz, desto weniger sind die 1.000€ vom Folgejahr aktuell wert.

Nun wird bei der Bewertung eines Unternehmens nicht nur mit dem Gewinn (eigentlich der CashFlow, also der Geldzufluss minus der Geldabfluss) des Folgejahres, sondern über einen mehrjährigen Zeitraum hinweg gerechnet. Lassen Sie uns einmal von fünf Jahren ausgehen.
Die Formel für die Abzinsung über mehrere Jahre lautet:
Kakt = KEnde/ (1 + Zinssatz/100)n , wobei n für die Anzahl der Jahre steht.

Was sind 1.000€ des Jahres 2027 im Jahr 2022 wert?
Zinssatz 2%: 1.000€ / 1,025 = 905,73€
Zinssatz 4%: 1.000€ / 1,045 = 821,93€

Zinssatz 6%: 1.000€ / 1,065 = 747,26€
Als Folge fallen bei längeren Zeiträumen höhere Zinssätze stärker ins Gewicht, reduzieren also den aktuellen Wert überproportional.


Auflistung der Daten

Im folgenden sind die Depotdaten der Analyse für jedes Jahr der Auswertung aufgeführt.
Sortiert wurde nach dem KGV jeder Aktie beginnend mit dem größten KGV.
Beim Endwert sind die Dividenden mit eingerechnet.
Durch das Anklicken werden die Bilder im Vollbidmodus angezeigt, mit dem <Zurück-Button> des Browsers gelangen Sie auf die Artikelseite zurück.

KGV invers Depot 2014

KGV invers Depot 2015

KGV invers Depot 2016

KGV invers Depot 2017

KGV invers Depot 2018

KGV invers Depot 2019

KGV invers Depot 2020

KGV invers Depot 2021

KGV invers Depot 2022

 

Analyse von Aktienkennzahlen – Teil 1: KGV

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) ist die wohl bekannteste und am meisten publizierte Kennzahl von Aktien.

Deshalb wird die nachfolgende Beschreibung des Kurs-Gewinn-Verhältnisses auch relativ kurz ausfallen. Aber im Laufe der Auswertung werden wir noch auf verschiedene Aspekte dieser Kennzahl eingehen.

Kurzbeschreibung des KGV

Definition:

 KGV = \dfrac{Aktienkurs}{Gewinn pro Aktie}

Beispiele:

 KGV ABC AG = \dfrac{\$10,00}{\$1,00} = 10,0

 KGV XYZ AG = \dfrac{\$10,00}{\$2,00} = 5,0

Stiftung Warentest bezeichnet den KGV als Preis-Leistungs-Verhältnis einer Aktie.
Während der Preis klar definiert ist, lässt sich die Leistung nicht nur am statischen Gewinn pro Aktie festmachen. Dazu später mehr.
Wichtig ist auch die Tatsache, dass der KGV in die Zukunft gerichtet ist, d.h. es werden in der Regel die Gewinnschätzungen des Folgejahres verwendet.

Platzierung des KGV Depots

Das KGV Depot erreicht nur Platz 29 von insgesamt 44 aufgenommenen Depots.
Für eine Kennzahl, die so bekannt und so häufig veröffentlicht wird, ist das Ergebnis doch eher enttäuschend. Deshalb wollen wir die Resultate näher betrachen.

Jährliche Performance des KGV Depots

Klar ist auch der Vergleich zu DAX und HDAX interessant, aber der direkte Vergleich muss zum Depot mit allen Aktien (Depot Alle) geführt werden. Zum einen wird hier tatsächlich der gleiche Aktienpool verwendet, zum anderen ist hier auch die Gewichtung jeder Aktie gleich, während bei DAX und HDAX die Gewichtung proportional zur Marktkapitalisierung ist.

Um Auffälligkeiten festzustellen ist im u.a. Auszug die Performance des KGV Depots farblich im Bezug zum Depot mit allen Aktien aufgeführt. Dabei haben die Farben folgedne Bedeutung:

  • Gelbgrün: Performance Depot KGV mehr als 5% besser als das Depot mit allen Aktien.
  • Hellgrün: Performance Depot KGV zwischen 2% und 5% besser als das Depot mit allen Aktien.
  • Orange: Performance Depot KGV zwischen 2% und 5% schwächer als das Depot mit allen Aktien.
  • Rot: Performance Depot KGV mehr als 5% schwächer als das Depot mit allen Aktien.

Vorab die Information, dass das Jahr 2022 im nächsten Artikel separat behandelt wird, da die Aussagen dazu auch für diverse, andere Kennzahlen gelten.
Bei der Einführung zur Analyse der Kennzahlen wurde bereits erwähnt, dass der Auswertezeitraum über neun Jahre nicht sehr lange ist. Das macht sich auch hier bemerkbar. Warum?
Mein erster Eindruck war, dass in den Jahren mit eher bescheidener Performance des Gesamtmarktes wie in den Jahren 2014, 2018 und 2022 das KGV Depot überdurchschnittlich abschneidet. Leider passt dann aber das Jahr 2017 mit der besten Performance überhaupt nicht dazu. Bei einer längerfristigen Messreihe hätten wir erkennen können, ob es sich hier um einen Ausreisser handelt, oder ob uns der erste Eindruck getäuscht hat.
Aber glücklicherweise können wir noch andere Erkenntnisse gewinnen.

Die Krux mit dem Ergebnis je Aktie

Bekanntlich setzt sich das KGV aus Aktienkurs und Ergebnis (Gewinn) je Aktie zusammen. Während der Aktienkurs bekannt ist, wird beim Ergebnis mit Schätzungen für das Folgejahr gearbeitet. Die Problematik drückte bereits Mark Twain mit seinem Bonmot „Prognosen sind schwierig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen“ aus.

Schauen wir uns das Ganze sozusagen mal am lebenden Objekt an. Für die Auswertung des Jahres 2014 wird zu Beginn des Jahres mit den Schätzungen für das laufende Jahr 2014 gearbeitet. Die tatsächliche Zahlen werden erst 2015 im Rahmen der Hauptversammlung der einzelnen Unternehmen veröffentlicht (lassen wir die Vorab-Bekanntmachungen kurz vor den HVs außen vor). Der Zeitraum beinhaltet das ganze Jahr 2015, wobei die meisten HVs um im oder um den Monat Mai veranstaltet werden.
Da das Depot zu Jahresende (30.12.2014) aufgelöst wird, interessieren wir uns für die Schätzungen zum jeweiligen Ergebnis je Aktie zum Jahresende 2014. Darauf bezieht sich in der folgenden Tabelle auch die Abweichung des Ergebnisses.

Die Aktien sind sortiert nach der Kursperformance des Jahres 2014.
Sie können beobachten, dass die Aktien am besten abschneiden, die das erwartete Ergebnis erzielen oder gar übertreffen. Dagegegen sind im unteren Tabellenbereich die Titel, die das Ergebnis deutlich verfehlt haben.
Nehmen wir Südzucker, so wurde statt des zu Jahresbeginn 2014 erwartete Gewinn von 1,59€ nur noch 0,38€ am Jahresende 2014 geschätzt wurde. Mit diesem Gewinn läge das KGV mit dem Startkurs bei über 50. Südzucker wäre also nie ins KGV Depot aufgenommen worden, wäre die Schätzung schon früher bekannt gewesen. Letztendlich lag der tatsächliche Gewinn sogar nur bei 0,10€.

Betrachten wir noch das Folgejahr 2015:

Tendenziell lassen sich die Aussagen vom Jahre 2015 bestätigen, aber es gibt auch Ausnahmen. So sind mit Stada und Software AG zwei Aktien auf den vorderen Rängen, die die Erwartungen verfehlt haben (wenn auch nicht extrem). Andererseits sind Deutz und die Deutsche Bank zwar im unteren Bereich, aber eben nicht ganz am Ende, obwohl die Grundannahmen regelrecht pulverisiert wurden.
Welche weitere Punkte das Ergebnis beim KGV Depot beeinflussen, begutachten wir im folgenden Abschnitt.

Weitere Kriterien beim Kurs-Gewinn-Verhältnis

  • Sondereffekte:
    Der Gewinn pro Aktie ist unter Umständen stark abhängig von Sondereffekten wie beispielsweise dem Zukauf von Unternehmen, Restrukturierungen oder dem Verkauf von Grundstücken. Somit können die Gewinne einzelner Jahre deutlich von der Entwicklung des operativen Geschäftes abweichen.
  • Branchenabhängigkeit des KGV:
    Branchen wie Automobil, Banken, Versicherungen, Chemie u.a. haben häufig ein eher tieferes KGV, während Software- und Technologiefirmen ein eher höheres KGV zugestanden wird.
    Der Umstand bewirkt die Gefahr einer Klumpenbildung (mangelnde Branchendiversifikation) und lässt Technologieaktien, die über weite Phasen im Überprüfungszeitraum sehr gefragt waren, außen vor.
  • Keine Berücksichtigung des Wachstums:
    Der KGV ist eine statische Kennzahl. Warum? Sie bewertet nicht den Gewinnwachstum eines Unternehmens.
    So kann ein kleines KGV auch ein Zeichen für Vertrauensverlust sein.
    Ein Beispiel soll diese Aussage verdeutlichen.

KGV und Gewinnwachstum

Wir wollen einen Vergleich mit den fiktiven Firmen ABC AG und XYZ AG durchspielen.

Erwartungshaltung: Jährliches Kurswachstum 10%.
Dabei ist die Erwartungshaltung hoch angesetzt. In der Vergangenheit waren Kurswachstumsraten von 6% bis 8% als Mittelwert realistisch.
Nachfolgend die Daten der beiden Firmen:

Startkurs ABC AG: 50,00€
KGV ABC AG zu Beginn: 10,0
Gewinnwachstum ABC AG: 5%

Startkurs XYZ AG: 50,00€
KGV XYZ AG zu Beginn: 50,0
Gewinnwachstum XYZ AG: 50%

Die Entwicklung von Kurs, Gewinn und KGV für beide Firmen sieht dann für die nächsten 5 Jahre wie folgt aus:


Das KGV der ABC AG steigt über die Jahre kontinuierlich an, während das der XYZ AG fällt. Nach fünf Jahren hat die XYZ AG trotz des hohen Start-KGVs einen kleineren KGV als die ABC AG.
Welche Aktie würden Sie bevorzugen? Eine wohl eher rhetorische Frage.

Kleines KGV als Zeichen von Vertrauensverlust

Viele Anleger suchen gezielt Aktien mit einem kleinen KGV. Unglücklicherweise weist ein kleines KGV nicht automatisch auf günstige Aktien hin.
Beispielsweise waren Anfang bis Mitte des letzten Jahrzehnts etliche chinesische Firmen in Deutschland gelistet. Ich kann mich persönlich gut darin erinnern, dass die Unternehmen meist in den Aktienscreener ganz vorne bei den Value-Kennzahlen zu finden waren.
Beispielsweise war das erwartete KGV für 2014 für Firstextile bei 2,79. für Goldrooster bei 3,72, für Tintbright bei 1,33, für Van Camel bei 1,73 und für Ming Le Sports bei 1,78. In den Folgejahren erfolgte ein Delisting nach dem anderen, meist wegen Bilanzierungsmängeln.
In der Börse gilt meist – wie auch im richtigen Leben: „Was zu schön ist, um wahr zu sein, ist meistens auch nicht wahr!“
Glücklicherweise habe ich in diese Firmen nicht investiert, aber ich kann mich immer noch gut an Comroad zu „Neuer Markt“-Zeiten erinnern. Geringes KGV und hohe Wachstumsraten lockten mich (das war damals eh die Zeit der Gier). Später stellte sich der Großteil der Umsätze als Luftnummer heraus. Letztendlich war es ein teueres „Schnäppchen“.
Aber nicht nur bei faulen Geschäften kann ein niedriges KGV seine Ursachen haben. Die Börse handelt bekanntlich die Zukunft: Wenn z.B. ein Geschäftsmodell nicht mehr als zukunftträchtig erachtet wird, oder wenn starke Konkurrenz in den Markt eintritt, können die aktuellen Zahlen noch ganz gut sein, aber für die Zukunft werden geringere Einnahmen erwartet. Das wird definitiv Einfluss auf den zugebilligten KGV haben.

Auflistung der Daten

Im folgenden sind die Depotdaten der Analyse für jedes Jahr der Auswertung aufgeführt.
Sortiert wurde nach dem KGV jeder Aktie beginnend mit dem kleinsten KGV.
Beim Endwert sind die Dividenden mit eingerechnet.
Durch das Anklicken werden die Bilder im Vollbidmodus angezeigt, mit dem <Zurück-Button> des Browsers gelangen Sie auf die Artikelseite zurück.

KGV Depot 2014

KGV Depot 2015

KGV Depot 2016

KGV Depot 2017

KGV Depot 2018

KGV Depot 2019

KGV Depot 2020

KGV Depot 2021

KGV Depot 2022

 

Analyse von Aktienkennzahlen – Einführung

„Ein kluger Geschäftmann, dem man eine Maschine anbietet, die die Hälfte seiner Arbeit erledigt, wird zwei davon kaufen!“
N.N.

Unglücklicherweise kann ich Euch solch eine Maschine nicht anbieten. Aber ich hoffe, dass die Informationen der folgenden Artikelserie einen kleinen Mehrwert liefern kann.

Nun ist der Begriff „Analyse von Aktienkennzahlen erst einmal sehr schwammig. Diese Einführung soll etwas detaillierter beschreiben, was sich dahinter verbirgt. Vermutlich wird sich die ein oder andere Unklarheit auch bei jeweiligen Artikeln klären, ansonsten bitte einfach per Kommentar nachfragen.

Die Grundlagen

  • Aktienpool mit 160 Aktien aus dem DAX, MDAX, TecDAX und SDAX.
    Dazu ist zu sagen, dass inzwischen der TecDAX aus Aktien der drei anderen Indizes besteht. So ist die Deutsche Telekom im DAX und im TecDAX vertreten. Oder Aixtron ist im MDX und TecDAX beheimatet. In den ersten Jahren der Auswertung war der TecDAX ein eigenständiger Index. So war Aixtron nur im TecDAX vertreten, nicht aber in einem der anderen drei Indizes.
  • Für jede Auswertung erfolgt für jedes Jahr eine Auswahl aus 20 Aktien mit der Haltedauer von einem Jahr.
    Beispielsweise werden für die KGV-Analyse des Jahres 2015 (Stichtag: 30.12.2014) aus den 160 Werten die 20 Aktien mit dem kleinsten KGV in ein Depot aufgenommen. Die Aktien werden gleichgewichtet.
  • Der Auswertezeitraum beträgt 8,5 Jahre (21.02.2014 bis 19.08.2022).
    Dieser Zeitraum ist relativ kurz. So hatte der DAX (Performance-Index, also der üblicherweise publizierte Index) in dieser Spanne nur zweimal (2018 und 2022) eine negative Performance. Damit sind Aussagen immer mit gewisser Vorsicht zu genießen.
    Ihr habt bestimmt alle schon Würfelspiele wie „Mensch-ärgere-Dich-nicht“ oder eines von Tausend anderen gespielt. Würfelt jemand zweimal hintereinander eine „Sechs“, so machen wir uns keine Gedanken darüber, da dies immer mal wieder vorkommt. Würfelt jemand fünfmal hintereinander eine „Sechs“, werden wir etwas stutzig. Geschieht das Ganze zehnmal hintereinander, gehen wir wohl alle von einer Manipulation aus.
    Auch an der Börse können Abweichungen von zufälligen Ereignissen bestimmt werden. Je größer der Zeitraum der Überprüfung ist, desto mehr werden zufällige Ereignisse eliminiert.
    Das soll aber nicht bedeuten, dass sich bei dem Zeitraum keine Aussagen und Rückschlüsse treffen lassen, zumal wir auch andere Daten und Informationen einfließen lassen können. Wir sollten aber diese Tatsache im Hinterkopf haben.
  • Transaktionskosten und Spreads beim An- und Verkauf werden nicht berücksichtigt.
  • Dividenden werden berücksichtigt.
    Ursprünglich war vorgesehen, die Dividenden außen vor zu lassen. Doch ein paar Überprüfumgen ergaben, dass dies das Ergebnis teilweise stark verfälschen würde. So liefern manche Kennzahlen nur eine Dividendenrendite im Bereich zwischen 0,5 und 1,0 Prozent, während die Auswertungen mit den höchsten Dividendenrenditen bis zu 6 Prozent Dividenden beinhalten. Dadurch landet die Dividendenkennzahl auf Platz 22 statt Platz 42 ohne Berücksichtigung der Dividenden.
    Ein so massiver Unterschied darf dann selbstverständlich nicht unter den Tisch gekehrt werden. Deshalb auch das etwas verspätete Erscheinen des ersten Artikels, da die Auswertung mit Dividenden doch mit einiger Arbeit verbunden war.
  • Die Jahre 2014 und 2022 beinhalten verkürzte Auswertezeiträume. So beginnt die Analyse 2014 erst am 21.02.2014, während die Zahlen 2022 nur bis zum 19.08. berücksichtigt sind.

Die Kennzahlen

  • Es werden 19 einfache Fundamental-Indikatoren wie KGV, KBV, KUV, KCV, PEG, Gewinn-Wachstum etc. analysiert. Bei einigen Indikatoren wird auch eine umgekehrte Auswertung vorgenommen. D.h. beispielsweise beim KGV, dass neben den 20 Aktien mit dem geringsten KGV auch die 20 Aktien mit dem höchsten KGV analysiert werden.
  • Daneben kommen 12 einfache, technische Indikatoren wie die Kursentwicklung des letzten Monats, der letzten drei, sechs und zwölf Monate oder auch Bezüge zur 90-Tage und zur 200-Tage-Linie zum Einsatz.
  • Weiter werden fünf gemischte, technische Indikatoren mit je zwei Kriterien untersucht, wie z.B. eine negative Kursentwicklung auf Jahressicht, aber über der 90-Tage-Linie.
  • Dazu kommen zwei gemischte Auswertungen mit mehreren technischen und fundamentalen Kennzahlen.
  • Last but not least sind 6 Auswertungen zu Vergleichszwecken vertreten, nämlich DAX und HDAX jeweils als Performance-Index, alle 160 Aktien und drei per Zufallsgenerator zusammengestellte Depots.

Anmerkungen zur Auswertung

  • Für die einzelnen Jahre wird immer ein Startwert von 1.000.000€ (sprich eine Million Euro) zur besseren, direkten Vergleichbarkeit verwendet. Also 2014 beträgt der Startdepotwert eine Million Euro, genauso 2015 und in den Folgejahren
    Nein, der Wert entstand nicht, weil meine Depots in dieser Größenordnung liegen. Auch gehe ich nicht davon aus, dass Ihr als Leser mit dieser Summe handelt.
    Hintergrund ist ganz einfach, dass bei der Depotzusammenstellung aller 160 Aktien bei kleinerer Gesamtsumme die Gewichtung einzelner Aktien aus dem Rahmen fällt. So stünden bei einer Depotgröße von immerhin 100.000€ nur 625€ pro Aktie zur Verfügung. Nun ist der Preis für die ein oder andere Einzelaktie aber höher – also: was tun sprach Zeus. Auch bei einer Aktie, die zu 400€ gehandelt wird, fehlen dann bei der Gewichtung über 50%.
  • Bei der Ermittlung des Gesamtdepotwertes wird selbstverständlich jeweils der Enddepotwert des Vorjahres als Startwert für das aktuelle Jahr verwendet.
  • Die Ursprungsdaten kommen von BoData Interactive.

Ziel der Auswertung

Vorab geht es nur um das Sammeln und das Begutachten der Daten.
Ob die Möglichkeit einer praktischen Umsetzung zur Verbesserung der Performance erzielt werden kann, ist erst für die Folgeserie geplant.

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